VOM MAURERSGUT ZUM KAULERHOF












1844 -1969
125 Jahre
Gastwirtschaft

im ehem. Maurergut

KAULERHOF
a.haasbach
VOM MAURERSGUT ZUM KAULERHOF
Geschichtsbild eines Hofes
Kaule = Kuhle (Einsenkung) auch genannt in der Kuhlen, Kauhlen und Kaulen. 1624 hieß es im" Freyheitsunthertheil auf der Kraule) nach Akten der Freiheit Bensberg. Die Bezeichnung Freiheit Bensberg läßt sich bis auf etwa 1400 zurück verfolgen. Noch viel eher stand bereits eine Burg auf der Bensberger Höhe, für die bereits 1139 Ritter Wicherus de Bensbure bei einem Vermächtnis urkundlich erwähnt wird (Knipping II. Nr. 382 und Opladen: Geschichte der Pfarre Bensberg). Die zum Freiheits-bereich gehörenden Ortsteile von Bensberg sollten als steuerfrei gelten, waren dies aber ebenso wenig wie die Nachbarorte die mit Schatz- und Gewerbesteuern belastet waren. Die Einwohner der Freiheit wurden dazu angehalten dem Burgherrn dem Herzog von Berg die oft recht hohe Herrenpacht oder den Hühnerzins zu entrichten. Kaule galt nun als eine Rodung bergischer Untertanen des Landesherrn der Burg Bensberg. Während das dienstbare Burgvolk sich zunächst um die Burg selbst (das ehemalige alte Schloss) ansässig gemacht hatte, kam die Siedlung Kaule erst bei späterer Ausdehnung der Freiheit zur Entfaltung. Auf die Entstehungsgeschichte der dortigen Höfe kann man nur mit Vermutungen hinweisen. Um 1650 kann man hier mit Sicherheit 3 Güter angeben, nach der Größenordnung 1. Das Maurersgut auf der Kaulen und auf den oder in den Reisern. 2. Das Schmittengut zur Kaule. 3. Das Weidengut (Peter Weiden) zur Kaule. Von den 3 genannten Höfen scheint das Maurer oder Maurersgut das größte gewesen zu sein. Es hat aus mehreren Teilen bestanden wozu auch die Hälfte des Gutes zur Reiser gehörte. Die andere Hälfte des Reisergutes war im Besitz der Kirche zu Bensberg (Rosenwaldgut). Die Katasterkarte Urriss 1827 Bensberg Freiheit Flur 5 gibt die genaue Lage des Hofes hier als Meuresgut an jedoch ohne die Teile die früher dazu gehörten.
Von diesem damals zweifellos bedeutendem Hof aus kann die Geschichte des Kaulerhofes betrachtet werden. Der Eigentümer des :Maurergutes um 1650 war Jahn Curten(Auch Churten später
Curten) der Mawrer auf der Kauhlen, ein bedeutender wie einflussreicher Mann. Die damalige Berufsgattung Maurer bedeutete damals soviel wie heute die Stellung eines Bauunternehmers. Es ist wohl anzunehmen dass Jahn in seinem Leben zahl-
reiche Häuser im Bensberger Raum gebaut hat. Seine Güter in Kaule hat er warscheinlich selbst errichtet. Seine Nachkommenschaft hat Jahn Curten überall gut untergebracht. Der Sohn Thönnes bewohnte das Gut zum Pütz und ist dort 1693 gestorben. Theiss hatte das Gut zur Pöhle und starb 1700. Der gleichnamige Sohn Jahn war Halfmann des Kesselsgutes hinter dem Schloss (so im Kirchenbuch Bensberg 1622-1700) Seine Frau hieß Leisbeth, er selbst war 1679 Kirchmeister zu Bensberg.(Opladen, Bensberg)
Den Kesselshof hatten Ferdinand Herweg und Johann Eschbach
