Im Jahre 1894 wurde der Altenberger Domverein von Maria Zanders gegründet


Im Jahre 1894 wurde der Altenberger Domverein von Maria Zanders gegründet
Auch mit 90 immer noch aktiv
Jahreshauptversammlung gut besucht — Uneingeschränkte Bedeutung — 2575 Mitglieder

Von unserem Redakteur Arthur Lamka
Altenberg — Auf neun Jahrzehnte seines Bestehens und Wirkens kann der Altenberger Domverein zurückblicken, der 1894 von der Bergisch Gladbacher Fabrikherrin Maria Zanders mit großem persönlichen Mut und Einsatz gegründet wurde. Daß er auch in der Gegenwart eine uneingeschränkte Bedeutung für Altenberg hat und unvermindert aktiv ist, dokumentierten die Berichte über die Tätigkeit des Vereins bei der Jahreshauptversammlung. Sie hatte im 90. Jahr einen besonders starken Zuspruch von nah und fern und erhielt durch ein Orgelkonzert von Zisterzienserpater Dr. Gabriel Hammer und die Anwesenheit von Abt Dr. Thomas Denter (Marienstatt) mit einem anspruchsvollen Vortrag über „Zisterzienser heute — Tradition und Anspruch" im Dom ein dem Jubläum angemessenes hohes und würdiges Niveau.
Renate Zanders, die Vorsitzende des Altenberger Domvereins, widmete dem voriges Jahr verstorbenen Altenbergforschers Dr. Justus Bockemühl ein ehrendes Gedenken, das auch durch eine noch zu edierende Schrift zur Geschichte der Stifter Altenbergs manifestiert werden wird. Und sie ehrte in dieser Versammlung den verdienten Freund und Förderer Altenbergs, Professor Dr. Herbert Grünewald Leverkusen. Mit besonderem Dank an die Gemeinde Odenthal, das Land Nordrhein-Westfalen, den Landeskonservator, an Behörden und Institutionen, würdigte die Vorsitzende die umfangreichen Arbeiten und Leistungen in und für Altenberg.
So die neue verkehrsberuhigte Zone in ihrer ansprechenden Gestaltung, sie habe großen Anklang gefunden. Unter finanzieller Beteiligung des Verkehrsvereins hat die Gemeinde Odenthal mit der Anpachtung einer landwirtschaftlichen Fläche weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation in Domnähe eröffnet. Entlang der Umgehungstraße wird Altenberg jetzt durch einen Rad-Fußweg zusätzlich erschlossen und die Parksituation Altenbergs durch einen Wanderparkplatz am Schöllerhof verbessert.
Die ADV-Vorsitzende begrüßte weiter das Vorhaben der Gemeinde der Restaurierung weiter Teile der Klostermauer, die sonst vermutlich verloren gingen. Die Ausgrabung 'im Bereich der alten Burg Berge und der ersten Klosterniederlassung mit ihren Ergebnissen, Dokumentationen und einer Ausstellung auf besondere Initiative von Landrat Dr. Konrad Kraemer im Kulturausschuß der Landschaftsversammlung fand beim ADV ebenso starke Beachtung wie die Bemühungen des Aktionskreises Altenberg e.V. um den Küchenhof und seine Pläne.
Innerhalb der ehemaligen Abteikirche machte die Restaurierung von sechs Fenstern große Fortschritte. Auch zur Bauunterhaltung ( Staatshochbauamt-)wurden 1983 notwendige Maßnahmen durchgeführt und vom Land auch finanziert. Renate Zanders: „So dürfen wir uns glücklich schätzen, daß der Eigentümer des Dorns und seine zuständigen Behörden auf der Hut sind, daß alle Schäden am Dom rechtzeitig erkannt und beseitigt werden.
Aber auch wir können mit dazu beitragen, daß der Bergische Dom uns erhalten bleibt, indem wir wachen Auges erkennbare Schäden rechtzeitig melden". Dem Dom und seinem Zyklus von 70 Glasgemälden im ehemaligen Kreuzgang über Bernhard von Clairvaux, die nach der Säkularisierung in alte Welt verstreut wurden, wird der ADV mit seiner neuen Jahresgabe ein einzigartiges Denkmal setzen.
Die Vorsitzende appellierte im Interesse der sehr kostenaufwendigen Herausgabe an die Solidargemeinschaft aller Mitglieder: das Werk wird die Gabe für die nächsten drei Jahre. Die 2 575 Mitglieder werden das Werk, das kurz vorgestellt wurde, entsprechend zu würdigen wissen.
Der Domverein, dessen Vorstand erneut und einstimmig wiedergewählt wurde, unter Zuwahl von Rektor Winfried Pilz (Haus Altenberg) für Justus Bockemühl, erwarb im Zusammenhang mit seinen Bestrebungen zur Dokumentation Altenbergs ein neues, eindrucksvolles Altenberg-Bild von Professor Paul Magar (Bonn), das eigens aus einer Ausstellung nach Altenberg gebracht und in Anwe senheit des Künstlers von Dr. Alfons Biermann, dem Leiter des Rheinischen Museumsamtes, vorgestellt wurde.
Biermann skizzierte Weg und Lebenswerk Magars und interpretierte die Ausdruckskraft und geistige Spannweite auch am Beispiel des Bildes vom Altenberger Dom, der hier mit den Augen des Gegenwartskünstlers gesehen wird: „Stets sind seine Werke beinahe religiös verinnerlicht."

