Bergischen Handelsblatt: Sonderzeitung Verkehrsbauwerk

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27.05.2000, 16 Seiten

Zur Eröffnung des Verkehrsbauwerkes Bensberg

 

Eröffnungs-Programm am Samstag, den 27. Mai 2000

 

Chronologie
22.5.1979 Beschluss des Rates der Stadt Bergisch Gladbach zur Änderung des Flächennutzungsplanes.
23.10.1984 Antrag auf Planfeststellung nach dem Personenbeförderungsgesetz beim Regierungspräsidenten Köln.
21./22.1 1986 1. Erörterungstermin im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens.
14./17.11.1988 2. Erörterungstermin im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens
10.5.1989 Planfeststellungsbeschluss durch den Regierungspräsidenten Köln.
28.2.1991 Anmeldung zur Aufnahme in das Programm nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz
13.3.1993 Rechtskraft des Planfeststellungsbeschlusses nach Vergleich und Rücknahme der Klagen beim Oberverwaltungsgericht Münster.
20.6.1996 Abgabe des Finanzierungsantrages nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.
25.10.1996 Übergabe des 1. Zuwendungsbescheides durch den Leiter der Straßenbauabteilung des Landschaftsverbandes Rheinland.
5.9.1997 Enthüllung des Bauschildes und Baubeginn.
13.2.1998 Baubeginn der Tunnelinnenschale.
17.3.1998 Tunnelanschlag und Tunneltaufe.
24.9.1998 Tunneldurchschlag
25.10.1998 Abschluss des Tunnelvortriebs morgens um 9.30 Uhr.
9.6.1999 Ende des Baus der Tunnelinnenschale.
27.5.2000 Eröffnung und Aufnahme des Fahrbetriebs.

 

Die Schloss-Straße in Bensberg - Einkaufsmeile, Gastronomie und mehr

von H. P Nagel
Mitten in Bensberg liegt wohl eine der attraktivsten Einkaufsbereiche der Stadt Bergisch Gladbach — die Schloss-Straße. Mit ihren ca. 600 Metern Länge, am Fuße des gerade neurenovierten Schlosses gelegen, bietet sie mit einer Vielzahl von Fachgeschäften und Versorgungseinrichtungen eine Auswahl, hinter der sich manches Einkaufszentrum »auf der grünen Wiese« verstecken muss. Von »A« wie z. B. Apotheke — hiervon gibt es drei auf der Schloss-Straße - bis »Z« wie z. B. Zigarren gibt es fast alles, was käuflich zu erwerben ist.
Alles für den täglichen Bedarf findet der Kunde in mehreren Super-Märkten, Metzgereien, Bäckereien bis hin zu excellenten Delikatessund Weinläden. Darüberhinaus sorgen Reformhäuser, zwei Obst- und Gemüse-Fachgeschäfte, Konditoreien, Confiserie-Angebote und die Märkte am Donnerstag und am Samstag für weitere Einkaufsquellen rund um das leibliche Wohl.
Gutes Aussehen in chicer Kleidung? Kein Problem. Bekleidungsgeschäfte für »Sie und Ihn« sind reichlich vorhanden und natürlich kommen auch die Kinder nicht zu kurz. Von der praktischen ArbeitsHose bis zum edlen Zobel, vom einfachen T-Shirt bis zur exclusiven Designer-Mode ist auf der Schloss-Straße alles zu erwerben. Sechs Schuhgeschäfte und eines speziell für Kinderschuhe, ein Schuhmacher-Meister mit Angeboten für Maß-Schuhe, Orthopädie-Geschäft. Geschäfte für Wäsche und Dessous, für Vorhänge, Tisch-und Bettwäsche, Optik-Fachgeschäfte, Drogerie-Märkte, Parfümerie, Blumen-Läden und seit kurzem sogar ein Geschäft für Esoterik-Artikel ergänzen dieses hervorragende Angebot.
Große Haushaltswaren- und Porzellan-Fachgeschäfte, Geschäfte für Unterhaltungs-Elektronik, Photo, Telekommunikation, ein großes Sportartikel-Geschäft, Orient-Teppich-Häuser, Juweliere... Es ist ganz leicht, sein Geld hier in Bensberg auszugeben. Apropos Geld: Sparkasse und mehrere Banken wie auch die namhaften Bausparkassen bieten ihre Dienste an.
Darüberhinaus eine Reihe von Ärzten sowohl für allgemeine Medizin wie auch Fachärzte vieler Richtungen bis hin zur Unfall-Chirurgie und sogar einer Klinik für ästhetische Medizin. Hierbei dürfen die vor Ort befindlichen Krankenkassen wie AOK, BEK oder Techniker Krankenkasse nicht unerwähnt bleiben. Hier muss auch das Büro für Alten- und Kranken-PflegeDienst und die Behinderten-Einrichtungen im Progymnasium erwähnt werden.
Andere Dienstleister wie z. B. ein Notariat, Rechtsanwälte, ja sogar das Bergisch Gladbacher Amtsgericht hat hier seinen Sitz. Mehrere Steuerberater. fünf Frisör-Salons. verschiedene Versicherungs-Büros, Immobilien-Makler, Massage-Praxis, Kosmetik-Studio, Reise-Büros oder Reinigungen: All dies findet sich auf der Schloss-Straße oder in unmittelbarer Umgebung.
Selbst ein Büro der BELKAW. Oder Musik-Instrumente mit dazugehörger Schulung, Computer —natürlich auch mit Schulungs-Möglichkeit —, Bilder-Galerie, Rahmungs-Studio.... Nicht zu vergessen »unser« Kaufring-Haus mit seiner Vielzahl von Angeboten an Waren und Dienstleistungen.
Wenn man dann nach seiner Einkaufs-Tour nach einem Lokal Ausschau hält, um zu rasten oder den Tag gemütlich ausklingen zu lassen, findet auch hier der Gast eine große Auswahl auf der Schloss-Straße oder in umittelbarer Umgebung: Ob nur schnell einen Kaffee, oder ob ein mehrgängiges Menü, ob gutbürgerliche deutsche Küche oder ausländische Kochkunst bevorzugt werden — es bleibt die Qual der Wahl zwischen acht Restaurants, drei Schnellimbiss-Restaurants, zwei Eis-Cafes, zwei Konditorei-Cafes, einem italienischen Cafe, einem Weinlokal, zwei Bistros, einem Pub, den »heißen Theken« mehrerer Metzgereien bis hin zum Edel-Imbiss im Delikatessen-Geschäft.... und bald kommen die Angebote des Schlosshotels noch hinzu.
Ein modernes Kino-Center rundet dieses umfassende Angebot ab. Dies alles spielt sich auf zwei befahrbaren Teilen (mit Parkmöglichkeiten) der Schloss-Straße ab, zwischen denen die Fußgängerzone liegt. In und um die Schloss-Straße herum findet der motorisierte Besucher ca. 1400 — oft kostenlose! —Parkplätze. Der »Park-Ring Bensberg« führt an jeden möglichen Parkplatz. Das jetzt fertiggestellte Verkehrsbauwerk schafft weitere Parkplätze und Anfahrmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Besonders schön für die Einkaufsstraße ist die Tatsache, dass die meisten der fast einhundert Geschäfte keiner sogenannten »Kette« angehören. sondern inhabergeführte Fachgeschäfte sind. Das heißt, man kennt seine Kunden, seine Probleme und Problemehen. man hat Zeit füreinander und nimmt sie sich auch! Die Beratung steht an erster Stelle. Die individuellen Wünsche der Kunden sind nicht lästige Pflicht, sondern gern gesehene Herausforderung.
Das Beste nun zum Schluss: Die Schloss-Straße ist keine »tote« Einkaufsmeile, wo abends »die Bürgersteige hochgeklappt« weiden. Ganz im Gegenteil: Die Schloss-Straße ist ein bei Jung und Alt sehr beliebter Wohnplatz im Herzen von Bensberg. Sie lebt auch abends nach Geschäftsschluss. Denn fast jedes Haus in der Schloss-Straße wird auch als Wohnhaus genutzt. Hier leben Menschen. Und die Menschen sind es. die Gäste, Besucher und Kunden, die die Schloss-Straße so lebens- und liebenswert machen!

