AM WEGRAND - Kreuze in Rhein-Berg: Sage um klagenden Geist


Sage um klagenden Geist
DENKMAL Das Kreuz zwischen Kohlgrube und Unterbersten

Kürten. Über dem Haupt des Gekreuzigten ist ein Relief von Gottvater gemeißelt, zu Füßen liegt ein Totenschädel, auf dem Sockel ist der Heilige Geist als Taube dargestellt: Das Sandsteinkreuz zwischen Kohlgrube und Unterbersten wurde 1770 aufgestellt, 1990 restauriert. Der 1959 verstorbene Heimatforscher Anton Jux hat eine Sage zu diesem Wegekreuz aufgeschrieben. Demnach stand das Denkmal unter dem im Volksmund so genannten „krausen Baum". Wenn jemand nachts vorbeikam, rief dort eine laut klagende Stimme. „Wo sa'jen loßen?" (Wo soll ich ihn lassen?). Wer das hörte, lief voller Angst davon. Die Nachbarn kamen überein, dass ein beherzter Bursche das nächste Mal die Antwort „wo d'n kräjen häß" (wo du ihn gekriegt hast) geben sollte. Er führte das Vorhaben aus. „Do han ech ald hondert Johr drop gehuet", klang es zurück (da habe ich 100 Jahre drauf gehört). Seitdem wurde die Stimme nie wieder vernommen. Der ruhelose Geist soll ein Bauer gewesen sein, der einen Grenzstein versetzt und ihn zur Strafe 100 Jahre auf seiner Schulter geschleppt hatte. (lan)

Sandsteinkreuz von 1770. BILD: RN

Quelle: 
KStA-20111217