vom Birken gemeinsam übernommen. Die eine Tochter Gretgen hatte Jahn Curten an den Schuhmacher Goddert Keppel auf der Kaulen verheiratet. Zuletzt blieb noch die Tochter Katharina. Sie lernte den Matthias oder Mattheis Marx aus dem Kirchspiel Merheim kennen. Dessen Vater Jacob Marx besaß ein Gut in Thurn. Die Heirat zwischen Matthias Marx und Katharina Curten fand am 20. September 1665 in Bensberg statt(Kirchbuch Bensberg 1622-1678). Das Ehepaar Marx-Curten bezog den Hof an der Kaule , ein Bestandteil des Maurergutes, Eigentum des Vaters Jahn Curten (der spätere Kaulerhof). Damit ist die Existenz des heutigen Kaulerhofes ab 1665 erkennbar. Matthias Marx hatte eine Wollweberei und wird in den Kirchenbüchern immer mit dem Beruf Wüllenweber genannt, zweifellos für den Träger des Namens eine besondere Auszeichnung. Etwa um 1660 stellte man in der. Freiheit Bensberg eine List der Herrenpacht zahlenden Höfe auf. Da wird Johan Mawrer (Curten) mit drei Behausungen genannt. I. In den Reisern, 2. und 3. Auf der Kaule Vom Reisergut sind zu zahlen 9 Schilling, von dem einen Kaulergut 2 Mark, vom 2. Kaulergut 5 Heller (Pachtverzeichnis der Freiheit Bensberg, Vierkotten s. 13-19)
Am 2. Dezember 1666 geschah in Brück nach Beendigung des bergischen Erbfolgestreites eine Huldigung der Untertanen für den Herzog von Berg, woran auch die männlichen Einwohner der Bensberger Freiheit beteiligt waren."Erbhuldigung Liber IV Herrn Philipp Wilhelm Pfalzgrafen bei Rhein, Herzogen in Bayern zu Gülich, Kleve Berg."(Jülich-Berg II2384). es erschienen von Kaule Johann Meurer, sein Sohn Jahn Gurten Westerbott im Kesselshof, seine Schwiegersöhne Mattheiss
Goddert Keppel der Schuhmacher. Auch die Nachbarn vom Schmittengut, Erntgen, Dom und Thönnes waren mit Peter Weiden gekommen. Die Leute von der Freiheit hatten auch die Pflicht dem Burgherrn im Kriegsfalle militärisch beizustehen. Auch Hafer und Hühner mußten an die Burg entrichtet werden.
Hier sei weiter über die Familie des Mattheiss Marx zur Kaule berichtet. Die erste Tochter Katharina wurde am 1. April 1668 getauft. Pate: Der Zollner Jahn Marx zu Merheim und Derich Marx Brauer in Köln auf der Hahnenstraße, Brüder von Matthias. Am 20. Mai 1670 taufte man den Sohn Joannes Theodorus, am 3.Juli 1672 erfolgte die Taufe des Stephanus. 1677 wurde eine zweite Katharina geboren, die Erste war bereits tot. Die letzte Tochter Eva wurde am 19. Januar 1678 zur Taufe gebracht. Als Pate waren zugegen, Theel Eschbach, Scheffe des Obergerichtes zu Bensberg, auch Hofschultheiss des Immekeppeler Lehngerichts ein einflussreicher. und angesehner Mann. (Hofgerichtsprotokoll Kloster Meer) Die Patin war die Frau des Fronhalfen zu Merheim. Mathias hatte anscheinend gute Beziehungen zur Prominenz. Natürlich hatte Marx auch Konkurrenz in seinem Geschäft, denn hinter dem Schloß befand sich noch ein Wollweber Adam.
Am 25. April 1677 starb Jahn Curten Maurer auf der Kaulen zu Bensberg mit heil Sterbesakramenten wohl versehen, ist zu 'Bens-berg beerdigt, so steht es im Kirchenbuch. Die Eintragungen von Pastor Mommerschantz (1660-1707) sind äußerst exakt geführt und mit genauer Angabe des Wohnortes verzeichnet. Aus Kirchenakten geht hervor, daß Curten 1652 Armenprovisor der Kirchengemeinde gewesen ist. Wann Curtens Frau Gretgen gestorben ist, konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Auch die Heirat Jahns ist nicht zu finden, sie muß um 1640 erfolgt sein. Die Traubücher beginnen erst 1659. In einem Grabstätteverzeichnis (Bensberg,Opladen) wird Johann Muhrer auf der Strassen neben dem Kamp genannt, ebenso das Ackersgut unter der Kaulen und das Maurersgut, also 3 Güter in einer Hand.
