Noch einmal auf die Schulbank


Mit Pauken und Trompeten wurde das Progymnasium von den Bürgern am Wochenende im Sturm erobert
Noch einmal auf die Schulbank
Das Angebot an Aktivitäten fand Anklang

Von Karin M. Erdtmann
Bensberg — Mit Pauken und Trompeten wurde am Samstag der „Tag der offenen Tür" im Bensberger Progymnasium ein- geleitet. Das Fanfarenkorps Sand zog vom Schloß durch die Innenstadt bis zum neugeschaffenen Zentrum für freie Kultur-und Sozialarbeit, um im Treppenhaus des einstigen Schulgebäudes Aufstellung zu nehmen.
Danach ging es Schlag auf Schlag: Die Besucher fanden Werkangebote zum Mitmachen, der Pantomime Zbigniew Kus zeigte Kindern und Erwachsenen, wie man sich schweigend zu verstehen geben kann und Schulrat a.D. Carl Cüppers schickte die Vorstandsmitglieder des Trägervereins und des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV) auf die Schulbank. Das Progymnasium wurde so in seiner ursprünglichen Bedeutung noch einmal zum Leben erweckt.
Umfangreiche Renovierung
Was nach den umfangreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten in den historischen Mauern entstanden ist, davon konnten sich die Besucher am Samstag ein Bild machen. Vom Jugendcafé im Keller, das an diesem Tag vom Verein „Frauen helfen Frauen" betrieben wurde über die noch einzurichtende Behindertenwerkstatt im erstem Obergeschoß bis hin zur ausgebauten Mansarde standen den Interessenten alle Türen offen.
Trägervereins-Vorsitzende Ragna Bohne und Geschäftsführerin Helga Meyer konnten über mangelnden Anklang wahrlich nicht klagen, und die Mitgliederder Altentagesstätte hatten alle Hände voll zu tun, die zahlreichen Gäste zu bewirten. Auch ein Team der ARD-Fernsehlotterie, die einen maßgeblichen Abteil an der Finanzierung hatte, zog es an diesem Tag in die Schloßstadt. In einigen Monaten soll ein Film über den Umbau des Progymnasiums über die bundesdeutschen Bildschirme flimmern.
Neben den zahlreichen Aktionen sowie den Info-Ständen diverser Organisationen stand der von den Gemeinnützigen Werkstätten Köln (GWK) eingerichtete normgerechte Computer-Arbeitsplatz im Mittelpunkt des Interesses. Im Progymnasium sollen, wie Klaus-Peter Ringes (Mitglied der GWK-Geschäftsführung) erklärte, im Endausbau bis zu 18 Arbeitsplätze für Behinderte entstehen. Bewerber, so Ringes, gebe es bereits reichlich. Derzeit kämen auf jeden zu schaffenden Arbeitsplatz drei Interessenten. Wunschtermin für die Eröffnung der Werkstatt ist für alle Beteiligten der Herbst dieses Jahres.
Nachdem am Freitag Heinz Hahnel (Violoncello), Walter Schreiber (Violine) und Professor Walter Meuter (Kontrabaß) für eine klassische musikalische Umrahmung der Einweihungsfeier gesorgt hatten, ertönten am Samstag vornehmlich moderne Klänge in den alten Mauern. Höhepunkt war hier am Abend eine Disko mit „Walldorf Astoria". Zwei Mitarbeiterinnen des städtischen Jugendamtes warben in diesem Zusammenhang für die „TOP-Aktion" und servierten Mix-Getränke ohne Promille.

PANTOMIME IM PROGYMNASIUM: Zbigniew Kus spielte beim Tag der offenen Tür mit Kindern und Erwachsenen. Bild: Albert Günther

Quelle: 
KStA-19860616-rn10
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011