SAGENHAFT: Drei Männer wollten den Teufel besuchen


Geheimnis im Keller der Kapelle
SAGENHAFT Drei Männer wollten den Teufel besuchen

Bergisch Gladbach. Die Kapelle in Herrenstrunden hatte einen Keller, der als Aufenthaltsort des Teufels galt. Eines Abends — so erzählt Otto Schell in seiner Sammlung „Bergische Sagen" (1897) — kamen zwei Knechte mit dem erwachsenen Sohn ihres Herrn betrunken an der Kapelle vorbei. Da hatte einer der Knechte die Idee, den Teufel zu besuchen. Die beiden anderen waren einverstanden, so stieg das Trio in den geheimnisvollen Keller hinab. Übermütig rief dort einer der Männer: „Teufel, wenn du Mut hast, dann erscheine uns!" Doch als er den Satz beendet hatte, wurde ihnen Angst und Bange. Erschrocken über das eigene frevelhafte Tun verließen sie den Keller schleunigst. Als sie zurück ins Freie traten, lag vor der Kapelle ein unheimliches großes Tier mit mächtigen Hörnern. Da bekamen die Männer noch mehr Angst. Sie rannten fort, um sich im nahen Haus eines Bekannten in Sicherheit zu bringen. Von dieser Zeit an sollen sie sich nicht mehr getraut haben, dem Teufel einen Besuch abzustatten.
Diese Sage und weitere Geschichte, die im Tal der Strunde spielen, sind zusammengetragen in dem Buch „BachGeschichten —Begegnungen an der Strunde", von Alexander Nix und Joachim Wittwer. Der Band, der die überlieferten Texte mit vielen aktuellen Fotografien vom Strunder Bach, seiner Quelle und der umgebenden Landschaft verknüpft, ist im vorigen Jahr bei der Rass 'schen Verlagsgesellschaft erschienen, ISBN 978-3-940171-11-5; es hat 108 Seiten und kostet 19,95 Euro. (ela)
Das Buch enthält Geschichten und Bilder rund um die Strunde.

Quelle: 
KStA-20111122-s40