Mathias Marx wurde Besitzer 'des Gutes an der Kaule. Im Jahre 1675 bekleidete er das Amt des Kirchenmeisters zu Bensberg. Im Sterbebuch Bensberg steht das Mathias Marx auf der Keulen am zweiten Weihnachtstag des Jahres 1701 mit Sterbesakramenten versehen starb. Er hatte noch sieben Messen 'mit Thives Schmitz von Moitzfeld zusammen an der Kirche zu Bensberg gestiftet. Zunächst gab es an der Kaule noch die Erbgemeinschaft
Marx die bis 1709 bestehen blieb. Am 29. September 1708 heiratete Eva Marx den aus der "Diocesanus Leodiensis"(Dekanat
Lüttich)stammenden Erasmus Dupange (auch Dupagne)dessen El,
tern werden im Copulationsbuch als unbekannt angegeben. Am 23. Januar 1709 heiratete Stefan Marx die Maria Scheltens
von der Pöhlen. Eva und Stephan teilten sich den Besitz ihres Vaters in gleichen Teilen. Das Anwesen an der Kaule (Kaulerhof) wurde geteilt, in dem die 3 Gebäude am Wege zur Reiser Stephan Marx erhielt. Die beiden anderen Gebäude, Haus und Stall. (Die heutige Gaststätte) sind dem Erasmus Dupange und Ehefrau Eva Marx zu gesprochen worden. Dupange betätigte sich als Bauer. Zu seinem Besitz gehörten auch Parzellen aus Nachbarfluren. Eine klare Übersicht fehlt mangels geeigneter Zeichnungen. Stephan Marx arbeitete wie sein Vater als Wollweber, sein gleichnamiger Sohn wohnte 1760 "am Valthor".
Dem also im Kaulerhof wohnenden Ehepaar Durange-Marx wurden
7 Kinder geboren. (Taufbuch Bensberg 1724-1770) Joannes 25. Jan. 1711, Anna Gertrud 6. Dezember 1712, Maria Helene 13. Mai 1714, Joannes Erasmus 8. Dezember 1715, Anna Maria 18. Februar 1717, Nikolaus Matthias 20. Juni 1721 und Stephan mit unbekantem Geburtsdatum. .
Im Jahre 1725 ist Dupange als Kirchmeister zu Bensberg tätig.
Der Tod der Eheleute Erasmus Dupange und Eva Marx ist nicht festzustellen da die Sterbeeintragungen von 1724-1770 in Bonsberg fehlen. Nach der Akte 30 des dortigen Pfarrarchivs war unter Nr. 17 eine Messe für das Ehepaar Dupange gestiftet worden. Stephan Marx hatte Kaule verlassen und das Scheltensgut von seinen Schwiegereltern an der Poehlen übernommen. Am 20. Febuar 1751 heiratete Nikolaus Dupange, 29 Jahre alt, die Sibilla Katharina Wylm(Wilm) Tochter des Christopher Wylm und seiner Ehefrau Katharina Welscheid von der Trompetten.
Nikolaus Dupange erbte den Kaulerhof mit zahlreichen Parzellen. Aus späteren Steuerlisten geht hervor, daß es sich um ein Gebiet von über 100 Morgen handelt. An Kindern des Ehepaares Dupange-Willms sind nachzuweisen: Erasmus Johannes getauft 1751, Johannes Stephanus, dessen Pate Nikolaus Bruder Stephan ist, Johannes Erasmus getauft II. Oktober 1758, Pate sein Onkel Erasmus. Wichtigster Erwerbszweig des jetzigen Ehepaares Dupange bildete auch hier die Landwirtschaft.
