Im Dom das "Fest des ersten Tones"


Neue Orgel wurde gerichtet
Im Dom das "Fest des ersten Tones"
Land verspricht große Konzerte

Von Annelis Griebler
Altenberg (ag) — Im Bergischen Dom wurde letzten Freitag ein besonderes Fest gefeiert, das Richtfest der neuen Orgel. Die Bauherrin, die „Stiftung Altenberg", hatte nach gutem Brauch dazu eingeladen, _ den Ton gab die noch von einem Gerüstkorsett gestützte „Königin der Instrumente" selber an: Die Domorganisten Paul Wißkirchen und Volker Hempfling spielten kleine Stücke von Bach, Haydn, Mozart und Langlais als Kostproben künftiger Konzertfreuden.
„Optimal"
Wie die Musiker mit dem Klang, so sind die Orgelbauer und -,monteure der Orgelwerkstatt Klais (Bonn) mit ihrer bis jetzt geleisteten Arbeit zufrieden. Ministerialrat Dr. Alfred Albrecht vom Düsseldorfer Kultusministerium bestätigte ihnen: „Sie haben ein Werk geschaffen, das dem Raum optimal entspricht. Es ist fast noch schöner geworden, als wir uns das vorgestellt haben!"
Größte Pfeife: 7,20 Meter Es ist 16,40 Meter hoch, dieses Werk, 6,20 Meter breit, umfaßt 82 Register und 6034 Pfeifen (davon 15 Prozent Holzpfeifen), hat vier Manuale, Trompeteria und Glockenspiel, ermöglicht 256 Setzkombinationen zur Einstellung verschiedener Klangfarben. Das Holz ist Spessart-eiche, in der Farbe dem Chorgestühl angepaßt. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Koppeln sind elektrisch. Die größte Orgelpfeife mißt 7,20 Meter.
Das Gesamtgewicht von 30 Tonnen brachte einige statische Probleme beim Einbau mit sich, ein verfestigtes Fundament mit neuen Stützpfeilern erwies sich als nötig, schwierig wurde es wegen dieser Zusatzarbeiten, den Bau-Zeitplan einzuhalten.
Daß dies trotzdem gelang erklärte Montageleiter Günter Schumacher den Gästen beim Richtfest mit den einfachen Worten: „Wir haben an dieser Orgel sehr gern gearbeitet."
1,2 Millionen
Die Kosten für das „Jahrhundertwerk Altenberger Orgel" werden vorerst noch und vorbehaltlich der Endabrechnung mit 1,2 Millionen angegeben. Die Finanzierungslast verteilt sich auf verschiedene Träger: Mit der Gründung der durch die Bayer AG Leverkusen geförderten Stiftung Altenberg im Jahre 1976 als selbständige Stiftung privaten Rechtes ist in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium des Landes (als Eigentümerin des Domes), dem Erzbistum Köln, der Evangelischen Kirche Rheinland und den beiden örtlichen Pfarrgemeinden Altenbergs „eine neue Form des Mäzenatentums gefunden worden". Daß in den Orgelfonds der Stiftung auch der Altenberger-Dom-Verein durch eine Spendenaktion den stattlichen Betrag von 100 000 DM einbringen konnte, ist — so Ministerialrat Dr. Albrecht als Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Altenberg — „das eigentlich Phantastische an der Sache". Denn: „Es beweist, wie sehr sich die Bevölkerung des Bergischen Landes mit ihrem Dom identifiziert."
Von internationalem Rang Albrecht versprach als Gegenleistung: „Mit seiner neuen Orgel wird der Altenberger Dom eine Aufführungsstätte für Orgelkonzerte von internationalem Rang werden. Dies ist auch der Wunsch der Landesregierung."
Die feierliche Einweihung und Übergabe der neuen Dom-Orgel ist vorgesehen für den 20. April 1980, zwei Wochen nach Ostern. Bis dahin werden noch Dekorationen angebracht, der Unterbau wird vervollständigt, die Empore gebaut. Vor allem aber gehen die Intonateure an ihre Arbeit der Abstimmung der Register-Klangfarben aufeinander und auf die Raumarchitektur.
Intonation steht an
Die Intonation dauert bei einem Instrument der Altenberger Größenordnung normalerweise zweieinhalb Monate, ist aber auch temperaturabhängig: Sollte der bevorstehende Winter auch nur annähernd so kalt werden wie der vorige, gibt es wahrscheinlich Verzögerungen. Das Kuratorium der Stiftung Altenberg einigte sich also mit der Orgelwerkstatt Klais darauf, die Intonationsphase großzügig zu bemessen, um „an einer bedeutenden Stelle schließlich ein Instrument zu präsentieren, das musikalisch und technischen allen Anforderungen genügt".

IM APRIL 1980 soll das „Jahrhundertwerk" feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Die neue Dom-Orgel mißt 16,40 Meter in der Höhe und 6,20 Meter in der Breite, umfaßt 82 Register, hat 6034 Pfeifen und wird -- nach vorläufigen Berechnungen — mehr als 1,2 Millionen DM kosten.

Quelle: 
KStA-19791029
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011