Am Wegrand - Kreuze in Rhein-Berg: Um ein Kürtener Gedenkhäuschen ranken sich gleich drei Sagen


Andenken an einen Auswanderer
ERINNERN Um ein Kürtener Gedenkhäuschen ranken sich gleich drei Sagen

Kürten. An der Abzweigung, die von Ahlendung nach Oeldorf führt, steht ein aus Feldbrandziegel gemauertes und verputztes Gedenkhäuschen. In der Nische, die durch ein Fenster geschützt ist, befindet sich eine Muttergottes, darüber hängt ein Holzkreuz mit einem Korpus aus Metall.
Der Heimatforscher Werner Lüghausen hat zu dem Denkmal drei verschiedene Überlieferungen zusammengetragen. Ein „Herr Dahl" hat ihm erzählt, dass es um 1800 eine Auswanderungswelle gab. Auch einen Mann namens Irlenbusch zog es von Kürten-Heid nach Amerika. Er hinterließ seinen Verwandten etwas Geld und bat darum, ihm an der Stelle, an der heute das Häuschen steht, einen Gedenkstein zu setzten, damit es ihm in der Fremde gut gehe.
Einer anderen Geschichte zufolge haben Kartenspieler einst den Teufel herausgefordert. Der herbeigeholte Pfarrer beendete das Spiel, woraufhin sich der Teufelgetäuscht sah. Er fuhr mit einem gewaltigen Knall durch das Fenster und landete auf einer Wiese, die seitdem „Teufelswieschen" genannt wird. An der Stelle, wo der Teufel niederfuhr, errichtete man einen Bildstock.
Ebenfalls mit dem Teufel hat eine weitere Legende zu tun. Demnach erkannte der Pfarrer den Teufel in einem Brunnen. Infolgedessen wurde der Brunnen mit einem schweren Stein abgedeckt und darauf ein Kreuz errichtet. Der Bilderstock ist an der heutigen Stelle um 1880 errichtet worden. (lan)

Quelle: 
KStA-20120224