VR-Bank übergibt Stadtarchiv das „Rote Messbuch

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VR-Bank übergibt Stadtarchiv das „Rote Messbuch

VR-Bank übergibt Stadtarchiv das „Rote Messbuch

Das Bergisch Gladbacher Stadtarchiv ist um eine Attraktion reicher: Bewahrt es doch seit kurzem das einzige Faksimile des Paffrather Roten Messbuches auf, das nun allen interessierten Wissenschaftlern zur Einsichtnahme zur Verfügung steht. Bisher wurde der in den 80er Jahren erstellte Faksimile-band in Originalgröße im Tresor der VR-Bank Bergisch GladbachOverath-Rösrath verwahrt. Nach der Entscheidung, das wertvolle Buch ständig archivgerecht aufbewahren zu lassen, übergaben jetzt die Bankvorstände Franz Hardy, Dr. Eric Tjarks und Lothar Uedelhoven das Werk dem Fachbereichsleiter Dr. Lothar Speer und Stadtarchivar Dr. Albert Eßer höchstpersönlich.
Das Rote Messbuch stammt im Original aus dem 15. Jahrhundert und wird im Archiv der Pfarre St. Clemens in Paffrath aufbewahrt. In der frisch erschienenen Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte schreibt der Bonner Mittelalterhistoriker Albrecht Brendler in Bezug auf das Rote Messbuch von einer „einzigartigen, kulturhistorisch besonders wertvollen Quelle", der es zu verdanken sei, dass „wir über die Paffrather Verhältnisse weitaus besser informiert sind als über die Zustände in anderen Pfarreien' Entstanden ist die Pergamenthandschrift nach 1444, als der aus Dortmund stammende Kleriker Konrad Voeghe die Pastorenstelle in Paffrath übernahm und Angaben über Einkünfte, kirchliche Rechtsbestimmungen und über das Nachbarschaftsrecht des Paffrather Fronhofes festhielt.
Die Eintragungen vermitteln einen „Einblick in Religiosität und Frömmigkeitsformen" des Spätmittelalters, „der uns andernorts in Ermangelung von Quellen oft verwehrt bleibt", aber auch in die soll vor allem eins gezeigt werden: Wie kann Unterricht sein? Wie werden Sprachen wie Rus sisch und Englisch erlernt, wie wird Chemie und Mathematik oder auch Gartenbau, Werken und Handarbeit unterrichtet? Und wie ist es, wenn Schüler einer achten Klasse ein Theater stück einstudieren? Zumindest eine Menge Infos und ein Ein blick in das Schulleben sollten garantiert sein. Wer die Adresse noch nicht kennt: Mohnweg 13.


Quelle: 
GLk-200608-S8
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