Bundespräsident verlieh Heinz Poick Bundesverdienstkreuz


Bundespräsident verlieh Heinz Poick Bundesverdienstkreuz
Im Dienst von Sport und Menschen
Ehrung in Landesturnschule

Von unserem Redakteur
Arthur Lamka
Bergisch Gladbach — „Er hat ihn wirklich verdient" — darüber herrschte Einmütigkeit, als Landrat Dr. Konrad Kraemer dem Leiter der Landesturnschule und Geschäftsführer des Rheinischen Turnerbundes, Heinz Poick den Staatsorden, das Bundesverdienstkreuz am Bande, am Jackett befestigte. Auf Vorschlag des Präsidenten des Landessportbundes, des früheren NRW-Ministers Dr. Willi Weyer hatte der Bundespräsident es ihm für seine Verdienste um Staat und Gesellschaft verliehen.
In der Landesturnschule an der Paffrather Straße hatte sich aus Anlaß der feierlichen Ordensverleihung viel Pominenz aus Stadt und Land versammelt, darunter Sportbund-Präsident Weyer, RTB-Präsident Hans Gerd Hasley, OPD-Präsident Dr. Neuhoff als „Vize" und die Repräsentanten der Stadt mit Bürgermeister, Stadtdirektor, dem Ersten Beigeordneten und Sportamtsleiter und nicht zuletzt des heimischen Sports.
Zahlreiche Ehrenämter
Dem Sport hat Heinz Poick schließlich sein Leben geweiht: als Geschäftsführer des RTB, als Organisator unzähliger Sportveranstaltungen auf allen Ebenen, in ehrenamtlichen Funktionen als Geschäftsführer für sportliche Sozialwerke, als erfolgreicher Arbeiter in zahlreichen Sport-Ausschüssen und nicht zuletzt als Motor des Seniorensports und TurnzeitungsRedakteur — ganz abgesehen davon, daß er sich auch noch in seinen heimischen Turnvereinen als Leichtathletik-, Spiel- und Pressewart engagiert hat. Die Landesturnschule an der Paffrather Straße schließlich ist sein großes Lebenswerk.
Der Landrat blickte, Heinz Poicks Engagement zu würdigen, tiefer: Er sei Motor, ein Mann von Initiative, von Ideen, voller Spannung und Tatkraft, begabt auch in der Kunst der Improvisation, wenn es sein muß, um Situationen zu meistern, ein Mensch, der sich Sympathie und Achtung aller erworben habe.
Auf diesen Mann ist der RTB stolz. Präsident Hasley betonte dies in seiner Laudatio: „Verantwortung und Menschlichkeit sind Richtschnur seines Handelns." Was der Macher Heinz Poick für die Menschen und den Sport bewirkt hat, dies zeigte Willi Weyer aus langjähriger Zusammenarbeit auf, insbesondere was den Bau der Turn schule angeht und Poicks Kunst, sie mit Antrag auf Antrag auszubauen. Der Sport-Präsident kapitulierte auch in feierlicher Stunde vor Poicks Hartnäckigkeit und bewilligte im Vorgriff bereits, auch den mit Sicherheit fälligen nächsten Antrag wohlwollend und fördernd zu prüfen. Er hatte richtig gesehen: Heinz Poick nahm ihm sofort beim Wort, er hat schon wieder neue Pläne.
Weyer brach eine Lanze für dessen Tun: nicht allein auf Hochleistungssport komme es an, sondern auf mehr Pflege von Geselligkeit, Breitensport, Gesundheitsförderung durch neue Formen sportlicher Betätigung. Poick und seine Turnschule sind mit Bergisch Gladbach eng verbunden: Bürgermeister Franz Heinrich Krey MdB betonte dies und zeigte sich namens des Rates, der Verwaltung und der Bürger stolz auf diesen Mitbürger. Auch die Stadt, versprach der Bürgermeister, werde alles tun, wenn Pläne eingereicht würden, sie nach den baurechtlichen Gesichtspunkten wohlwollend zu prüfen.
Der Geehrte war dankbar und erfreut über soviel Zuspruch. Aber er blieb sich auch in dieser feierlichen Stunde treu: heiter, gelassen, nur nicht zuviel Feierlichkeit! Sein Dank war getragen von Sorge, Sorge um die Lebensfähigkeit der zahlreichen Vereine, um die Erhaltung ihrer Selbstverwaltung, Sorge um ihre zunehmende Einschnürung durch Verordnungen, Erlasse, Richtlinien. Diese Entwicklung gelte es im Griff zu behalten. Am Ende verschenkte Heinz Poick gar seinen Orden, symbolisch gesehen, Stück für Stück an alle, die durch ihre Arbeit und Hilfe Anteil daran haben.

FEST KLAMMERN SICH KREIS UND STADT an Heinz Poick, den Leiter der Landesturnschule in Bergisch Gladbach. Landrat Konrad Kraemer überreichte das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Bild: Günter Möllinghoff.

Quelle: 
KStA-19970110-rn14
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011