 

Die Stadtbahnhaltestelle als integriertes Verkehrsbauwerk

Die Stadtbahnhaltestelle Bensberg ist mit einer Bauwerkssohle in ca. 14 m Tiefe, drei unterirdischen und zwei oberirdischen Ebenen ein komplexes Verkehrsbauwerk. Die Vereinigung der Verkehrsträger Bahn, Auto und Bus in einem kompakten Bauwerk und ihre direkte Verknüpfung über eine vertikale Erschließung erscheint aus heutiger Sicht naheliegend, ist aber das Ergebnis eines Projektentwicklungsprozesses, der vom Bauherrn immer wieder angestoßen und vorangetrieben werden musste und nur dank der guten Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten erfolgreich war. Mit dem Tunnelvortrieb der Stadtbahnstrecke war die Tieflage der Stadtbahnhaltestelle vorgegeben. Das wurde Ausgangspunkt für die Überlegung statt der geplanten oberirdischen Stellplatzanlage, die P + R-Stellplätze in drei Tiefgaragenebenen oberhalb und neben der Haltestelle unterzubringen. Auf diese Weise konnte der Anschluss an die Straßenebene gefunden und die notwendige Fläche für einen leistungsfähigen Busbahnhof gewonnen werden.
Das Haltestellenbauwerk
Die Entwurfsplanung von 1996 sah ein bergmännisch zu errichtendes
Haltestellenbauwerk mit dem Profil eines Tunnelbauwerks und massiven Mittelstützen auf dem Bahnsteig vor.
Die Anordnung von oberirdischem Busbahnhof und der P + R-Anlage als Tiefgarage oberhalb des Haltestellenbauwerks erforderte die Umplanung der Haltestellen- und der anschließenden Tunnelblöcke, der Treppen- und Aufzugsanlagen und des Empfangsgebäudes. In diesem Zusammenhang ergab sich die Möglichkeit, im Zuge der notwendigen konstruktivon Überarbeitung die Mittelstützen des Haltestellenbauwerks entfallen zu lassen.
Der Verzicht auf die Mittelstützen machte eine neue Entwurfskonzeption für die Haltestelle erforderlich. Beibehalten wurde das gerundete Profil der Tunnelschalung aus dem Streckenvortrieb für die äußeren Wände der Haltestelle während die Tunneldecke aus konstruktiven und wirtschaftlichen Überlegungen als erhöhte Flachdecke ausgebildet wurde. Durch die Fortführung der Wandausrundung in einer abgehängten Lochblechdecke mit integrierter Beleuchtung hat die Haltestelle den Charakter eines großzügigen flachgewölbten stützenfreien Saales bekommen, der übersichtlich und hell ein erhöhtes Gefühl der Sicherheit vermittelt und zudem wenig Angriffsmöglichkeiten für Vandalismus bietet. Innerhalb der Lochdecke seitlich abgestrahltes Licht ist blau getönt, um den künstlichen Charakter dieses unterirdischen Raumes zu betonen.
Dort wo der Haltestellenraum über Treppen, Rolltreppen und Aufzug mit der Außenwelt vorbunden ist, fällt über einen durchgehenden offenen Einschnitt unter dem verglasten Schutzdach Tageslicht aus dem Zenith unmittelbar in die Haltestelle. Der Fahrgast sieht von der Bahnsteigebene ins Freie und erfährt den Aufstieg von der unterirdischen Haltestelle aus 14 m Tiefe zur Erdoberfläche im Wechsel von gedämpftem Kunstlicht zur ungefilterten Helle des natürlichen Lichts. Projektionen auf die Seitenwände des »Einstiegsschachts« begleiten in tageslichtschwachen Zeiten den Auf- und Abstieg inszenatorisch.
Treppen- und Fahrtreppen
Treppe und Fahrtreppen führen zunächst auf die Höhe der Gartenstraße und werden von dort unmittelbar auf die Ebene Busbahnhof Steinstraße weitergeführt. Dabei Überbrücken die Treppen unter dem verglasten Schutzdach den offenen Einschnitt, so das der Fahrgast sich bereits beim Aufstieg problemlos orientieren kann.
Die Aufwertung der Ebene Busbahnhof/Steinstraße zur Haupt-Zugangsebene hat zur Folge, dass die geplante Überdachung in Form und Größe gegenüber der ursprünglichen Konzeption verändert werden musste. Sie folgt jetzt stärker dem Verlauf des Geländes und schützt den Treppenraum wirkungsvoller gegen Witterungseinflüsse.
Die durchgehende Strukturierung durch diagonal geführte Sparren, die baumartige Tragestruktur und die freie Form lassen das Dach als leichten gläsernen Schirm über dem Eingangsbereich mit seinen verschiedenen Ebenen, den Rolltreppen und dem verglasten Aufzugsturm, erscheinen.

