Progymnasium Bensberg - Ein Haus für alle


Progymnasium Bensberg - Ein Haus für alle

Am 17. April 1907 wurde das für 70000 Goldmark gebaute Bensberger Progymnasium eingeweiht. Nach fast. 80 Jahren steht dem alten Gebäude nun die zweite Einweihung bevor: Am 13. und 14. Juni wird das alte Progymnasium als neues Zentrum freier Sozial- und Kulturarbeit eröffnet.
Träger des Projektes ist der, Verein „Progymnasium Bensberg eV, Gesellschaft für Sozialarbeit im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV)".
Dem DPWV Rhein-Berg gehören 30 Mitgliedsorganisationen an, davon 17 Tagesstätten für Kinder, neun Vereine der Behindertenhilfe, einige Freizeit-, Kreativitäts- und gesundheitsorientierte Vereine.
Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt ist der DPWV Träger der Sozialstation Bergisch Gladbach, deren Anlaufstelle im Progymnasium zu finden ist. Auch die Geschäftsstelle des DPWV sowie die Zweigstelle des Paritätischen Bildungswerkes befindet sich in dem für 1,7 Millionen Mark renovierten Gebäude.
Im Erdgeschoß 'findet die Altentagesstätte mit ihrem Informations- und Weiterbil-' dungsprogramm ein neues Domizil. Gleichzeitig wird hier ein stationärer Mittags-tisch angeboten. Die Altentagesstätte ist an sechs Tagen in der Woche geöffnet, täglich mindestens fünf Stunden.
Im Untergeschoß bieten zwei Werkräume zusätzliche: Möglichkeiten für Keramik, Batik und Seidenmalerei. Im Keller lädt auch ein Jugendcafé ein, in dem kleine Kunst-und Fotoausstellungen, Musikveranstaltungen oder auch Lesungen geplant sind.
Außerdem steht der Raum für Arbeitsgemeinschaften im Jugendbereich zur Verfügung., Sämtliche Räume sind übrigens behindertengerecht gestaltet. Auch ein Aufzug wurde im Rahmen der Neugestaltung eingebaut.
Im ersten Obergeschoß ist eine Werkstatt für Behinderte entstanden. Hier stehen moderne, mit Micro-Computern ausgestattete Büro-Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Tätigkeitsbereiche umfassen Buchführungsarbeiten für Vereine und ' Betriebe, alle Arten der Textverarbeitung, sowie eventuell auch Mikroverfilmung. Zuständig für den Werkstattbereich sind die „Gemeinnützige Werkstätten Köln", GWK.
Ergänzt wird der Arbeitsbereich durch eine Trainingswohnung für Behinderte im zweiten Obergeschoß, wo fünf körperbehinderte Jugendliche in einer Wohngemeinschaft selbständiges Leben erlernen sollen. Tagungs- und Vortragsräume sowie Besprechungszimmer, die von interessierten Vereinen und Organisationen genutzt werden, können, runden das Angebot ab.
Bei der Renovierung konnte der Trägerverein, der das Gebäude für 50 Jahre von der Stadt gemietet hat, auf zahlreiche Spenden zurückgreifen.
Die Firma Paul Schwamborn, Refrath, stellte kostenlos Abfall-Container vors Haus, die Firma „Interatom" führte die gesamte Elektro- und Installationsplanung zum Nulltarif aus und die Firma „telenorma" spendete die gesamte Telefonanlage für das Progymnasium. Auch die handgemachten Kacheln im Küchenbereich wurden gespendet.
Stark engagiert haben sich auch die Belgier. Die Abschlußklasse des belgischen Gymnasiums legte beim Ausbau der Behindertenwohnung Hand an und die Pioniere aus Dellbrück halfen unter anderem bei der Entrümpelung des Hauses.
Die Belgier werden nun auch im neuen Haus zum Zuge kommen: Das Vlaams Aktiekomitee Duitsland (VAD) wird neben einem Treffpunkt auch Raum für kulturelle Veranstaltungen bekommen.
Zur offiziellen Einweihung am Freitag, 13. Juni, 16 Uhr, werden unter anderem NRW-Minister Reimut Jochimsen, Bürgermeister Franz Heinrich Krey sowie Landrat Dr. Konrad Kraemer erwartet.
Samstag, 14. Juni, steht dann ab 11 Uhr ein „Tag der offenen Tür" auf dem Programm — mit Werkangeboten zum Mitmachen, Pantominen sowie einer Disko. Schulrat Cüppers unterrichtet an diesem Tag wie zu Kaisers Zeiten.

NEUER BLICKPUNKT In der Schloßstadt: Progymnasium.

RENOVIERT wurde das alte Schulgebäude.

Quelle: 
KStA-19860612-beilage
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011