In der alten Taufkirche in Refrath blieb die Zeit stehen


In der alten Taufkirche in Refrath blieb die Zeit stehen

Die alte Taufkirche in Refrath wäre wohl der richtige Ausgangspunkt für eine Reise in die Vergangenheit. Denn wenn man in dem kleinen Gotteshaus steht, durch dessen winzig kleine Rundbogenfenster nur spärlich das Licht fällt, kann man sich vorstellen, die Zeit wäre hier vor rund 1000 Jahren stehen geblieben. Denn schon damals trafen sich hier in dem alten Gemäuer Gläubige zum Gebet. Ebenso wie die
Taufkirche vermittelt auch der alte, idyllische Friedhof, der sich an die Kirche anschließt, den Eindruck von Ruhe und Stillstand.
Warum das kleine Gotteshaus Taufkirche genannt wird, erklärt sich die Sage (so schreibt Dr. Peter Opladen in seinem Buch »Die Geschichte der Pfarre Bensberg«) so: Der jetzt in der Nähe der Kirche vorbeifließende Bach soll früher seinen Lauf durch die Kirche genommen und ein in seinen Boden eingelassenes Taufbecken gespeist haben, in dem nach altchristlicher Sitte durch Untertauchen die heilige Taufe gespendet wurde.
Obwohl die Taufkirche so klein sichert. Die acht lebensgroßen Figuren dürften zum ersten Mal 1612 übertüncht worden sein. Die acht Figuren, so schätzt man, sollen den Kirchenpatron Johannes den Täufer, die Apostel Johannes, Paulus, Petrus, Matthias, Jakobus der Ältere, Philippus und Thomas darstellen.
Die Malerei wird als Arbeit der altkölnischen Malerschule aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts betrachtet. Der wieder erstandene Schmuck gibt der Kirche den Besitz »eines der wertvollsten Dokumente kirchlicher Monumental-Malereien in den Rheinlanden«. Doch im Laufe der Jahre zeigten sich an der Kirche wieder bedenkliche Schäden. Deshalb ist, war sie doch Kirche für einen großen Bezirk im bergischen Raum. Durch denkmalerische Wiederherstellung der Kirche wurde der ursprüngliche Charakter nahezu wieder erreicht. Die Formgebung des wuchtigen Turmes weist auf den Anfang des 11. Jahrhunderts hin. Die Choranlage, die aus dem 12. Jahrhundert stammt, ist nicht die ursprüngliche. Das ergibt sich aus dem Grundriß und den romanischen Ziergliedern. Seit dem Bau einer neuen Kirche, 1860, wurde der 1000jährige Bau der alten Taufkirche, die ein Beispiel für die schlichten, romanischen Landkirchen früherer Zeiten gibt, vernachlässigt. Als dann 1898 ein Sturm den Turmhelm abhob, schien die Kirchenruine dem Untergang geweiht. Doch ein Kreis von Freunden heimatlicher Kultur und Geschichte sorgte 1906 für die Wiederherstellung des kleinen Gotteshauses.
Bei den Renovierungsarbeiten wurden auch die fünffach übertünchten Wandmalerien im Chor aufgedeckt und durch den Kölner Maler Mardenhewer gewurde 1925 der »Verein zur Erhaltung der alten Kirche in Refrath« gegründet. Ihm ist es zu verdanken, daß das Kircheninnere wieder hergestellt wurde, so daß 1926, nach einem halben Jahrhundert, wieder ein Gottesdienst in der alten Taufkirche abgehalten werden konnte.

Quelle: 
BHB-1980xx03-49