Die Weichenverbindung der Gleise vor der Endhaltestelle Bensberg
Letzte Arbeiten in der neuen Endhaltestelle

Kiosk und Nebenräume

Mit der Verlegung des Hauptzugangs auf die Ebene Busbahnhof/Steinstraße wurde auch die Verlagerung des Kiosk von der Gartenstraße auf die obere Ebene erforderlich. Oberhalb der Personalräume der Stadtbahn, die von der Gartenstraße aus belichtet werden, ist der Kiosk unmittelbar dem Wartebereich des Busbahnhofs zugeordnet. In diesem Bereich befinden sich auch das Fahrgastkundenzentrum und der Hauptzugang zum Aufzug.
Das Park + Ride-Angebot
Mit 126 Stellplätzen wurde das Angebot gegenüber dem Entwurf von 1996 um fast 30 % erhöht. Geplant sind zwei Parkebenen über dem Haltestellenbauwerk und ein halbgeschossig versetztes seitlich angelagertes Parkdeck. Alle Parkebenen sind stützenfrei, um eine größtmögliche Übersichtlichkeit und Helligkeit zu gewährleisten. Gut einsehbar von der Parkhausaufsicht sind II Frauenparkplätze angeordnet. Weitere 10 Frauen- und 3 Behindertenparkplätze befinden sich unmittelbar neben dem Aufzug, der zwei Tiefgaragenebenen, die Haltestelle und den Busbahnhof miteinander verbindet. Über den offenen Zugangsbereich der Haltestelle haben auch die direkt anschließenden Parkebenen neben und durch den Aufzug Sichtkontakt nach außen. Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage befindet sich unter Ausnutzung der Höhenlage in der Kauler Straße. Unterirdisch sind auch hier noch Technikräume für den Bahnbetrieb untergebracht.
Die Parkierungsebenen werden über Zuluftöffnungen im Böschungsbereich natürlich belüftet. Die Abluftkamine befinden sich an der Steinstraße.
Außer über den Aufzug sind die Parkebenen auch ebenerdig bzw. über Rampen von der Gartenstraße und der Kauler Straße aus zugänglich.
Der Busbahnhof
Der Busbahnhof mit 13 Halteplätzen wird niveaugleich von der Steinstraße erschlossen. Unmittelbar an der Steinstraße ist zusätzlich eine Haltebucht mit Taxiplätzen vorgesehen. Kiosk mit Fahrgastkundenzentrum, Aufzug, Antritt der Fahrtreppen und eine überdeckte Wartezone bilden den eigentlichen Zugangsbereich zum Busbahnhof. Ein ebenerdiger ampelgesteuerter Fußgängerüberweg in Verlängerung der Gartenstraße verbindet diesen Bereich auf kürzestem Weg mit dem Bensberger Stadtkern.
Die drei verglasten Schutzdächer des Busbahnhofs übernehmen in der Stützenstruktur das Baummotiv aus der Haltestelleneingangsüberdachung und folgen in ihrem Grundriss der geschwungenen Form der Busbahnsteige.
Die Architekten sahen es als eine Hauptaufgabe an, die Stadtbahnhaltestelle mit ihren über 37.400 cbm umbauten Raum so schonend wie möglich in die bestehende schwierige Topografie und die kleinmaßstäbliche Bebauung der Umgebung einzufügen. Die Aufbauten von Haltestelle und Busbahnhof stehen als filigrane Schirmstrukturen über der bewegten Topografie der Verkehrsanlage, eingebettet in die sie umgebenden neugestalteten Grünanlagen.   
Der neue Busbahnhof vor der endgültigen Fertigstellung
RVK in Kürze
Mitarbeiter: 1.000 eingesetzte Busse: 740 Gesamt-km-Leistung (1999): 40,2 Mio.
Einsatzgebiet: Städte Bonn und Köln, Erftkreis, Kreis Euskirchen, Kreis Ahrweiler, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Tarifgebiet VRS/VRR
Gesellschafter: Kölner Verkehrs-Betriebe AG, Stadtwerke Bonn, Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises, Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH, Oberbergische Verkehrsgesellschaft AG. Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mbH, Rheinisch-Bergischer Kreis, Kreisverkehrsgesellschaft Euskirchen mbH

RVK in Kürze Grandhotel Schloss Bensberg Spitzenkoch für Grandhotel Schloss Bensberg

 