1760 kam es in der Freiheit Bensberg zu einer Definierung der Nutzungsrechte der Freiheitseingesessenen. Als Deputierten
für diese Belange stellten die Bewohner der Freiheit Bensberg den Stephan Dupange zur Kaulen auf. Stephan lebte als Junggeselle im Hause seines Bruders. Die Rechte erstreckten sich für die Freiheitlichen auf Sprock- und Stockholzsammeln im Königsforst und Frankenforst. Die Eichelernte konnte in den genannten Staatsforsten zugunsten der Schweine genutzt werden. Der Zaun an der Rosenhecke war instand zu halten. Statt Steuern gab es weiterhin Herrenpacht, Pfenniggeld und Naturalleistungen. Bei drohender Kriegsgefahr galt es das Schloss zu verteidigen. An alle diese Übereinkünfte hatte auch der Kaulerhof sich zu halten.(Vierkotten, Die Freiheit Bensberg) Schon 100 Jahre hatten Mattheis Marx,Theel Passbender und Peter Schmitt zur Schmitten sich für die Einhaltung der Rechte und Beseitigung der Mängel in der Freiheit eingesetzt. 1756/57 wählten die Kirchenräte der Pfarre Bensberg Nikolaus Dupange "an der Kuhlen" zum Armenprovisor. Sein Tätigkeitsbereich: Verteilung von Spenden und Armeneinkünften zu Gunsten der Minderbemittelten.(Opladen,Bensberg S. 362) An der Kuhlen beweißt deutlich Nikolaus sitzt als Herr im Kaulerhof. Nikolaus starb noch vor 1770, infolge der Lücke im Sterbebuch Bensberg nicht zu finden. Seine Frau Katharina Willms gestorben 20. Juli 1771 "vidua Dupange". Der Onkel übernahm die gesetzliche Vormundschaft über die noch unmündigen Kinder. Zu dieser Zeit hatten Wilhelm Vierkotten und Anton Steingass die Nachbargüter zur Kaule im Besitz.
Am 21. Juni 1785 ging der 26 jährige Erasmus Dupange die Ehe ein mit der Anna Barbara Marx in der Pfarrkirche zu Merheim. Barbara war die Tochter des Gutbesitzers Peter Marx und der Christine Limbach auf dem Gut zu Langenbrück bei Merheim. Eine Verwandtschaft zu Marx an der Kaulen konnte nicht gefunden werden. Das Ehepaar Dupange-Marx übernahm den Gutshof zu Brück und verpachtete die ererbten Besitzunen zu Bensberg. Das Gut Kaulerhof pachtete der Junggeselle Josef Hammelrath geb. 1765 als Sohn des Bensberger Revierförsters' Wilhelm Hammelrath.
Nach einer Verordnung des Generalgouverneurs Justus Gruner im Generalgouvernement Berg am 16. Januar 1814 mußte eine außerordentliche Kriegssteuer von 3 Millionen Franken eingetrieben werden. Als Basis diente die Grundsteuer. Auch die Freiheit Bensberg wurde herangezogen. Nach diesem Register kann man den Besitz Dupange zu Bensberg genauer bestimmen.
