Ein schwarzes Brautkleid für das Museum


Jahreshauptversammlung des Fördervereins
Ein schwarzes Brautkleid für das Museum
Leihgaben und Schenkungen aufgeführt

Von Karin M. Erdtmann
Bensberger — Vom Pferdegeschirr bis zum Waffeleisen, vom schwarzen Brautkleid anno 1905 bis zum Geburtshelfer für Kühe reicht die Palette der Schenkungen und Leihgaben, die das Bergische Museums für Bergbau, Handwerk und Gewerbe im vergangenen Jahr bekam.
Bei der Jahreshauptversammlung des musealen Fördervereins im Bensberger Ratssaal gab erster Vorsitzender Werner Gödderz einen Überblick über die im vergangenen Jahr durchgeführten Maßnahmen. Ende Juli 1986 wurde mit dem Wiederaufbau der historischen Scheune aus Grimberg bei Lohmar begonnen. Die Innenarbeiten sollen bis zum Museumsfest am 2. August beendet sein. Die Baukosten belaufen sich auf rund 100000 Mark. Die Hälfte davon trägt die Stadt, jeweils ein Viertel das Arbeitsamt durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sowie der Förderverein über Spenden. Die Ausstattungskosten in Höhe von 50000 Mark trägt ebenfalls die Stadt.
Das mit Mitteln der Stadt und des Landschaftsverbandes Rheinland sanierte Haus Burggraben 21 konnte in Betrieb genommen werden. Hier wird die Ausstellung „Häusliche Textilherstellung" gezeigt. Der Wiederaufbau des Gronauer Mühlenhofes werde durch die Stadt vorangetrieben, erfuhren die Mitglieder. Mit einem Baubeginn ist nach den Worten von Museumsreferent Dr. Wolfgang Vomm aber erst nach Lösung der Parkplatzsituation um das Bensberger Rathaus zu rechnen.
Durch Spenden konnten 1986 zwei neue Infoblätter herausgegeben werden — zu den Themen „Waffeleisen und Waffelgebäck" sowie „Schulmuseum". Ferner gab die Stadt einen neuen Faltprospekt heraus, und der Förderverein legte einen neuen Werbeprospekt auf. Für dieses Jahr ist die Herausgabe folgender Infoblätter geplant: Lohgerberei, Sattlerhandwerk, Schuhmacherei, Kleidung/Mode, Handarbeit und Wäschepflege.
Ferner ist die Herausgabe eines Katalog-Führers geplant, zu dem die Stadt einen Zuschuß von 17000 Mark gewährt hat.
Zu den wichtigsten Erwerbungen gehören eine Uhrmacherwerkstatt, ein Erntewagen, ein Bandwebstuhl, Teile einer historischen Ladeneinrichtung und Mühlenansichten. An Schenkungen und Leihgaben erhielt das Bensberger Museum unter anderem eine Schuhmacherwerkstatt, Inflationsgeld, eine Küferwerkstatt, eine Wasserpumpe, eine Tischbohrmaschine sowie Pflüge.
Daß das Museum nicht nur zum Hinsehen, sondern auch zum Mitmachen einlädt, beweisen die insgesamt 252 Aktivitäten, die 1986 angeboten wurden. Neben Spinnen und Backen, Dielsägen, Kupferschmieden, Bandweben, Hammerschmieden und Schumacherei erwies sich der Schulunterricht wie zu Kaisers Zeiten als besondere Attraktion. Er wurde insgesamt 134mal in Anspruch genommen.
Für diese Veranstaltungen zahlte die Stadt einen Zuschuß in Höhe von 3000 Mark.
Neben den museumspädagogischen Aktivitäten unter städtischer Regie wurden insgesamt 48 Führungen angeboten und Exkursionen zur Gammersbacher Mühle und zur Feilenhauerei Bosbach durchgeführt. In diesem Jahr ist ein Ausflug zum Freilichtmuseum technischer Kulturdenkmale in Hagen geplant. Das Museumsfest lockte 8611 Besucher an.
Der Förderverein hatte zu Beginn dieses Jahres nach etlichen Neuzugängen 399 Mitglieder, und auch die Besucherzahlen im Museum liegen weiter im Aufwärtstrend. Unter anderem besuchten 387 Schulklassen mit 9401 Kindern das Museum. „Eine bemerkenswerte Entwicklung", die Vomm vor allem auf die Attraktivität des Schulmuseums zurückführt.
Vorsitzender Werner Gödderz, sein Stellvertreter Wilhelm Reulecke und Schatzmeister Dr. Roman Graeff wurden im Amt bestätigt. Dem erweiterten Vorstand gehören jetzt Rolf Cain, Hans-Joachim Schukey, Heinz Gerd Neu, Magdalena Trier, Herbert Stahl, Arthur Lamka, Professor Ulrich Jux, Jürgen Gerusel, Dr. Günther Schlieker und Carl Cüppers an. Dr. Alfons Biermann, Dieter Schmidt und Professor KarlliAugust Lückerath hatten aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert.
Den Abschluß der Versammlung bildete ein DialiVortrag von Dr. Lothar Speer über das Paffrather Rote Meßbuch.

IN NEUEM GLANZ präsentiert sich die alte Scheune aus Grimberg bei Lohmar, die auf dem Außengelände des Bensberger Museums einen dauerhaften Standort gefunden hat. Bilder: Albert Günther

Quelle: 
KStA-19870703-rn14
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011