Altenberg und Voiswinkel gedenken des 800. Geburtstages Engelberts II.


Altenberg und Voiswinkel gedenken des 800. Geburtstages Engelberts II.
Der Hinterhalt im Hohlweg
Sein Herz liegt heute im Altenberger Dom

Von Karin M. Erdtmann
Altenberg — Über den Hohlweg bei Gevelsberg hatte sich bereits die Abenddämmerung gelegt, als am 7. November 1225 Engelbert II., von einer Kirchweihe in Schwelm nach Hause reitend, die Stelle passieren mußte. Der Graf von Berg, Herzog von Westfalen, Erzbischof von Köln und Reichsverweser unter dem Staufenkaiser Friedrich II. wurde in dem einsamen Gelände bereits erwartet: Sein Verwandter Friedrich von Isenburg lauerte mit einer Schar gedungener Mörder im Hinterhalt. Dem „größten Sohn des bergischen Landes" (so die Geschichtsschreibung) hatte die letzte Stunde geschlagen. Mit Messerstichen und Morgenstern-Schlägen wurde Engelbert II. auf brutalste Weise umgebracht.
Seinen Leichnam brachte man zu den Altenberger Mönchen, weil die politischen Wirren eine Überführung nach Köln nicht erlaubten. Später fand er in der Gruft der Kölner Erzbischöfe seine letzte Ruhestätte. Das Herz Engelberts hatten die Mönche vorher aus dem leblosen Körperherausgeschnitten und es in eine Kapsel gelegt, die noch heute im Altenberger Dom ausgestellt ist.
Am Wochenende wird im Altenberger Dom sowie in der Voiswinkler St. Engelbert Kirche der vermutlich 800. Geburtstag des Erzbischofs begangen. Genau weiß nämlich niemand, wann er das Licht der Welt erblickte. Das Geburtsjahr 1185 läßt sich nicht mit letzter Genauigkeit belegen.
Engelbert übte große staatli che und kirchliche Macht aus, setzte sich leidenschaftlich gegen Unterdrückung ein, sorgte stets für die Armen und lud häufig Bettler ein. Für manchen Historiker ist er ein weltlicher Herrscher, der politischen Intrigen zum Opfer fiel. Weil er versuchte, seinen Verwandten Friedrich von Isenburg zur Rechenschaft zu ziehen, weil dieser als Vogt das ihm anvertraute Stift Essen nicht schützte, sondern finanziell ausbeutete, inszenierte dieser einen Mordanschlag.
Zum Gedenken an Engelbert werden am Sonntag, 10. November, im Altenberger Dom zwei Festgottesdienste gefeiert: ein festliches Hochamt (10.30 Uhr), bei dem der Altenberger Domchor die Krönungsmesse von Mozart singt und ein weiteres Hochamt um 17.15 Uhr mit gregorianischem Choral. Danach ist im haus Altenberg ein meditatives Treffen geplant, bei dem Pfarrer Hausdörfer sein neues Buch vorstellt.
Um 10.15 Uhr beginnt in der Voiswinkler St. Engelbert Kirche ein Festhochamt mit dem MGV „Edelweiß" und anschließendem Empfang im Jugendheim. Dort spielt das Bayer-Blasorchester. Ein Basar, eine „Bergische Stunde" am Nachmittag, ein Vortrag des Engelbert-Experten Bernd Fischer (16.45 Uhr) sowie eine Vesper am Abend runden das Programm ab. Samstag, 9. November, starten einige Pfarrangehörige um 18 Uhr zu einer Abendwanderung nach Altenberg.

DIE ERMORDUNG DES ERZBISCHOFS: Engelbert II. wurde in einem Hohlweg bei Gevelsberg von einer Schar gedungener Mörder erwartet.    Repro: Günter Möllinghoff

Quelle: 
KStA-19851109
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011