Danach gab es unter der Nr. 120 das Gut am Schlagbaum, Inhaber die Witwe Merthel, Nr. 121 das Gut. zur Kaulen, Pächter Hammelrath, dann das. Gut in den Reisern., Pächter Wilhelm Biers Kierspel und ein Gut verpachtet an Peter Hölzer. Insgesamt 'belief' sich 'der Besitz Dupange 1814 auf über MO Morgen. Damit war dieser als einer der Bestbegüterten der Gemeinde anzusehen. Die Kriegssteuer wurde allerdings den einzelnen Pächtern auferlegt. Klar bestimmbarsind die Eigentumsverhältnisse erst rech der preussischen Feldvermessung von 1827. An Flurstücken sind hier im Besitz des Erasmus Dupange wohnhaft zu Langenbrück
Flur 5 Kaule: In der Kobaswiese, 3 Morgen, Wiese und Ackerland von 4 Morgen in der Wahsenmeisterey, in der Diebeswiesen Wiese von 4 Morgen, im neuen Feld 3 Morgen Wiese und Acker, im Hau
Ackerland von 4 Morgen, in der neuen Wiese 2 Morgen Land. Gutshof am Schlagbaum gelegen, im alten Garten 4 Morgen Ackerland, in der Schmitten I Morgen Wiese. An der Kaule lag die Parzelle 95 in der Größe von I Morgen 59 Ruten 60 Fuß, dann Parzelle 96 Kaulerhofgebäude 33 Ruten 95 Fuß. Weitere Flur-
. stücke lagen in Kaule und Reiserfeld. Das Gut zum Pannenfeld umfaßte 10 Morgen. Parzellen am Büschelsweier, im alten Feld, am. Kettnershau und am Meurersgut beliefen sich auf 10 Morgen. Gesammtbesitz Dupange über 60 Morgen. Im Umriss Katasterkarte 1827 (beiliegende Karte) bringt ‚eine Übersicht über die Kaule den Masstab 1:1875 (1cm 18,7 m) Dabei ergibt sich, daß die Vorderseite des Wohnhauses in Kaule 13 m lang ist. Der Grundriss des Wohnhauses ist ungerade und beträgt etwa 102 qmm
Die rechteckige Scheune umfaßt 70 qm. Hinter Haus und Scheune befand sichder Obstgarten mit .den' verschiedensten Baumarten. Die Nachbarn am Kaulerhof 1830 waren Theodor Hagen und Heinrich Burggräf.
1833 gab es in Kaule eine Besitzveränderung. Am 28. Febuar starb zu Brück Gutsbesitzer Dupange im Alter von 76 Jahren, 3 Jahre nach dem Tode seiner Frau Barbara. Da keine Erben
. da waren kam es zum Verkauf der Güter zu Bensberg, die in den Besitz des Anton Hoven aus Ockhofen gelangten. Damit endete auch das Pachtverhältnis des Josef Hammelrath im Kaulerhof. Für das zu Brück verstorbene Ehepaar Dupange-Marx ist jährlich noch immer eine gestiftete Messe zu lesen. (Pfarrarchiv Bensberg) Pächter des Kaulerhofes wurde jetzt Anton Werheid von Kaule am Pannenfeld gelegen. Hoven als weitab wohnender Gutsbesitzer begann schon in den nächsten Jahren laufend Per-zellenweise Land und Höfe in Bensberg zu verkaufen. 1844
veräußerte Hoven den Kaulerhof mit den Parzellen 95 Obstgarben und 96 Gebäuden, Haus 78 vor dem. Notar Hanf zu Bensberg in dessen Amtsstube an den zu Kaule wohnenden Ackerer Wilhelm. Eschbach 50 Jahre alt. Der Kaufakt ist unterzeichnet am I. April 1844 mit der Kaufsumme von 300 Talern die Eschbach an Hoven zu geben hatte. Mit der Übernahme des Hofes eröffnete Eschbach im Hause eine Gaststätte. Wilhelm Eschbach war am 9. Januar 1794 in Obereschbach als Sohn des Ehepaares Peter
Eschbach (+ 1817) und der Cäcilie Schmitz geboren, heiratete. am r. Febuar 1620 die Anna Sibille Müller aus Eschbach, Tochter des Ackerers Wilhelm Müller und der Catharina Höchst. 1821 wurde dem Ehepaar ein Sohn Wilhelm geboren. Von ihrem ersten Wohnort Kleinbuchholz zogen die Eheleute nach Bensberg wo Frau Sibilla Eschbach 1832 starb.
Am 9. Juli 1833 heiratete Eschbach die in seinem Haus arbei- tende Dienstmagd Sibilla Krieger 39 Jahre aus Hohkeppel gebürtig. Das Gastwirtsgeschäft bildete zunächst noch keine Existenzgrundlage, sodaß Eschbach um Leben zu können noch den Beruf des Bergmanns begann. Sohn Wilhelm junior aus erster Ehe heiratete am 2. Januar 1853 die Catharina Müller aus Welscherheide, Tochter von Willi Müller und Elisabeth Frings. Wilhelm Eschbach junior arbeitete als Tagelöhner, wie er bei der Geburt seines Sohnes Wilhelm 1857 angab.
