100 Jahre Kirchweih St. Nikolaus, Bensberg


100 Jahre Kirchweih St. Nikolaus, Bensberg
Eine Gönnerin stiftete das Geläut

Bensberg hat Emilie Schmitz viel zu verdanken — In der Weyerburg lebte die Wohltäterin
Vor einigen Jahren sollte sie noch abgerissen werden, die Weyerburg, alt-herrschaftliches Patrizier-Haus an der Bundesstraße 55. Dann aber entdeckten die Bürger ihr Herz für das geschichtsträchtige Gebäude und nun strahlt es wieder in frischem Glanz, als „Dominante" des Wohnparks Weyerburg, dessen Herzstück sie quasi ist. Altehrwürdige Bausubstanz in einen modernen Komplex eingebettet. Für Bensberg nicht eben untypisch.
In diesem Haus lebte einst –und das rechtfertigt diesen Beitrag in diesem Zusammenhang – eine große Gönnerin Bensbergs und eben der Kirche St. Nikolaus: Emilie Schmitz.
Sie hatte sich durch Spenden in beträchtlicher Höhe um die Stadt verdient gemacht und Bensberg in ihrem Testament als Universalerben eingesetzt.
Emilie Schmitz ist es, der die Bürger die Vollendung des Turms an der Pfarrkirche St. Nikolaus verdanken. Mit der damals ungewöhnlich hohen Summe von 27000 Mark griff die Protestantin (!) im Jahre 1883 dem Kirchenvorstand bei seinem Vorhaben unter die Arme.
Noch einmal 3439 Mark schoß sie für das Geläut des Gotteshauses zu. Eine Gedenktafel an der Kirche erinnert an das segensreiche Wirken von Emilie Schmitz.
Als die 84jährige im Jahre 1891 starb, hatte sie die Stadt Bensberg als Universalerben ihres beträchtlichen Vermögens eingesetzt. Unter dem Namen Emilien-Stiftung wurde das Vermächtnis den Armenkuratoren unterstellt und von ihnen zur Linderung von Not und Armut in der Stadt verwandt.
Noch ein Bauwerk ist in Zusammenhang mit Emilie Schmitz zu erwähnen. Der Emilienbrunnen an der Schloßstraße. Als Zeichen der Dankbarkeit und um den Namen der großherzigen Gönnerin nicht in Vergessenheit geraten zu lassen war er von der Stadt Bensberg gestiftet worden. Nachdem der kleine Brunnen jahrelang, bedingt durch die Bautätigkeit, ein Schattendasein gefristet hatte, wurde er jüngst von der Stadt wieder auf Vordermann gebracht und strahlt nun – wie auch das Wohnhaus der Frau, der er seinen Namen verdankt – in frischem Glanz.
Geschichte begegnet einem in Bensberg, wie man sieht, auf Schritt und Tritt.
In der Weyerburg ist heute übrigens eine Schule untergebracht. Die Wirtschaftsschule Küster – sie ist im Auftrag des Arbeitsamts tätig – nutzt das markante Gebäude als Nebenstelle (der Stammsitz der Schule ist Solingen).

IM MEER DER DÄCHER ist die Weyerburg leicht zu übersehen. Das schloßähnliche Haus ist jedoch an seinem charakteristischen Türmchen leicht zu erkennen.

DIE GROSSE GÖNNERIN Bensbergs, Emilie Schmitz, lebte in diesem, vor dem Abbruch bewahrten Haus: Der Weyerburg. '

Quelle: 
KStA-19860712-rnV-beilage
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011