Ins rechte Licht gesetzt: Das verkehrsbauwerk Bensberg

Der tunnelartige hohe Raum der U-Bahn-Station. dergegenüber anderen U-Bahnstationen einen Hallencharakter ausweist, wird durch die Lichtkonzeption auf eine dominante Weise interpretiert.
Jeweils in Querrichtung des Bahnsteiges sind lineare Leuchtenelemente in eine Metalldecke integriert. Diese Elemente bestehen aus Leuchtengehäusen. die überlappend angeordnete Leuchtstofflampen 36 W. Lichtfarbe neutralweiß. aufnehmen. Satinierte VSG-Glasscheiben bilden den Diffusor für die Leuchtstofflampen. Jeweils am Ende der linearen Leuchten werden Reflektorleuchten mit 42 W  Kompaktleuchtstofflampen. die konzentriertes Licht im Bereich der Bahnsteigkanten reflektieren, eingebaut. Eine Besonderheit erfahren die linearen Leuchtenelemente durch blaue Acrylglasscheiben. die jeweils im Einbaugehäuse über die gesamte Leuchtenlänge aufgenommen werden. Auf diese Weise stellt sich die perforierte Metalldecke durch blaue Lichtreflexe als imaginäre »Deckenhülle« dar. Die dichte Anordnung der linearen Leuchten und die daraus resultierende Leuchtdichte vermittelt den visuellen Eindruck eines »Lichthimmels«, der den Raum optisch noch höher erscheinen lässt.
Die blaue Lichtfarbe signifiziert auch den Glasaufzug in Form von vertikalen »Lichtlinien« bestehend aus freistrahlenden Lichtleisten mit blauen Leuchtstofflampen.
Erschließungsbereich
Der Erschließungsbereich mit einer Stahl-Glas-Dachkonstruktion besitzt eine 2-Komponenten-Beleuchtung. Zum einen sind Reflektor-leuchten mit einer breitstrahlenden Lichtverteilung für 150 W Halogenglühlampen und 150 W Halogen-Metalldampflampen jeweils in 2er- und 4er-Gruppen in die Stahlkonstruktion integriert. Diese bilden die direktabstrahlende Lichtkomponente.
Die zum Außenraum gerichteten Leuchten sind tageslichtabhängig geschaltet, sie dienen als Umgebungsbeleuchtung des Eingangsbereiches.
Die Treppe mit horizontalen Brüstungselementen erhält Bodeneinbauleuchten für 26 W Kompaktleuchtstofflampen. Diese Leuchten reflektieren indirekte Lichtanteile in die Metallkonstruktion des Glasdaches und bilden eine architektonische Führungslinie. Jeweils den Treppenstufen zugeordnete Wandeinbauleuchten mit LED-Lichttechnik und einer opalen Glasabdeckung streuen diffuses Licht auf die Stufen.
Die Wandflächen mit vorgestellten satinierten Glasflächen erhalten kreisförmige Öffnungen zur Aufnahme von Projektions-Strahlerleuchten für 200 W Halogen-Metalldampflampen. Über diese Leuchten werden Bild-. Informations- oder Kunstmotive mittels Chromgobos auf die Wandflächen projiziert. Es entsteht ein simulierter Raum. der durch die Reflexionen/Lichtdarstellungen auf den Glasflächen keinerlei Überstrahlungen aufweist.
Die räumliche Schachtsituation wird gezielt durch die Lichtkonzeption intepretiert. Es ist der Raum, in den man »eintaucht«, um dann den prägnant beleuchteten Bahnsteig auf intensive, visuelle Weise zu erleben.
Busbahnhof
Die mit Glas überdachten Stahlkonstruktionen der Bushaltestellen werden durch horizontale, eingespannte Leuchtenelemente aus zylindrischen, klaren Acrylglasrohren thematisiert. Die dichte Anordnung der diffusabstrahlenden Leuchten mit einer hohen Leuchtdichte symbolisiert einen »Lichthimmel«.
Die Leuchten sind mit Leuchtstofflampen 40 W + 65 W in der Lichtfarbe coolwhite bestückt, die für den Betrieb im Außenbereich mit Außenzündstreifen. d. h. für normale und niedrigere Umgebungstemperaturen, geeignet sind. 10 Meter hohe Mastleuchten projizieren die allgemeine Platzbeleuchtung und signifizieren durch ihre Zuordnung im Bereich der Haltestellen den großräumigen Außenbereich. Eine am Mast integrierte Strahlerleuchte mit einer 400 W Halogen-Metalldampflampe reflektiert indirekte Lichtanteile in einen asymmetrisch ausbildeten Reflexionsschirm aus glasfaserverstärktem Polyesterharz. so dass keinerlei Direktblendung entsteht.

Die Endhaltestelle

Die neue Endhaltestelle ins Bensberg liegt ca. 14 m unter der Erdoberfläche. Die Haltestelle ist 17 m breit, in der Länge erreicht sie 118 m. Die Haltestelle besitzt einen Mittelbahnsteig, durch die große Öffnung über den Ausgangstreppen gelangt trotz der Tiefe Tageslicht bis auf die Bahnsteigebene. Zu erreichen ist die Oberfläche neben den Treppen über einen allseitig einsehbaren, verglasten Aufzug, über den auch zwei Tiefgaragenebenen zu erreichen sind. Die Park-und Ride-Tiefgarage bietet auf insgesamt drei Ebenen Platz für über 126 Stellplätze. davon 3 Behinderten- und 21 Frauenparkplätze. An der Oberfläche wird das Bauwerk ergänzt durch ein freistehendes Kiosk-Gebäude mit einer öffentlichen Toilette und einem Fahrgastinformationszentrum.
Künftig viel mehr Fahrgäste
Bei einer Zählung im Jahr 1993 wurde an der alten Endstelle »Bensberg«, die künftig »Im Hoppenkamp« heißt, eine Fahrgastzahl von insgesamt 2439 Fahrgästen errechnet. 1092 Einsteiger sowie 1347 Aussteiger täglich. Die Nutzung dieser Haltestelle wird nach der Eröffnung des U-Bahn-Tunnels und der Inbetriebnahme der neuen Endhaltestelle deutlich geringer sein; die KVB geht davon aus, dass künftig nur noch knapp 1500 Fahrgäste täglich »Im Hoppenkamp« ein-bzw. aussteigen werden. Die weiteren Fahrgäste werden bis zur neuen Endhaltestelle in Bensberg im Verkehrsbauwerk fahren. Durch die günstigere Lage wird jedoch auch ein erheblicher Zuwachs an neuen Fahrgästen erwartet. Sowohl durch den P+R-Verkehr (bis 400 zusätzliche Fahrgäste), durch Bus-Umsteiger (bis 3000 zusätzliche Fahrgäste) aber auch in den Bereichen Arbeiten (550), Einkaufen (950) und Wohnen (1500) wird ein erheblicher Verkehrszuwachs in Bensberg Zentrum erwartet. Insgesamt wird von einer Fahrgastzahl von bis zu 10.000 täglich ausgegangen. Von der Endhaltestelle aus gibt es Busverbindungen nach Overath und Much, nach Lindlar, nach Rösrath und zum Königsforst und zum Kölner Hauptbahnhof mit den Schnellbuslinien SB 31 und SB 42.

