Aus einem fast abbruchreifen Fachwerkhaus wurde eine öffentliche Begegnungsstätte


Aus einem fast abbruchreifen Fachwerkhaus wurde eine öffentliche Begegnungsstätte
Ein Schmuckstück im Ortskern
Offen für Vereine und private Veranstaltungen — Aber kein Alkoholausschank

Von unserem Redakteur Hans Kloep
Odenthal — Mitten im Dorfkern von Odentahl ist in aller Stille ein Schmuckkästchen im Rahmen der Ortsmitte-Sanierung fertiggestellt worden: Die „öffentliche Begegnungsstätte", Dorfstraße Nr. 10. Aus einem fast abbruchreifen Fachwerkhaus hat die Gemeinde mit Hilfe aus Mitteln der Städtebauförderung ein einladendes Haus geschaffen, das alle Bürger privat und alle Vereine und Verbände für ihre Veranstaltungen nutzen können. Die ersten Veranstaltungen haben bereits stattgefunden. Die CDU- und SPD-Fraktion haben bereits erklärt, im oberen Stockwerk künftig ihre Fraktionssitzungen abhalten zu wollen.
Die Gemeinde hat alle Verbände und Vereine angeschrieben und sie auf die Nutzung der neuen Möglichkeiten aufmerksam gemacht. Nur zu Privatveranstaltungen (zum Beispiel Geburts- und Namenstage) wurde eine Auflage gemacht: Bei ihnen darf kein Alkohol ausgeschenkt werden.
Im Pfarrheim sind bereits damit schlechte Erfahrungen gemacht worden. Auch möchte die Gemeinde den Gaststätten keine Konkurrenz machen, wie Gemeindedirektor Hans Klein auf Anfrage erklärte.
Die Restaurierung des Hauses hat 320 000 Mark gekostet. 80 Prozent davon werden durch die Städtebauförderung abgedeckt. Bei Beginn der Renovierungsarbeiten war man noch davon ausgegangen, daß das Fachwerk bis zu 80 Prozent erhalten bleiben könne und daß nur 20 Prozent erneuert werden müßten.
Bald zeigte sich aber, daß das Verhältnie genau umgekehrt,nämlich 20 zu 80 lautete. Dadurch erhöhten sich die Kosten erheblich. 450 laufende Meter neues Fachwerkholz wurde benötigt. Dagegen konnte der Gewölbekeller voll erhalten bleiben.
Im oberen Stockwerk, direkt unter dem Dach, befindet sich ein größerer Raum, in dem etwa 30 Personen Platz finden. Im Erdgeschoß sind neben einem kleineren Raum noch eine eingerichtete Küche, Garderobe und Toiletten.
Gemeindedirektor Klein ist sicher, daß das Angebot zur Nutzung des Hauses eine große Resonanz in der Bevölkerung finden wird. „Wir sind jetzt dabei, einen Terminkalender zu erstellen, in dem alle Interessenten notiert werden, so daß es nicht zu Überschneidungen kommen kann."

EIN KLEINOD FÜR Odenthal ist das alte Fachwerkhaus, aus dem eine öffentliche Begegnungsstätte inmitten des Dorfes geschaffen wurde.    Bild: Albert Günther

Quelle: 
KStA-19880406
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011