Verein kämpft um Erhalt der Denkmäler


Das Kreuz mit den Grabsteinen
Verein kämpft um Erhalt der Denkmäler

Von unserer Redakteurin Stephanie Peine
Refrath — Der Zahn der Zeit nagt an den jahrhundertealten Grabsteinen vor der Refrather Taufkirche. An vielen Kreuzen platzt der Sandstein und der Grünspan hat längst eine unerwünschte Patina gebildet. Cäcilie Kraus-Kolter und Wolfram Bell, Mitglieder des Bürger- und Heimatvereins in Refrath, kämpfen für den Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Steine, deren ältester aus dem Jahr 1449 stammt. Die Grabsteine seien ein Stück Ortsgeschichte, so Bell. Viele Refrather Familiennamen, die heute noch in Refrath vertreten sind, wurden auf den Steinkreuzen verewigt. An der Taufkirche ruhen Verstorbene mit Namen Benningsfeld, Niedenhof, Stachels oder auch Löffelsend und Lustheide.
Schon seit dem neunten Jahrhundert, nach Errichtung der ersten Holzkirche, wurden an der Taufkirche Tote bestattet. Der Kirchhof sei wegen seines Alters, der stilistischen Vielfalt der Grabsteine und seines Umfangs einer der bedeutendsten im Rheinland, beurteilte Bell. 1944 wurde eine Bestandsaufnahme der damals noch 59 Steine erstellt. Seitdem weiß man, daß die ältesten Stücke aus dem 15. Jahrhundert stammen, im 17. und 18. Jahrhundert Steine in der Formensprache des Barock hinzukamen und noch im 19. Jahrhundert einzelne schlichte Grabmale aufgestellt wurden. Doch nun, im ausgehenden 20. Jahrhundert, sei der Zustand der meisten Grabmäler besorgniserregend, bedauert Cäcilie Kraus-Kolter. Während Steine aus Grauwacke nocht recht gut erhalten sind, blättern besonders die Grabmale aus Lindlarer Sandstein.
Das Kreuz mit den Kreuzen hat eine lange Vorgeschichte. Vor etwa zehn Jahren wurden die Steine bereits einmal vom Eigentümer, der katholischen Kirchengemeinde St. Johann Baptist saniert und versetzt. Damals, so kritisiert Kraus-Kolter, sei offenbar um die alten Steine ein Betonbett als Fundament gelegt worden. Der Beton verhindere aber nicht, daß weiter Feuchtigkeit im Stein hochsteige. Ihre Vermutung hat die alte Dame an dem Grabmal ihrer Vorfahrin überprüft. Mit Erlaubnis der Kirchengemeinde grub ihre Familie das Kreuz aus, um den Zustand prüfen zu lassen.
Das Geld fehlt
Für eine Sanierung aber fehlt den öffentlichen Stellen das Geld. „Ich habe das Generalvikariat in Köln, die Refrather Kirchengemeinde und die Obere- und Untere Denkmalbehörde um Finanzen gebeten", sagte Cäcilie KrausKolter. Ohne Erfolg. Auf rund 150 000 Mark schätzt die Untere Denkmalbehörde in Bergisch Gladbach die Sanierungskosten insgesamt. Ein Betrag, der alle Möglichkeiten der Stadt übersteige, so die Verwaltung. Den Stein ihrer Vorfahrin will die Refratherin nun auf eigene Kosten bearbeiten lassen, um ihn vor dem Verfall zu retten. Falls sich keine Sponsoren auftreiben lassen, warten die übrigen 37 Steine weiter auf Rettung.

Seit Jahrhunderten stehen die Grabsteine an der Taufkirche in Refrath. Doch nun drohen sie unwiederbringlich zu verwittern. (Bilder: Arlinghaus)

Cäcilie Kraus-Kolter und Wolfram Bell kämpfen » den Erhalt der Zeugen aus vergangenen Jahrhunderten. Ein Grabkreuz ließen sie ausgraben, um die Schäden am Fundament begutachten zu können.

Auf vielen Steinen ist die Inschrift kaum noch zu entzif fern. Wind und Wetter setzen besonders den Exemplaren aus Lindlarer Sandstein zu.

Quelle: 
KStA-19961123
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011