 

Das Triumvirat: RVK, KWS, Stadtbus

 

Die WUPSI, seit über 75 Jahren ein Markenbegriff in Bergisch Gladbach

 

Das Schloss Bensberg: Der Inbegriff für exklusives Wohnen

 

 

Mit der Kleinbahn von Köln nach Brück und weiter nach Bensberg

»Dem Beschluss. eine Kleinbahn von Cöln nach Brück zu bauen, haben ähnliche Absichten zu Grunde gelegen wie bezüglich der Kleinbahn von Cöln zum Königsforst. Die Bahn soll allgemeinen Verkehrs- und wirtschaftlichen Zwecken dienen durch Verbindung eines bisher noch nicht durch Verkehrsmittel erschlossenen Hinterlandes mit der Stadt Cöln, sie soll außerdem auch gesundheitlichen und sozialen Zwecken dienen durch Erschließung eines waldbegrenzten und zur Schaffung billiger und gesunder Wohnungen geeigneten Geländes.« - so hieß es im Geschäftsbericht der Cölner Bahnen 1906/1907. Mit dem Bau der Kleinbahn von Cöln nach Brück wurde Ende September 1904 begonnen. Die Eröffnung der Strecke geschah am 27. November 1906. An Betriebsmitteln waren vorhanden 7 zweiachsige Triebwagen, jeweils 11 t schwer, mit einem Fassungsvermögen von jeweils 34 Fahrgästen, 8 zweisitzige Beiwagen, 7,7 t schwer mit Platz für 44 Fahrgäste, ein Güterwagen, ein Salzstreuwagen und 1 Bahnmeisterwagen. Im Jahr 1907 wurden bereits 478.710 Fahrgäste befördert, die durchschnittliche Fahrgeldeinnahme pro Fahrgast betrug 15,8 Pfennig.
Die Einnahmen reichten jedoch nicht aus, um die Kosten zu decken, im Jahre 1907 entstand ein Betriebsverlust von rd. 70.000 Mark. Daher zögerte die Stadtverwaltung, die Strecke über Brück bis nach Bensberg zu verlängern, obwohl diese Verlängerung beim Baubeginn der Strecke nach Brück bereits erwartet worden war. Die Stadt hoffte auf Zuschüsse der interessierten Umlandgemeinden, jedoch war zunächst nur die Gemeinde Bensberg zur Leistung eines Zuschusses bereit. Erst als die »Waldhaus-Villen-Kolonie Frankenforst« in der Nähe von Bensberg ein großes Waldgelände kaufte und mit dem Bau einer Villen-Kolonie begann, gab es plötzlich auch weitere Interessenten. Denn die Villen-Kolonie brauchte eine regelmäßige Verbindung mit Köln. Im Herbst des Jahres 1912 konnte dann mit den Arbeiten zur Verlängerung der Strecke begonnen werden.
In der Abend-Ausgabe des Stadt-Anzeigers vom 15. Juli 1913 war zu lesen: »Für die Bevölkerung der Stadt Köln einschließlich Kalk und Vingst hat die Kleinbahn nach Bensberg eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, da sie die Großstadt mit einem der schönsten Teile der rechtsrheinischen Umgegend verbindet. Sie wird so die soziale und gesundheitliche Wohlfahrt der Kölner Einwohnerschaft fördern, eine stärkere Heranziehung der Außenorte nach Köln bewirken, den hiesigen Geschäftsverkehr beleben und den Fremdenverkehr durch Erschließung schöner Ausflugsgebiete heben. Da Bensberg bisher nur durch eine Staatsbahnlinie zu erreichen war, die nicht vom Kölner Hauptbahnhof ausgeht, und deshalb von Köln nur mittels Umsteigens benutzt werden kann, die ferner eine nicht unerheblichen Umweg über Bergisch Gladbach macht, und die endlich ungefähr 3 km von dem Ort Bensberg vorbeiführt, so ist anzunehmen, dass ein großer Teil des bisherigen Staatsbahnverkehrs auf die Kleinbahn übergeht, da diese, abgesehen von den Vorzügen des elektrischen Betriebes, unmittelbar in Köln und Bensberg hineingeführt ist und eine häufigere und regelmäßigere Zugfolge aufweist, so dass also für eine günstige Entwicklung des Verkehrs auf der neuen Bahn die besten Vorbedingungen gegeben sind.«
Den Erwartungen entsprechend gestaltete sich die Eröffnungsfeier der Bahn durch die Gemeinde Bensberg und die Waldhaus-Villen-Kolonie Frankenforst: gegen Mittag versammelten sich die Festgäste am Wallraf-RichartzMuseum in Köln; dort war um 12 Uhr Abfahrt Richtung Bensberg unter Führung eines Musikwagens. Im Kölner Hof in Bensberg wurde um 13 Uhr ein Frühstück gereicht, anschließend erfolgte ein Spaziergang durch Bensberg und eine Besichtigung der Baudenkmäler. Um 16 Uhr gab es Kaffee in einem Zeltbau in der Villen-Kolonie Frankenforst und eine Besichtigung der Siedlung, ab 17 Uhr dann im Zeltbau ein Konzert der Kapelle eines Pionier-Bataillons.
Die Vorortbahn wurde am 17. Juli 1913 in Betrieb genommen, mit der Folge einer erheblichen Zunahme der Verkehrszahlen, der Wagenkilometer, der Fahrgäste und der Betriebseinnahmen. Im Geschäftsbericht des Jahres 1913/14 wird dargelegt, dass auf einer Streckenlänge von 15,33 km über 350.000 Triebwagenkilometer erbracht wurden. 940.800 Personen wurden befördert, das waren 276.000 Fahrgäste mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Einnahme je Fahrgast stieg um 4,2 Pfennig auf 19,5 Pfennige.
Bis zum Jahre 1966 fuhr die Linie B bis nach Bensberg, die Fahrtzeit betrug von der Innenstadt bis zu 48 Minuten. Als in den 60er Jahren neue Gelenkfahrzeuge in Betrieb genommen wurden, erhielt die Strecke nach Bensberg einen neuen Namen, die »Linie 1«. Durch den Bau der Tunnelstrecken in Kalk und Deutz konnte die Fahrtzeit auf der Strecke erheblich verkürzt werden, auch der Niederflur-betrieb ab 1995 trug zur weiteren Beschleunigung bei, so dass die Fahrtzeit aktuell ca. 30 Minuten beträgt.
(Wir danken Axel Reuther vom Verein »Historische Straßenbahn Köln e. V.« für die freundliche Unterstützung bei der Sammlung des historischen Materials).

