Ehrenbürger Dr. Ulrich Müller-Frank 70 Jahre alt


Ehrenbürger Dr. Ulrich Müller-Frank 70 Jahre alt
Stadt hat ihm viel zu danken
Politischen Stil geprägt — Mit Humor

Von unserem Redakteur Arthur Lamka
Bensberg — Den alten Römern an Rhein und Mosel, so scheint es, hat Dr. Ulrich Müller-Frank manches abgeguckt. Wer wie er sein Refugium in der einstigen römischen Provinz an der schönen Mosella gesucht und gefunden hat, wo er aus 2000 Jahre alten Holzpfählen einer römischen Moselbrücke kunstvolle Schnitzereien fertigt, der sieht viele Dinge sicherlich eher wie ein antiker Philosoph, nämlich mit Gelassenheit. „Ich bin heiteren Gemüts" , hat er seine Lebenseinstellung einmal selbst beschrieben. Heute, am 3. August, wird er 70.
Seine rheinisch-latinische Lebensphilosophie hat fraglos viel dazu beigetragen, daß man ihm dieses Alter nicht ansieht und anmerkt. Dabei gehört er einer Generation an, die vom Leben hart gebeutelt wurde, denkt man an die Jahre der Kriegsteilnahme und hart schuften mußte, um aus den materiellen und geistigen Trümmern des Krieges etwas Neues zu bauen. Sowohl im Beruflichen wie im Politischen. Der Jurist Ulrich Müller-Frank stellte sich selbstlos in den Dienst der Mitbürger, um politisch zu wirken und mitzuwirken an einer neuen, friedlicheren Entwicklung.
An die Spitze seiner Stadt gestellt, hat er als Bürgermeister über fast zwei Jahrzehntefür Bensberg segensreich gewirkt, hat aus der einst selbstständigen Stadt etwas gemacht, hat einen politischen Umgangsstil entwickelt, an dem sich die Politiker immer noch orientieren könnten. Es war, beim Austragen gegensätzlicher Auffassungen, ein immer menschlicher und fairer Stil. Und Humor war auch dabei. Heute, so hat es zuweilen den Anschein, haben die Politiker das Lachen verlernt.
Im Brückenschlagen war Ulrich Müller-Frank groß. Nicht nur von Mensch zu Mensch, von Partei zu Partei, auch von Gemeinde zu Gemeinde und von Volk zu Volk. Er war ein Schmied der deutsch-englischen und deutsch-französischen Beziehungen und Partnerschaften, und die belgischen Staatsangehörigen waren für ihn von jeher Bensberger Bürger.
Beispielhaft
Daß ihn nicht nur die Stadt Bensberg, die neue Stadt Bergisch Gladbach mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet haben, sondern auch Joinville in Frankreich und ihm der belgische König den Leopoldsorden verlieh, die belgische Armee ihn zum Ehrensergeanten ernannte, dies alles unterstreicht sein großes, beispielhaftes mitmenschliches Denken und Handeln.
Er hat gestritten und gekämpft wie ein Löwe, als es um den Erhalt der Selbständigkeit Bensbergs ging. Aber als der große Kampf zu Ende war, der ihn sehr geschmerzt hat, da blickte er nach vorn und bemühte sich nach Kräften darum, daß aus Bensberg und Bergisch Gladbach eine neue Stadt hervorgehen konnte, in der Bensberg und die Bensberger bleiben konnten, was sie waren: Ein Ort mit eigenem Charakter und traditionsbewußten Bürgern. Seine Amtsführung als Kommissar nach der Neugliederung war nicht nur untadelig, sondern wurde von der Regierung hochbelobigt.
Die neue Ära der Stadt hat Ulrich Müller-Frank nicht mehr politisch aktiv begleitet, obwohl das Feld seines bürgerschaftlichen Engagements immer noch weit gesteckt ist. Sein Wort, mag es für manchen auch manchmal unbequem sein, hat Gewicht.
Seine Persönlichkeit genießt größte Achtung und Wertschätzung in weitesten Kreisen, auch wenn er nicht mehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht. Als weiser Mann hat er sich etwas zurückgezogen. Die Stadt weiß, was sie an ihm hat. Deshalb feiert sie ihn am 8. August.

IMMER OPTIMIST: Dr. Ulrich Müller-Frank wird 70 Jahre alt.

Quelle: 
KStA-19870803-rn7
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011