EINSTIMMIG WIEDERGEWÄHLT wurde der Vorstand des Altenberger Domvereins unter der Vorsitzenden Renate Zanders (Mitte) bei der Jahresversammlung in Altenberg: (von links) Hans Wolfgang Zanders, Hans Heider, Dr. Hans Joachim Franke, Renate Zunders, Arno Paffrath, Pater Dr. Gabriel Hammer, Baron von Thümmler als Vertreter für Prinz zu Sayn Wittgenstein. Zugewählt wurde Rektor Winfried Pilz (nicht im Bild).    Bild: Albert Günther

Ein Herz für den Altenberger Dom
Prof. Grünewald Ehrenmitgliedschaft verliehen

Von unserem Redakteur Arthur Lamka
Altenberg — Für seine unschätzbaren Verdienste, die er sich um den Altenberger Dom erworben hat, wurde Professor Dr. Herbert Grünewald (Leverkusen), Aufsichtsratsvorsitzender der Farbenfabriken Bayer AG, zum Ehrenmitglied im Altenberger Domverein ernannt. Außerdem erhielt er die seltene Gedenkmünze, die Nachprägung eines Silberdenars mit den Namen Graf Adolf von Bergs und Erzbischofs Konrad von Hochstaden, von dem es nur zwei Originale auf der Welt gibt.
Die Ehrung Grünewalds wurde im Rahmen der gut besuchten Jahreshauptversammlung des Altenberger Domvereins im Altenberger Kapitelsaal vollzogen. Die Vorsitzende des ADV, Renate Zanders (Bergisch Gladbach), sagte in ihrer Laudatio: „Der Domverein hat in Professor Grünewald einen außerordentlichen Freund Altenbergs erkannt. Mit seiner Hilfe und derjenigen der Bayer AG wurde die Beschaffung und der Einbau einer neuen Domorgel ermöglicht. Er errichtete die Stiftung Altenberg zu Gunsten der Belange Alten-
bergs im weitesten Sinne. Er hat seit 1974 auch durch die Bayer AG den Altenberger Domverein in großzügiger Weise gestützt und gefördert."
Die ADV-Vorsitzende wies darauf hin, daß in der nunmehr 90jährigen Geschichte des Vereins die Ehrenmitgliedschaft nur neunmal verliehen worden ist: 1894 an die Gründerin Maria Zanders, an Geheimrat Nasse, Oberpräsident der Rheinprovinz, 1907 an Oberpräsident Dr. von Schorlemer, 1910 an Staatsminister Dr. Freiherr von Rheinbaben, 1915 an Olga und Anna Zanders, 1964 an den Altenbergforscher Dr. Hans Mosler, 1965 an Kultusminister Professor Dr. Paul Luchtenberg, 1968 an Karl Eckert, einen weiteren großen Alten-bergforscher, 1969 an Dr. I.W. Zanders, den langjährigen ADV-Vorsitzenden und 1971 an Domführer Eugen Heinen. Von allen in den 90 Jahren Geehrten lebt niemand mehr. Das neue Ehrenmitglied bedankte sich galant bei der Vorsitzenden Renate Zanders und dem ADV-Vorstand für die Auszeichnung. Sein Herz wird auch in Zukunft für Altenberg und seine Belange schlagen.
EINE SELTENE EHRUNG wurde Professor Dr. Herbert Grünewald (Leverkusen) zuteil: der Altenberger Domverein ernannte ihn wegen seiner außerordentlichen Verdienste um Altenberg zum zehnten Ehrenmitglied in der 90jährigen Vereinsgeschichte. Außerdem erhielt er aus der Hand der Vorsitzenden Renate Zunders die ebenso selten verliehene Gedenkmünze.    Bild: Albert Günther

 

Quelle: 
KStA-19841002-rn21
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011