 

Mediterana - Leben wie im Süden ...

 

 

TechnologiePark Bergisch Gladbach

Ideales Umfeld für Existenzgründung und Innovationen

Als 1994 der private Investor Udo J. Lammerting und öffentliche Institutionen die Weichen zur Einrichtung des TechnologieParks in Bergisch Gladbach stellten, hat wohl kaum einer geahnt, dass dieser rasch zum Vorzeige-Obiekt für erfolgreiche Firmenenansiedlung avancieren würde. Mittlerweile haben hier 130 kleine und mittlere Unternehmen mit insgesamt 1400 Beschäftigten ihren Standort –doch dies wird nur ein Zwischenschritt sein: in der endgültigen Ausbaustufe des Technologie-Parks sollen über 2000 Menschen auf dem 12 Hektar großen Areal in Bergisch Gadbach arbeiten. Dann hat sich auch die ursprüngliche Nutzfläche von 55000 Quadratmetern Nutzfläche auf rund 100000 Quadratmeter erweitert. Dazu wird ein hoher zweistelliger Millionen-Betrag investiert.
»public private partnership«
Entscheidend für diesen Erfolg ist das zugrunde liegende duale Konzept – eine public private partnership mit klar definierter Aufgaben-und Rollenverteilung zwischen dem privatwirtschaftlich geführten TechnologiePark-Management und dem von öffentlich-rechtlichen Institutionen getragenen Rheinisch-Bergischen TechnelogieZentrum.
Das TechnologieZentrum betreut und coacht ausschließlich Existenzgründer, die nach einer gründlichen Beratung durch die Geschäftsführung ausgewählt und auf
3700 öffentlich geförderten Quadratmetern im Herzen des TechnologieParks angesiedelt werden. Der TechnologiePark hingegen bietet den Unternehmen auf dem Gelände des TechnologieParks maßgeschneiderte Raumlösungen zu marktgerechten Preisen.
Die Allianz zwischen öffentlichen Institutionen und privatem Investor funktioniert nach dem Rotationsprinzip: Das TechnologieZentrum, das Existenzgründern ein umfassendes Beratungspaket mit Unterstützungsmaßnahmen zur Verwirklichung ihrer Geschäftsidee anbietet, sorgt kontinuierlich für neue Interessenten an Flächen im TechnologiePark. Denn nach einer Aufbauphase von drei bis fünf Jahren, in der die begleitende betriebswirtschaftliche Beratung und ein Know-how-Transfer in konzeptionellen Fragen die Existenzfestigung optimal fördern, verlassen die Existenzgründer das Technologie-Zentrum und ziehen vorzugsweise in den TechnologiePark. Dadurch erhalten sie sich alle Vorteile des Standorts.
Modernste Infrastruktur und umfassendes Servicepaket
Als Gegenleistung für das stetige Vermietungspotenzial und das planbare Wachstum durch Mieter, die das TechnologieZentrum verlassen, stellt das Park Management im TechnologiePark wichtige Einrichtungen bereit. So kommen die dort ansässigen Unternehmen in
den Genuss von modernster Infrastruktur und Dienstleistungen eines Großkonzerns. Im einzelnen umfasst das Servicepaket des TechnologieParks: zentrale Kommunikations-Infrastruktur auf ISDN-Basis, zeitgemäße Kommunikationslösungen wie Internet und Intranet, Pressepavillon für besondere Firmenpräsentationen, maßgeschneiderte, voll ausgestattete Konferenzräume für 5 bis 600 Personen, Casino mit Bewirtung von Gästen, Catering für Großveranstaltungen mit bis zu 600 Teilnehmern, Sicherheitsdienst rund um die Uhr, eigene gebäudetechnische Dienste mit Hausmeisterei, zentrale Poststelle, Gebäudereinigung und Pflege der Grünanlagen.
Eine besondere Art von Dienstleistung startete unter der Regie des Technologie-Park-Managements: In einem Ausbildungsverbund treten Azubis ihre Lehre an, die sie in verschiedene Betriebe führt. Dabei übernimmt das TechnologiePark-Management die Grundausbildung. Es folgen Stationen in drei oder vier weiteren Unternehmen. Der Grundgedanke: Für manchen klein-und mittelständischen Betrieb stellt die Einrichtung einer Lehrstelle über ca. drei Jahre eine hohe organisatorische Belastung dar. Um die Kapazitäten des Unternehmens nicht zu überfordern, andererseits aber die Ausbildung von Nachwuchs zu ermöglichen, teilen sich nun mehrere Firmen Kosten und Nutzen der Ausbildung.
Netzwerk von Dienstleistungen
Dadurch, dass das TechnologiePark-Management zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Dienstleistungsbereichen ansiedelte, ist ein Netzwerk von Angeboten entstanden, das letztlich für alle Unternehmen einen Standortvorteil bedeutet.
Unter anderem sind im TechnologiePark Firmen für folgende Bereiche vertreten: Computer-Netzwerke, Kurierdienste, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Marketing. Jüngst hinzugekommen sind Dienstleistungen wie Callcenter, moderne Wärmeerzeugung und -verteilung.
Gegenüber externen Anbietern bündelt das TechnologiePark Management die Anforderungen und Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen und tritt als ein Auftraggeber auf. Dies beschert den Mietern des TechnologieParks z.B. im Hinblick auf Telekommunikationsdienste und Energiekosten, attraktive Großkundenrabatte.
Erfolge und Auszeichnungen
Der Erfolg des Konzepts des TechnologiePark spiegelt sich auch in den Erfolgen einzelner dort ansässiger Unternehmen. Beispielsweise erhielten zwei Firmen den begehrten Förderpreis für Existenzgründer der IHK zu Köln. Ein anderes Beispiel ist die im Technologie-Zentrum ansässige Interessengemeinschaft »Neue Materialien«, die mittlerweile eine Vorreiterrolle in diesem zukunftsweisenden Bereich übernommen hat.
Beliebter Veranstaltungsort
Der TechnologiePark ist ferner ein beliebter Ort für Veranstaltungen verschiedener, Institutionen, Unternehmen und Verbände, z.B. IHK, Club der Wirtschafts- und Handelsrate, Vertreter von Kirche, Wirtschaft und Politik, internationale Delegationen, etwa aus Sibirien, Russland, Vietnam, Frankreich und England. Schon eine Tradition haben die Existenzgründer-Tage der Kreissparkasse Köln in Zusammenarbeit mit dem Technologie-Zentrum. So werden immer wieder neue Unternehmen rekrutiert. Zu diesen Gründertagen kommen durchschnittlich jeweils mehr als 200 Interessenten.

