In Anfangszeiten des OHG — Gymnasium besteht 25 Jahre


Im Hinterzimmer der Gaststätte unterrichtet
In Anfangszeiten des OHG — Gymnasium besteht 25 Jahre

Von unserem Redakteur Wilhelm Becker
Bensberg — Eine „Jubiläums-Festwoche" veranstaltet das Otto-Hahn-Gymnasium ab Samstag, 8. September, zum 25jährigen Bestehen. Sie beginnt um 11 Uhr mit einem Festakt in der Zentralhalle der Schule. Gleichzeitig wird eine Ausstellung junger Künstler eröffnet, die als Schüler das Otto-HahnGymnasium besuchten.
Die Gründung der Otto-Hahn-Schule tellt ein Paradebeispiel für die Dauerrivalität der Nachbarstädte Bergisch Gladbach und Bensberg dar, die erst durch die vom nordrhein-westfälischen Landtag zum 1. Januar 1975 vollzogene Zwangsfusion beendet wurde. In einer informativen Festschrift zum Schuljubiläum wird daran erinnert, daß aus Bergisch Gladbach im Jahre 1964 die Anregung zur Gründung eines Gymnasiums in gemeinsamer Trägerschaft beider Städte kam. In Gladbach gab es zu jenem Zeitpunkt bereits das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium und das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. In Bensberg existierte das Albertus-MagnusGymnasium. Neben den vorhandenen altsprachlichen und neusprachlichen Gymnasien sollte nun das Gymnasium in gemeinsamer Trägerschaft als mathematisch-naturwissenschaftlicher Schultyp konzipiert werden, um ein möglichst weit gefächertes lokales Bildungsangebot zu schaffen.
Aus der gemeinsamen Trägerschaft wurde — laut Festschrift wegen „der damit verbundenen rechtlichen Probleme" — jedoch nichts, und der Bensberger Stadtrat beschloß am 15. Juli 1964 einstimmig, beim Kultusminister die Neugründung eines zweiten eigenen Gymnasiums zu beantragen. Nach der ministeriellen Genehmigung im Dezember 1964 wurde bereits zu Ostern 1965 der Schulbetrieb mit 36 Schülern aufgenommen. Einerseits geringes Interesse an einer mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichteten gymnasialen Schulbildung, andererseits großer Andrang am neusprachlichen Alb ertus-MagnusGymnasium, unter dessen Regie das neue Gymnasium zunächst betrieben wurde, veranlaßten die Stadt Bensberg 1968 zur Erweiterung der Schule durch Angliederung eines neusprachlichen Zweiges. Zuvor schon war es durch Initiative des späteren Bensberger Realschuldirektors und Stadtverordneten Günter Sydow zur Einrichtung eines „Gymnasiums in Aufbauform 'für Realschulabsolventen" gekommen, dessen Schüler wegen Unterbringungsschwierigkeiten in Bensberg für ein Jahr am Herder-Gymnasium in Köln-Buchheim unterrichtet wurden. Später kam dann noch ein mathematisch-naturwissenschaftlicher Aufbauzweig hinzu.
Als die Otto-Hahn-Schule 1968 im Bensberger Progymnasium und in der ehemaligen Moitzfelder Volksschule eigene Gebäude und gleichzeitig eine selbständige Schulleitung erhielt, bestand sie aus drei, kurz darauf gar aus vier verschiedenen gymnasialen Schultypen. Erster Schulleiter wurde Dr. Heinrich Sauerwald. In den folgenden Jahren stiegen die anfangs stagnierenden Schülerzahlen stark an. Raumprobleme gipfelten darin, daß eine Klasse vorübergehend im Hinterzimmer einer Gaststätte unterrichtet werden mußte.
Als ein Neubau zur Unterbringung der Schule unausweichlich war, war gerade die politische Diskussion um die Einrichtung der Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen und um verschiedene Formen der neuen Schulart —additive, kooperative und integrierte Gesamtschule — voll entbrannt. Unterschiedliche Inhalte wurden auch auf die Bauform übertragen. Die einen propagierten Kompaktbauten mit innenliegenden, zum Teil fensterlosen Fachräumen, die anderen aufgelockerte, lichtere Gebäudeansammlungen. Schließlich fiel in Bensberg die Entscheidung zugunsten des heutigen „Schulzentrums Saaler Mühle", in dem Realschule und Gymnasium 1973 zwar selbständig untergebracht wurden, aber zu besonderer Kooperation aufgerufen waren.
Die Namensgebung „OttoHahn-Gymnasium" (1969) führte mit zur Übernahme der Patenschaft über die Schule durch die Firma Interatom. Auch dieser Akt erfolgte nicht ohne längere öffentliche Diskussion, standen doch auch Einstein und Kopernikus als Na menspatron zur Debatte. Über Details der Diskussion wie auch über die im Lauf der Jahrzehnte sich ändernde pädagogische Konzeption einschließlich der am OHG gescheiterten Orientierungsstufe wird ebenfalls in der Festschrift zum 25jährigen Bestehen informiert.

Eine Woche Festprogramm

Das Programm der Jubiläumsfestwoche des Otto-HahnGymnasiums wird nach dem Festakt am Samstag, 8. September, um 11 Uhr, in der Zentralhalle des Schulzentrums an der Saaler Mühle mit einer Theater- und Tanzaufführung am Sonntag, 9. September, um 20 Uhr, fortgesetzt.
Montag, 10. September, musizieren ab 19 Uhr verschiedene Bands ehemaliger Schüler. Dienstag, 11. September, wird um 11.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Kirche Kippekausen veranstaltet. Am „Schulwandertag"    (Mittwoch, 12. September) fahren Schüler und Lehrer mit einem Sonderzug an die Mosel.
Donnerstag, 13. September, um 19.30 Uhr, steht ein Konzert des Schulchors auf dem Programm; Freitag, 14. September, wird als Aktionstag für „Spiel und Sport" rund um die Otto-Hahn-Schule gefeiert, und zum Abschluß sind für Samstag, 15. September, ab 19 Uhr neben Schülern, Lehrern und Eltern auch Ehemalige und Freunde des OHG zum „Großen Schulball" in die Zentralhalle des Schulzentrums an der Saaler Mühle eingeladen.    wb

Quelle: 
KStA-19900906
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011