Straße auf alter KVB-Trasse geplant — Zuschüsse entscheidend


Verkehrskonzept für Refrath und Gronau passierte Fachausschuß - Bürger bekundeten Mißfallen und Zustimmung
Beruhigung und Rückbau soll Millionen kosten
Straße auf alter KVB-Trasse geplant — Zuschüsse entscheidend

Der Rückbau der Dolmanstraße wird, zumal wenn Halbenmorgen/Brandroster sowie in der Auen/Im Beningsfeld mit bezogen werden, einige Millen Mark kosten. Ohne Zu üsse des Landes, die vor zudem zunächst für die Dolmanstraße beantragt werden sollen, 7d die Stadt nichts unternehn. Ob Brandroster/Halbenrgen und In der Auen/Im Benningsfeld in die verkehrsberute Zone unter rechtlichen Gehtspunkten überhaupt eingenden werden dürfen – in der senden Verordnung ist
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nur für „gleichartige" Stra-
    zulässig – muß zunächst einmal von der Stadtverwaltung überprüft werden, chdem die Verwaltung bisher n Standpunkt vertritt, die Einndung sei rechtlich nicht zu;sig. Indessen meinte der SPDrist Folkert Kiepe, die Einbeziehung der beiden Straßenzüge
    Rand des zu beruhigenden :lies sei wohl möglich.
Im Zuhörerraum und auf der npore des Ratssaals gab es WM noch einen freien Platz. offensichtlich bestand die überwältigende Mehrheit der Aushußbesucher aus Einwohnern in Refrath und Gronau. Vor lem die Refrather Zuhörer )art n nicht mit, wenn auch er nen Bei- und Mißfallensbekundungen undungen. Verächtliches Gelächter ertönte, als SPD-Spreher Kiepe meinte, es gebe im zu eruhigenden Raum westlich er K27 nur wenig Durchgangsverkehr.   
Beifall erntete CDU-Sprecher iermann Liebing, als er erneut mit Nachdruck den Bau der
hlußvorlagen der Stadtver altung einstimmig verabschie¬det, teilweise wurden Fraktionsträge per Kampfabstimmung durchgesetzt. Nicht eindeutig sagt werden konnte – dazu fehlt dem Fachausschuß zudem
    Kompetenz – in welchen eitraum all' diese Maßnahmen aktualisiert werden sollen.
Klar wurde, daß die Großprokte zum Teil noch ein bis zwei ihre oder länger auf sich warm lassen werden, wie zum Beispiel der Bau der Lärmschutzwände entlang der Autobahn. )er Leiter des Rheinischen Auobahnamtes Köln, Walter Bolle erläuterte in der Sitzung erste Pläne für Lärmschutz, die aufgrund von Messungen entwickelt wurden.
L286n forderte, weil nur diese neue Straße die Refrather und Gronauer Verkehrsprobleme auf Dauer lösen könne. Die Zuhörer spitzten allerdings auch die Ohren, als SPD-Mann Alfred Schneeloch den Refrather CDU-Sprecher „vor heimischem Publikum" einer „gekonnten Schau" bezichtigte. Liebing habe schon als Vorsitzender des Jugendwohifahrtsausschusses für bestimmte Maßnahmen gestimmt, dann jedoch die Mittel dafür im Finanzausschuß, der fast immer unter Ausschluß der Öffentlichkeit tage, weil kaum jemals ein Bürger dessen Sitzungen besuche, abgelehnt. Selbst bei der Bereitstellung von Haushaltsmitteln zur Verkehrsberuhigung im ganzen Stadtgebiet habe man der CDU, die nur 200 000 Mark bereitstellen wollte, gerade nur 500 000 Mark abringen können, während allein für die am Dienstag beschlossenen Refrather Maßnahmen nicht einmal eine Million Mark ausreichten.

„Bleiregen fällt auf Schrebergärten"
Auf recht wackeligen Füßen steht der Beschluß zum Bau einer neuen Gronauer Umgehungsstraße über die ehemalige Straßenbahntrasse. In geheimer Abstimmung fiel die Entscheidung mit neun gegen acht Stimmen.
Das Projekt 'muß nun zunächst im Planungsausschuß weiterberaten werden. In CDU, SPD und FDP ist man nicht uneingeschränkt für die Straße auf der ehemaligen KVB-Trasse. Die Fraktion der Grünen lehnt sie einstimmig ab, weil sie, so Fraktionsvorsitzender Michael Wittassek, ein klassisches Beispiel dafür sei, wie durch den Bau einer neuen Straße auch neuer Verkehr geschaffen werde.
Wenn „der Bleiregen", so Wittassek, auf die Schrebergärten zwischen neuer Straße und Am Rodenbach (trotz vorgesehenen Schutzwalls von 1,50 Metern Höhe; d. Red.) falle, würden dort die Gärten bald verschwinden; die Betroffenen müßten Schrebergärten auf der Birkerhöhe in Moitzfeld oder in Paffrath pachten, und schon gebe es wieder mehr Individualverkehr.
CDU-Ausschußmitglied Otto Jung, der als Einwohner von Gronau den Standpunkt seiner Fraktion für den Bau der Umgehung Gronaus vertrat, meinte allerdings auch, man müsse noch einer anderen Anbindung an die Mülheimer Straße im Raum Schlodderdich suchen. Die Stadtverwaltung sieht die An- bindung der Planstraße an den Schlodderdicher Weg vor, wodurch erheblich mehr Verkehr an die Kreuzung Mülheimer Straße/Schlodderdicher Weg/ Duckterather Weg herangeführt würde.
Eine größere Mehrheit fand im Zusammenhang mit Gronauer Verkehrsproblemen die Idee eines „Verkehrskreisels" auf den Straßen Gronauer Mühlenweg Hauptstraße, Richard-ZandersStraße und Refrather Weg. In diesem Kreisel, von Otto Jung „magisches Quadrat" genannt, kommt es täglich zu erheblichen Staus. Versuchsweise soll dort Einbahnverkehr eingerichtet werden.

DIE DOLMANSTRASSE DURCH REFRATH verläuft mal breiter, wie an dieser Stelle, mal schmaler. Durch den geplanten 'Rückbau soll die Fahrbahn einheitlich 6,50 Meter breit werden. Neu eingerichtet werden Mittelinseln, Baumscheiben, Baumtore und weitere Einstellplätze, die eine tatsächliche oder zumindest eine optische Verengung der Fahrbahn bewirken.    Bilder Günter Möllinghoff

Quelle: 
KStA-19870205 (Kopie)
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011