Auf Mikrofilm gespeichert


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Historischer Wert als Quelle zur Geschichte von Alltag und Wirtschaftsleben

■ Mit Unterstützung des Bergischen Handelsblattes konnte das Stadtarchiv fehlende Ausgaben ergänzen und seinen Zeitungsbestand komplettieren. Verlagsleiter Udo Waldau (links) übernimmt die entsprechenden Archivbände vom Leiter des städtischen Archivs Dr. Albert Eßer. Foto: sch-Foto

Bergisch Gladbach (ra) - Auf Initiative des Stadtarchivs Bergisch Gladbach sind sämtliche Ausgaben des bergischen handelsblattes von der ersten Nummer aus dem Jahre 1969 bis zum Ende des Jahres 2005 auf 62 Mikrofilmrollen aufgenommen worden, ebenso die Ausgaben des bergischen sonntagsblattes.
Die Ausgaben des Wochenblattes haben insbesondere als Quelle zur Geschichte des Alltags und des Wirtschaftslebens in Bergisch Gladbach und im Rheinisch-Bergischen Kreis historischen Wert. Anzeigen und redaktionelle Beiträge geben Auskunft über die Entwicklung der Mode und des Geschäftslebens, spiegeln aber - vielfach in Sonderveröffentlichungen -auch besondere Ereignisse wie Stadtteilfeste, Vereinsjubiläen, Sportereignisse oder den rheinisch-bergischen Karneval wider. Auch die lokale Kultur fand im bergischen handelsblatt ihren Niederschlag - zu Beginn der 1990er Jahre sogar in einer gemeinsam mit dem Bergisch Gladbacher Kulturamt herausgegebenen Sonderbeilage unter dem Titel „kultur total".

Die allererste, Ostern 1969 erschienene Ausgabe des Handelsblattes stellte in einem Leitartikel den Sinn und Zweck dieses Anzeigenblattes in den Zusammenhang städtischer Entwicklungsprobleme, die auch heute noch vertraut klingen: Von den Schwierigkeiten, „in denen Städte am Rande einer Großstadt heute stehen", ist da die Rede und vom „kulturellen und geschäftlichen Sog der Großstadt", der „ein Eigenleben nur schwer aufkommen" lasse. Als lokales Medium wollte das Handelsblatt die „Bewusstseinslage" in Bergisch Gladbach ändern und das kommunale Leben im Rheinisch-Bergischen Kreis stärken.
In der haltbaren Form des Mikrofilms sind die Zeitungen als lokalgeschichtliche Quelle
- wie bereits die Ausgaben der Bergischen Landeszeitung und des Kölner Stadtanzeigers
- für die Zukunft gesichert
Die Mikroverfilmung des lokalen Wochenblattes war nur deshalb möglich, weil das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse in Dortmund diese regionale Geschichtsquelle als verfilmungswürdig betrachtete und in das von ihm finanzierte Verfilmungsprogramm aufnahm. Insgesamt verfügt das Stadtarchiv Bergisch Gladbach nun über fast 1.200 Mikrofilmrollen historischer Lokal- und Regionalzeitungen, von denen die älteste das Kreisblatt für Mülheim und Sieg aus dem Jahre 1843 ist.
Auch eine Geschenkidee für Geburtstage macht die Verfilmung alter Zeitungen möglich: Von den Mikrofilmen bietet das unter der Rufnummer 0 22 02/ 14 22 12 erreichbare Stadtarchiv individuell angefertigte Rückvergrößerungen an, die den ersten Lebenstag des Beschenkten in lokalen Presseberichten wiedererstehen lassen.

■ Ostern 1969 erschien die allererste Ausgabe des Handelsblattes.

Quelle: 
BHB-20070915-S1 (Bergisches Handelsblatt)
Freigabe: 
Pauschal freigegeben (mündlich, Juli 2007) durch Redaktion Bergisches Handelsblatt für alle Artikel bei Nennung der Quelle