 

Kölner U-Bahn-Tunnel in Bensberg

Jahrzehntelang war die Entwicklung des Schienennahverkehrs in der Millionenstadt Köln bestimmt durch den Ausbau der U-Bahn - bis zum 31. Mai 1997: an diesem Tag wurde die U-Bahn in Köln-Mülheim eröffnet, und damit gab es seit dem 19. September 1963, dem Tag des ersten Rammschlages für die erste U-Bahn in Köln, keine U-Bahn-Baustelle in der Domstadt mehr. Dennoch ging der U-Bahn-Bau weiter, diesmal außerhalb von Köln. Die Stadtbahngesellschaft Rhein-Sieg war bereits mit den vorbereitenden Arbeiten für die Verlängerung der Linie 1 durch einen Tunnel in Richtung Bensberg befasst.
Die Planung des U-Bahn-Tunnels bis unter das Zentrum von Bensberg geht zurück bis in die Anfänge der achtziger Jahre. Jedoch erst Mitte 1995 wurde die Maßnahme in das Nahverkehrsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Die Länge der Neubaustrecke sollte 583 m betragen, davon entfallen rund 500 m auf den U-Bahn-Tunnel. Im März 1998 wurde der Tunnelvortrieb von der großen Baugrube an der Steinstraße in Bensberg in Richtung Eichelstraße begonnen. Im Herbst des gleichen Jahres wurde der 2. Teil des Tunnels in Richtung Osten von der Kreuzung Falltorstraße/Eichelstraße her steigend aufgefahren. Am 24. September 1998 »trafen« sich die beiden Tunnelröhren am Durchschlagspunkt, der in einem feierlichen Festakt geöffnet wurde. Die Fertigstellung des Tunnelrohbaus geschah Ende 1998, im Anschluss daran fand der Innenausbau statt. Gleise, Oberleitung und Signalisierung wurden durch die KVB eingebaut.
Nach der Fertigstellung geht das U-Bahn-Bauwerk in den Besitz der Kölner Verkehrs-Betriebe über -ein Kuriosum, möchte man meinen, gehört doch die U-Bahn in Köln nicht der KVB, sondern der Stadt. Mit der Übernahme des Tunnelbauwerks durch die KVB wird jedoch einer Entwicklung Rechnung getragen, die sich auch in Köln abzeichnet: die Übergabe der Besitzrechte an die nutzende Gesellschaft, die jedoch damit auch die Pflichten für die Unterhaltung, Pflege und Erhaltung der Bauten übernimmt.
Die Stadtbahnlinie 1, die heute noch von Junkersdorf aus quer durch Köln künftig bis in das Herz von Bensberg fährt, besitzt als so genannte Durchmesserlinie für Köln eine hohe Bedeutung. Mit über 90.000 Fahrgästen pro Tag ist die Linie 1 die am stärksten genutzte Linie in Köln überhaupt. Mit der in Kürze beginnenden Verlängerung über Junkersdorf hinaus Richtung Weiden und mit der Verlängerung nach Bensberg hinein, erhält die Linie 1 zusätzlich einen regionalen Verkehrswert als leistungsfähige Städteverbindung. Mit modernen Niederflurfahrzeugen wird künftig von Bensberg aus das Zentrum Kölns in einer halben Stunde zu erreichen sein, die Kölnarena in 25 Minuten, das Müngersdorfer Stadion in 45 Minuten.
1993 wurden für die Endhaltestelle der Linie 1 in Bensberg rd. 2500 Ein- und Aussteiger je Tag gezählt -eine bemerkenswerte Zahl, denkt man an die abseitige Lage der heutigen Endhaltestelle, die kaum vermuten lässt, dass in einer Entfernung von wenigen 100 m ein lebendiges und attraktives Stadtteilzentrum pulsiert. Die alte Endhaltestelle wird künftig lauten »Im Hoppenkamp«, eine Bezeichnung, die von ihrer sprachlichen Anmutung eher dem beschaulichen Charakter der Haltestellenumgebung entspricht. Für die neue Endhaltestelle im Bensberger Zentrum werden dagegen Ein- und Aussteigerzahlen von täglich bis zu 10.000 erwartet. Die Steigerung der Fahrgastzahlen um das Vierfache belegt eindeutig den Wert dieser »nur« 500 m Tunnelstrecke, die für viele potentielle Fahrgäste die Entscheidung für oder gegen den Nahverkehr darstellt.

