Ragna Bohne, eine couragierte und hilfsbereite Frau


Ragna Bohne, eine couragierte und hilfsbereite Frau
Engagiert für jung und alt
Rolf Hahn überreichte Bundesverdienstkreuz

Von Hans Kloep
Rheinisch-Bergischer Kreis —„Ragna Bohne ante portas" habe es oft bei den Kommunalpolitikern geheißen, wenn es darum gegangen sei, soziale Aufgaben auf den Weg zu bringen, sagte Landrat Rolf Hahn bei der Überreichung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik im Progymnasium Bensberg. Dieser Ausruf ( „Ragna Bohne vor der Toren" ; lat.) habe nichts anderes bedeutet, als daß hinter dem caritativen Anliegen die Vorsitzende der Kreisgruppe des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV), Ragna Bohne, stehe. Der „Schreckensruf" sei auch Ausdruck des Respekts vor der Arbeit einer Frau, die es verstehe, sich bei Politikern durchzusetzen und hartnäckig ihre Ziele zu verfolgen. Darunter habe in keiner Weise ihr Charme gelitten. Im Gegenteil, man habe ihn immer als Bereicherung politischer Gremien angesehen, auf den man nicht verzichten wolle.
Der Auszeichnung der couragierten und hilfsbereiten Frau wohnten viele namhafte Kommunalpolitiker und Vertreter von Wohlfahrtsverbänden bei. An ihrer Spitze Bürgermeister Holger Pfleger, der im Namen der Stadt Bergisch Gladbach Bohne seinen Dank für ihren vorbildlichen Einsatz im Wohlfahrtsbereich aussprach. Für die Stadtverwaltung war der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Joachim Franke erschienen, für die Kreisverwaltung Sozialdezernent Kurt Schmidt. Der Saal war fast zu klein, um alle Gratulanten zu fassen.
Wie Landrat Rolf Hahn in seiner Laudatio betonte, habe sich die Ausgezeichnete in vielfältiger Weise im sozialen Bereich engagiert. Sie habe als persönlich Betroffene 1970 eine Kindergarten-Elterninitiative gegründet und nach der kommunalen Neugliederung die Einrichtung einer Geschäftsstelle des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands (DPWV) durchgesetzt, deren ehrenamtliche Vorsitzende sie sei.
Unter ihrer Leitung entstand eine Altentagesstätte, die durch ihr unermüdliches Engagement zum Paritätischen Zentrum im Rheinisch-Bergischen Kreis erweitert worden sei. Innerhalb dieser Einrichtung seien dann Projekte der Sozial-, Jugend-und Kulturarbeit sowie vor allem gezielte Altenbetreuung mit Begegnungsstätte und Angebote zum Behinderten- und Seniorensport entstanden.
Ein weiterer Schwerpunkt ihres Wirkens bilde von jeher die Jugendarbeit. Durch ihre Mitgliedschaft im Jugendwohlfahrtsausschuß des Kreises und der Stadt sowie als Vertreterin der Wohlfahrtsverbände habe sie manche Akzente in der Jugendhilfeplanung gesetzt. Die Gründung der Gesellschaft für Sozialarbeit „Progymnasium Bensberg" sowie des Fördervereins für Lokalfunk im Bergischen Land, „Bergische Welle", trage ihre Handschrift.
Gruppen aus dem „Progymnasium" unterhielten mit Sketchen und anderen Darbietungen die rund 200 Gratulanten. Aus der Seniorengruppe überreichte ein Verehrer von Ragna Bohne eine Spielzeuglokomotive als Symbol dafür, daß sie im Kreis die Lokomotive des sozialen Zuges sei.
Ragna Bohne selbst äußerte, eigentlich ein gestörtes Verhältnis zu solchen Orden zu haben. Ob im Karneval oder sonstwo: es würden eigentlich zuviele vergeben. Sie habe ihn nur deshalb angenommen, weil zu wenig Frauen mit solcher Ehre bedacht würden und um die Gelegenheit zu nutzen, einmal die Arbeit ihres Verbandes vor einem kompetenten Kreis darzustellen und um künftige Vorhaben vorzutragen.
Auch das dargebotene Buffet, so wurde betont, stamme nicht aus Mitteln des DPWV, sondern sei die Spende eines ungenannten Wohltäters. So konnte jeder ohne Gewissensbise in die Häppchen beißen.

MIT VIEL RESPEKT vor der Leistung Ragna Bohnes übergab ihr Landrat Rof Hahn das Verdienstkreuz am Bande. Im Hintergrund Kreistagsabgeordnete Maria-Theresia Opladen MdL und Bürgermeister Holger Pleger.    Bild: Albert Günther

Quelle: 
KStA-1990-nr298-rn12
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011