Die zunehmende Erschließung des Bergwerksgewerbe im Raum Bensberg brachte auch den Gaststätten lebhaften Zuspruch, da viele Bergleute infolge der Verstaubung mit Durst zu kämpfen hatten. So hatte auch der Kaulerhof eine gute Stammundschaft. Am II. November 1861 starb Wilhelm Eschbach senior im Alter von 67 Jahren. Wilhelm junior hatte schon lange vorher den Kaulerhof übernommen. Von dem früheren Grundbesitz gehörten 1866 zum Hof noch die Parzellen 95 Obstgarten und 96 Wohn-und Stallgebäude, dann im neuen Felde die Parzelle 36/1, Acker und Wiese 173 Ruten und 70 Fuß, alles insgesamt etwas mehr als einen halben Morgen. In seinem Stall hielt Eschbach einige Stücke Kleinvieh (Ziegen) die auf den Wiesen weideten.
Die Anzeige auf der vorhergehenden Seite ist eine Kopie aus dem Bensberg-Gladbacher Anzeiger. Im Jahre 1883 kam der Kaulerhof zum Verkauf, die Ursache des Verkaufes ist aus den Katasterakten nicht ersichtlich. Ankäufer wurde der Gastwirt Matthias Herweg auf dem Platz zu Moitzfeld. Die Ehefrau Gertrud Muhr wurde Mitinhaberin. Die Herweg wohnten schon über 100 Jahre in Moitzfeld. Am 18. September 1883 erhielt Herweg eine Vorladung zum Katasteramt Bensberg zwecks Grund-und Gebäudeüberschreibung. Am I. Oktober 1883 hatte Eschbach das Gasthaus geräumt. Pächter wurde der Bäcker Adolf Kraus, 27 Jahre, wohnhaft in Bockenberg, geboren am 16. März 1856 in Obereschbach als Sohn der Eheleute August Kraus und Elisabeth Hohn. Bei Gelegenheit der Kirmes wurde in den Jahren 1887 und 88 sowie 1889 ein festlich dekoriertes Tanzzelt errichtet. 1886 gründete man in der Kaule einen Junggesellenverein, der in den ersten Jahren seines Bestehens zahlreiche Feste im Kaulerhof abhielt. Der Junggesellenverein übernahm auch die Aufgabe das Kauler Kreuz bei feierlichen Anlässen insbesondere Prozessionen festlich her zurichten. Der 1889 gegründete Gesangverein Harmonie war ebenfalls öfterer Gast auf der Kaule. Zur Zeit der Kirmessen zog Adolf Kraus mit seinen selbst hergestellten Backwaren auf die Kirmesplätze. Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges verkaufte Herweg den Kaulerhof an den Kaufmann Anton Strasser aus Bensberg. Die Parzellen 95 und 96 wurden nochmals getrennt, eine weitere Parzelle befand sich noch im alten Feld. Am 9. Oktober 1921 starb Pächter Adolf Krauss im Alter von 65 Jahren, den Gastwirtsbetrieb führte seine Frau weiter. 1932 wurde der Holzhändler Fritz Strasser Eigentümer des Kaulerhofes. Von ihm erwarb 1938 Hubert Kraus den Hof. Die über 100 Jahre alte Scheune wurde abgerissen und an ihre Stelle der jetzige Saal errichtet, dazu kam 1954 noch eine Kegelbahn.
Quellenangabe zur Geschichte des Kaulerhofes
Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
Akte Jülich-Berg II :Nr. 2384
Personenstandarchiv Nordrhein Schloss Brühl. Kirchenbücher der Pfarre Bensberg
1624-1809 Taufen, 1648-1809 Heiraten, 1659-1724 1770-1809 Sterbefälle
Standesamt Bensberg Zivilstandregister ab 1809 Katasteramt Bensberg Urrisse und Flurbücher ab 1827
Ruhmreiche Berge April 1929 Beilage der Bergisch Gladbacher Volkszeitung
Johann Vierkotten Die Freiheit Bensberg 1927
Prof. Peter Opladen, Die Geschichte der Pfarre Bensberg.

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