Bensberger Amtsgericht soll einen Schloßflügel bekommen


Bensberger Amtsgericht soll einen Schloßflügel bekommen
Mitteilung der Landesregierung — Sonst keine weitere Öffnung möglich

Bensberg (al) — Justitia soll in den leerstehenden Südflügel von Schloß Bensberg einziehen! Das hat Finanzminister Heinz Schleußer der FDP-Landtagsabgeordneten Ruth Witteler-Koch auf eine Kleine Anfrage im Namen der Landesregierung mitgeteilt. Das Schloß gehört als Eigentum des Landes in die Zuständigkeit der Oberfinanzdirektion.
Die FDP-Landtagsabgeordnete hatte im Juli wie schon Abgeordneter anderer Parteien in vergangenen Jahren Fragen zur Nutzung und Erhaltung von Schloß Bensberg gestellt und die nicht zutreffende Ansicht geäußert, das Schloß stünde „fast leer" und die belgischen Natopartner nutzten es „nur noch zu einem geringen Teil" als Schule.
Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger" wiederholt berichtet hat, steht lediglich der Südflügel leer, für den sich die Justiz, die Universität Köln und die Fachhochschule Köln sowie die Stadt Bergisch Gladbach interessierten. Sie hatten ihr Interesse beim Regierungspräsidenten bekundet.
Regierungspräsident Franz Josef Antwerpes hatte bereits erkennen lassen, daß der Justiz von allen Bewerbern der Vorzug gegeben würde, im Südflügel das Amtsgericht Bensberg unterzubringen, was nun von der Landesregierung bestätigt wurde. Zu diesem Zweck, so war die Meinung der Belgier, müßten allerdings Zugänge von der Kadettenstraße aus geschaffen werden.
Eine weitere wünschenswerte Öffnung des Schlosses, so die Landesregierung, sei erst nach Rückgabe des Schlosses an das Land möglich. Der Unterrichts-und Internatbetrieb der Belgier im Schloß lasse dies gegenwärtig nicht zu.
Zur Erhaltung des Schlosses , so die Landesregierung, wurden für die Sanierung der Stützmauer 3,4 Millionen DM veranschlagt, für das Dach und die Turmhelme weitere 3,8 Millionen. Der „Kölner Stadt-Anzeiger" hat darüber bereits berichtet. Für die Innenrenovation des Schlosses würden 3,6 Millionen DM verschlagt. Sier könnten frühestens an 1991 bereitgestellt werden.

Quelle: 
KStA-19900921
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011