Professor Ulrich Jux mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet

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Auch als Wissenschaftler blieb er stets der Heimat verbunden
Professor Ulrich Jux mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet
Dr. Kraemer (links) überreicht Professor Jux den Rheinlandtaler.

VON KARIN M. ERDTMANN
kme Bergisch Gladbach. Mit dem bronzenen Haupt der Medusa ehrte jetzt der Kulturausschuß der Landschaftsversammlung Rheinland den Gladbacher Professor Dr. Ulrich Jux. Der schlangenumwundene Kopf der griechischen Sagengestalt ziert eine der begehrtesten Auszeichnungen, die ebenso regelmäßig wie selten vergeben werden: Den Rheinlandtaler.
Bei der feierlichen Übergabe am Samstagmittag im Kreishaus gab Landrat Dr. Konrad Kraemer einen kurzen Überblick über das Leben eines „echten Gläbbicher Jong", der auch als Wissenschaftler seiner Heimat verbunden geblieben sei. Als Geologe und Paläontologe machte sich Jux nicht nur auf dem europäischen Kontinent einen Namen. Auch in Asien, Amerika und Afrika begab sich der Professor auf die Suche nach den steinernen Zeugen längst vergangener Zeiten. 1966 übernahm er erstmals den Vorsitz im Bergischen Geschichtsverein, den er jedoch wieder abgeben mußte, als er 1968 einen Lehrauftrag in Afghanistan erhielt.
Kaum ein Jahr vergehe, so der Landrat, in dem Professor Jux nicht über irgendein heimatkundliches Thema publiziere. So nahm Jux auch die versteinerten Funde, die unter dem geologisch interessanten Boden des heutigen Kreishauses lagen, unter die wissenschaftliche Lupe.
Das fachlichen Gutachten des Gladbachers werden von privaten und offiziellen Stellen gleichermaßen geschätzt. Der Geehrte, hob Dr. Kraemer in seiner Laudatio hervor, sei ein Mann, der es dem Terror eines Terminkalenders zum Trotz immer wieder verstünde, auch unmögliche Termine möglich zu machen, und für interessierte Gruppen lehrreiche Exkursionen durchführt.
Das Engagement für die Heimatkunde wurde dem heutigen Professor bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater, Dr. Anton Jux, einer der Mitgestalter des Heimatkalenders, sorgte dafür, daß sein Sohn schon früh mit Geschichte und Kultur konfrontiert wurde. Nach dem Abitur studierte Ulrich Jux zunächst in München, Köln und Kairo und schrieb seine Doktor- und Diplomarbeiten über ägyptische Themen. Und so wardenn auch der ägyptische Botschafter aus Bonn ins Kreishaus gekommen.
Seit 1969 ordentlicher Professor in Köln, bekleidet der Direktor des Geologischen Institutes zahlreiche Ehrenämter. Neben seiner Tätigkeit im Geschichtsverein (dessen Vorsitz er mittlerweile wieder innehat), ist er als Berater für den geplanten — und vom Landrat vehement geforderten — geologischen Lehrpfad tätig, sitzt in Gremien, die heimatgeschichtliche Publikationen vorbereiten, hilftbei der Gestaltung geologischer Ausstellungen sowie bei der Ordnung der Fossiliensammlung, engagiert sich für den Naturschutz der Schlade und im Landschaftsbeirat der Stadt Köln und hat last not least für das Geologische Landesamt in Krefeld die geologi schen Karten des hiesigen Raumes erarbeitet.
„Ein Würdiger für den Empfang des Rheinlandtalers, mit dem der Landschaftsverband Männer und Frauen auszeichnet, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um die Geschichte und Kultur unserer Heimat verdient gemacht haben". Mit der Verleihung würdige man auch eine Familie, die inmehreren Generationen für die Allgemeinheit gewirkt habe. Lobende Worte fand auch die stellvertretende Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins und Kreis-Kulturreferentin, Ursula Schmidt-Goertz. Tradition, meinte sie, bedeute nicht, Asche zu verwahren, sondern die Flamme am Leben zu halten. Eine Flamme, die Dr. Anton Jux einst mit dem Heimatkalender entfacht habe. Als Geschenk überreichte sie dem neuen Träger des Rheinlandtalers die von Professor Friedrich Lindlar gefertigte Zeichnung eines Kalkofens.
Glückwünsche überbrachte auch Rudolf Kornacker, Prokurist und Betriebsleiter der Kalkwerke Cox, der zugleich die Gelegenheit nutzte, um dem Landrat eine kleine Fossiliensammlung für das Kreishaus zu vermachen.
Die hiesigen Steinbrüche, appellierte abschließend Ulrich Jux, sollten nicht nur als faszinierende Fundgruben betrachtet werden, sondern auch als „mahnende Archive der geologischen Zeitabläufe einer Landschaft, in denen selbst der Mensch nur zeitweiliges Mietrechtgenießt."

Quelle: 
BLZ-19831107 (Bergische Landeszeitung)
Freigabe: 
Freigabe erteilt für BGV durch Heinen-Verlag mit Brief vom 01.04.2010