Förderverein für Lokalfunk „Bergische Welle" gegründet


Verein steckt seine Ziele ab
Förderverein für Lokalfunk „Bergische Welle" gegründet — Vorsitzende R. Bohne

Von unserem Redakteur Hans Kloep
Rheinisch-Bergischer Kreis — Ein weiterer Radioverein im Rheinisch-Bergischen Kreis ist unter dem Namen „Bergische Welle — Förderverein für den Lokalrundfunk im Bergischen Land" im Progymnasium Bensberg gegründet worden. Einstimmig, bei drei Stimmenthaltungen, wurde Ragna Bohne (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband) von den anwesenden 22 Gründungsmitgliedern als Vorsitzende gewählt.
Gleichberechtigte Stellvertreter wurden Dr. Franz Josef Allelei (Kindergarteninitiative Kürten-Eichhof) und Dieter Flammang (Medienpädagoge und Arbeitsloseninitiative). Beisitzer wurden Hanne Kremin (Waldorfförderverein) und Mustafa Karakilic (Ausländerbetreuung und Mitglied des Ausländerbeirats in Bergisch Gladbach).
„Vernünftige Basis"
Ragna Bohne, die im Auftrag einer Gruppe von sozialpolitisch interessierten Kreisen zur Gründungsversammlung eingeladen hatte, erläuterte die Zielvorstellungen des Fördervereins für den Lokalrundfunk. Sie machte deutlich, daß ein Förderverein nur beschränkte Einwirkungsmöglichkeiten auf eine noch zu gründende Veranstaltergemeinschaft habe, deren Verbreitungsgebiet noch festgelegt werden müsse. Sie könne sich vorstellen, sagte sie weiter, daß sichder Rheinisch-Bergische Kreis, der Oberbergische Kreis und die Stadt Leverkusen zusammenschließen, um eine wirtschaftlich vernünftige Basis für den Betrieb eines Lokalrundfunks zu bekommen.
In der Diskussion wurde die Frage gestellt, ob es sinnvoll sei, im Rheinisch-Bergischen Kreis neben dem bereits gegründeten Verein „Lokaler Rundfunk Bergisches Land" (wir berichteten) einen zweiten Förderverein zu gründen. Frau Bohne und der SPD-Politiker Dr. Jürgen Wilhelm (als Vorsitzender des Rheinisch-Bergischen Kulturkreises) erinnerten daran, daß der schon gegründete Förderverein „Lokaler Rundfunk Bergisches Land" laut seiner Satzung eine andere Aufgabenstellung habe als der Förderverein „Bergische Welle".
Während sich der erste Verein mit dem Ziel, eine eine Veranstaltergemeinschaft zu gründen, gebildet habe, wolle der neue Verein Einfluß auf die Programmgestaltung des Lokalfunks nehmen, indem er von den heimischen Verbänden und Vereinen selbst hergestellte Sendungen anbiete. Es sei auch an die Einrichtung von Seminaren für Vereinsmitglieder gedacht, um sie mit den Medien vertraut zu machen.
In der Versammlung wurde darauf verwiesen, daß der Geschäftsführer des Vereins „Lokaler Rundfunk Bergisches Land" in seiner letzten Versammlungdeutlich gemacht habe, daß sein Verein seine Aufgabe als erledigt ansehe, weil seine Satzung nicht mehr konform mit der letzten Fassung des Landesrundfunksgesetzes sei.
Von den 22 Gründungsmitgliedern des Vereins „Bergische Welle" kamen 14 Vertreter aus Vereinen, acht waren Privatpersonen. Vom Vorsitzenden von „Haus und Grund" , Toni Krämer,wurde gefordert, die Gründung des neuen Rundfunkvereins zu vertagen, damit über einen Beitritt in den Vereinsvorständen beraten werden könne. Als die Mehrheit der Versammlung dies ablehnte, verließ Krämer die Versammlung.
Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehören unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, der Malteser Hilfsdienst, der MGV Eintracht Gronau, der Arbeitskreis soziale Minderheiten (AKSM), „Frauen helfen Frauen", der Rheinisch-Bergische Kulturkreis, „Sport für betagte Bürger", der Verband der Karnevalsvereine für den Rheinisch-Bergischen Kreis im Bund deutscher Karneval, der Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner Deutschland, Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis (VdK).

Quelle: 
KStA-19870429-rn13
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011