Der Bensberger Omnibus der Firma Gieraths, der zwischen Ortsmitte und Bahnhof verkehrte. Die Firma Gieraths betrieb also auch die Posthalterei. Das Bild wurde etwa 1919 aufgenommen. Bild im Besitz von H. Schmitz, Bensberg. Text und Foto entnommen aus: Rainer Michel, Alt-Bensberger Bilderbuch, Gronenberg Verlag 1982.

Die Leitung der Bauarbeiten hatte im Auftrag der Stadt Bergisch Gladbach Jürgen Kurz. Der 53-Jährige ist seit 1989 als leitender Beamter tätig und beaufsichtigte u.a. bereits den Bau des Stadttunnels in Bergisch Gladbach und die Offenlegung der Strunde am Konrad-Adenauer-Platz. Bei der Verwirklichung des Verkehrsbauwerks begeisterte ihn besonders die fantasievolle, enge Kooperation mit dem Direktor NRW der Firma Züblin, Eckhard Klement und den Architekten Christian Schaller und Leif Asmus. Dadurch wurde es – trotz relativ später Entscheidung des Rates der Stadt über den Bau der Tiefgarage – möglich, die Betriebsräume umzuplanen und so aus dem Sichtfeld der Zugangstreppe herauszunehmen. Der Blick beim Zugang ist damit ungehindert frei sowohl auf die Ebene der unterirdischen Haltestellen als auch auf die säulenfreien Parkdecks.

Die Baumaßnahme - Das Verkehrskonzept

Die Herstellung - Vortrieb

Ausbau - Bergmännischer Tunnel

Haltestelle

Tiefgarage

 

 

Mit modernen Niederflur-Stadtbahnwagen nach Bensberg

Mit der Eröffnung des Bensberger U-Bahn-Tunnels wird Bergisch Gladbach Von einer Stadtbahn angefahren, die zu den modernsten Fahrzeugen im Fahrzeugpark der Kölner Verkehrs-Betriebe gehört. Die Niederflur-Stadtbahnwagen, die das Ost-West-Teilnetz von Frechen bis Porz, von Junkersdorf - demnächst von Weiden aus - bis nach Bensberg bedienen, repräsentieren die modernste Fahrzeuggeneration. Von den Fahrgästen werden diese Bahnen vor allem geschätzt wegen des stufenfreien Betretens, denn der Boden dieser Fahrzeuge liegt auf dem gleichen Niveau wie die Bahnsteige. Kein Klettern, kein Steigen von Stufen sondern ein müheloses Betreten der Fahrzeuge. Nicht nur Gehbehinderte, Mütter mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder Fahrgäste mit Gepäck profitieren davon, auch der ganz normale Fahrgast weiß diese Bequemlichkeit zu schätzen.
Das Kölner Bahnsystem entwickelt sich seit den siebziger Jahren von einem Straßenbahn- zu einem Stadtbahnsystem. Erst in den nächsten sieben Jahren werden die letzten alten Straßenbahnen ersetzt durch eine neue Fahrzeuggeneration hochfluriger Stadtbahnwagen, wie sie bereits in einer Stückzahl von über 160 im Nord-Süd-Netz verkehren.
Dass dennoch Ende der achtziger Jahre bei der Stadt Köln und der KVB der Entschluss gefasst wurde, ein Niederflur-Teilnetz einzurichten, lag an der technischen Entwicklung, die plötzlich kleine Motoren, Platz sparende Drehgestelle sowie Einzelradantrieb und ähnliches ermöglichte. Obwohl damit mindestens für ein Dutzend Jahre ein dritter Fahrzeugtyp in Köln ins Netz gesetzt wurde, entschloss sich der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrs-Betriebe 1991 für das neue Betriebs- und Linienkonzept, dass das Niederflur-Teilnetz in Ost-West-Richtung für die Stadtbahnlinien 1, 2, 7 und 9 vorsah. Damit konnte in nur wenigen Jahren ein beträchtlicher Teil des Netzes in einer für den Kunden äußerst komfortablen Weise ausgebaut werden.
Bereits mit Einsatz der ersten Niederflur-Stadtbahnwagen Ende 1995 auf der Linie 1 wiesen fast alle Bahnsteige eine Höhe von 35 cm auf. Damit ist die Voraussetzung für einen stufenlosen, niveaugleichen Einstieg gegeben. Die ersten 40 Fahrzeuge wurden zwischen September 1995 und Juni 1996 geliefert und in Betrieb genommen. Weitere 40 Fahrzeuge kamen zwischen September 1996 und April 1997 nach Köln. Und als am 19. März 1999 das 120. Niederflur-Stadtbahnfahrzeug bei der KVB in Dienst gestellt wurde, war in einem bis dahin einmaligen Kraftakt ein Investitionsvolumen von ca. 350 Millionen DM umgesetzt worden.
Die Fahrgäste auf den Niederflur-strecken haben das neue Fahrzeug außerordentlich positiv aufgenommen. Das bequeme stufenlose Betreten sorgt nicht nur betrieblich für einen schnelleren Fahrgastwechsel an den Haltestellen sondern überzeugt auch durch seine weiteren Eigenschaften wie gute Durchsicht, große Fensterflächen etc. Bei einer Befragung der Fahrgäste auf der Stadtbahnlinie 9 im Bereich Kalk Kapelle antworteten Mitte 1997 99% der Fahrgäste, dass ihnen dieses Fahrzeug sehr gut oder gut gefalle. Ca. 94 % der Fahrgäste befanden, dass nunmehr das Ein- und Aussteigen an den Haltestellen in das neue Fahrzeug sehr gut gelöst sei. Die KVB ist überzeugt, dass auch die Kunden aus Bensberg den Komfort der modernen Fahrzeuge künftig noch mehr werden schätzen können, wenn sie im neuen Verkehrsbauwerk unmittelbaren Anschluss finden an die Omnibuslinien der Region oder mit wenigen Schritten im Parkhaus oder in der Fußgängerzone sind.