Dialektforscher ist tot


Dialektforscher ist tot
Theo Stockberg wurde 89 Jahre alt
Er war das lebende Gedächtnis der Kürtener Mundart

KÜRTEN. Er war einlebendes Lexikon der heimischen, speziell der Kürtener Mundart. Es gab kaum einen, der in den Feinheiten der hiesigen Dialektlandschaft so bewandert war, keinen, der wie er in den schrumpfenden Kreisen der Platt-Sprecher Autorität beanspruchen konnte, wenn es galt, Streitfragen der Aussprache und Wortbedeutung definitiv zu entscheiden. Er war ein Bewahrer Kürtener Lokaltradition und der engeren Identität des Kirchspiels, das nun einen Verlust zu beklagen hat: Der Kürtener Heimatschriftsteller Theo Stockberg ist am 29. September 2011 im Alter von fast 90 Jahren verstorben.
„In seinem langen Leben hat er Erlebtes und Erlauschtes aus seiner Heimat in vielen ergötzlichen und erbaulichen Geschichten niedergeschrieben und veröffentlicht", würdigt ihn Emil Odenthal vom Gladbacher Mundartkreis des Bergischen Geschichtsvereins zu dessen Säulen Stockberg gehörte. „Menschen und Begebenheiten aus seinem ländlichen Umfeld, vor allem in der „guten alten Zeit", werden geschildert und für die Nachwelt bewahrt."
Im Mundartcafe des Geschichtsvereins in Bensberg war der in Kürten- Sülze aufgewachsene Experte seit dessen Gründung und bis in seine letzten Lebensmonate hinein ein aktiver Gast. Odenthal: „Mit seinen Verzällcher im original Kürtener Platt vermochte er die Besucher immer wieder zu erfreuen." Seine akribischen Untersuchungen, der bergischen Dialekte fanden ihren Niederschlag auch in Beiträgen zum Rheinisch-Bergischen Kalender. Er verfasste Mundarttheaterstücke, gab Platt-Kurse in der VHS und forschte über die Bedeutung von Kürtener Orts- und Straßennamen. Er wird fehlen. (gf)

Quelle: 
BLZ-20111006-s42
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