AM WEGRAND Kreuze in Rhein-Berg: Pfarrer nahm Darlehen für Kapelle auf


Pfarrer nahm Darlehen für Kapelle auf
DENKMAL Das Jakobus Kreuz und die Fußfälle in Spitze

Kürten. Ein besonders geschichtsträchtiger Ort liegt an der Straßenkreuzung in Spitze. Die kleine St. Jakobus Kapelle wurde bereits 1663 errichtet. Für den Bau nahm der damalige Pfarrer der Gemeinde Dürscheid ein Darlehen von 50 Talern auf. Links neben der Kapelle befindet sich das „Jakobus Kreuz". In der Muschelnische ist ein Relief des Heiligen zu sehen. „Errichtet von Johann Orth und den überigen Wohlthätern dieser Kapelle 1842", lautet die Inschrift auf dem Sockel des Denkmals. Die sieben Fußfälle, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, stammen von denselben Stiftern. Die einzelnen Stationen zeigen mehrere Darstellungen aus der Passion Christi. Fußfälle waren im gesamten katholischen Rheinland verbreitet. Sieben unbescholtene Jungfrauen sollten an jeder Station ein Vaterunser und ein Ave Maria beten, heißt es in alten Chroniken. Im Anschluss mussten noch bis zu 51 weitere Gebete für Schwerkranke, Sterbende und Verstorbene, aber auch für Soldaten im Krieg gebetet werden.
Sowohl die Kapelle in Spitze als auch das Kreuz und die Fußfälle befinden sich in einem sehr gepflegten Zustand, ein Verdienst der Kapellengemeinschaft. (lan)

Jakobus-Kapelle in Spitze. BILD: RN

Quelle: 
KStA-20111227