Beispiel für gute Sanierung — Von Konservator gefördert


Nach den Ferien in Forsbach in neue Klassen
Bergisches Fachwerk soll gerettet werden
Beispiel für gute Sanierung — Von Konservator gefördert

Rheinisch-Bergischer Kreis/ Engelskirchen (gb/sh) — Einen Vorstoß zur Rettung alter bergigischer Fachwerkhausfassaden hat Knut Janzen, CDU-Fraktionsvorsitzender im Engelskirchener Gemeinderat unternommen: Gegen unsachgemäße Sanierungsversuche an Fachwerkhausfassaden sollen seitens der Gemeinde gezielte Maßnahmen unternommen werden. Die in Engelskirchen angestellten Überlegungen sind auch für Gemeinden und Hausbesitzer im Rheinisch-Bergischen Kreis interessant, weil hier im nächsten Jahr ein entsprechender Fassadenwettbewerb stattfinden soll.
Besonders die Vielzahl der Häuser im bergischen Stil habe Ründeroth, das seit der kommunalen Neugliederung zu Engelskirchen gehört, zur „Perle des Aggertales" gemacht und auch die Bedeutung dieser Häuser für den Fremdenverkehr sei nicht zu unterschätzen, hatte Janzen argumentiert Allerdings, so Janzen: „Durch unsachgemäße Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Bausubstanz ist die Attraktivität des Erscheinungsbildes unserer Gemeinde schon stark vermindert worden."
In der Diskussion im Engelskirchener Gemeinderat wurde deutlich, daß sich viele Hauseigentümer aus rein finanziellen Gründen über die erforderliche Baugenehmigung zur Fassadenänderung hinwegsetzenz, um finanziell aufwendige Renovierungsarbeiten zu umgehen. Der Rat beschloß, zunächst eine Aufklärungsaktion zu starten, bevor eine entsprechende Gemeindesatzung erlassen werden soll.
Der Architekt und Kreistagsabgeordnete Dr. Hans W. Mehlau sagte, daß alle Fassadenänderungen zumindest anzeigepflichtig seien, dies sei jedoch viel zu wenig bekannt. Mehlau wies auch auf die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten hin: Der Landeskonservator fördere die Instandhaltung aller Bauten, die unter Denkmalschutz stehen. Bei Häusern, die vor 1840 entstanden seien, sei dies unstrittig. Gefördert würden außerdem Bauten, die zu einer abgeschlossenen Kulturepoche gehören. Möglichkeiten, Kostenanteile zu übernehmen, hätten die Kreisverwaltungen, der Landschaftsverband und alle Gemeinden, die nicht im Ausgleichsstock stehen.
Im oberbergischen Kreis könne alle Hausbesitzer, die etwas an erhaltenswerten Fassaden tun wollen, folgenden Weg beschreiten: Noch im August muß ein Antrag über die Gemeinde beim Kreis gestellt werden. Dazu muß eine -Ubersicht der voraussichtlichen Gesamtkosten beigelegt werden. Vom Kreis wird dann entschieden, welche Baumaßnahmen aus welchen Mitteln gefördert werden sollen. Der Kreis selbst hat im vergangenen Jahr 25000 Mark für solche Zwecke eingesetzt.

EIN WESENTLICHER Faktor des oberbergischen Fremdenverkehrs sind die schönen alten Fachwerkhäuser, die es noch in den Dörfern gibt. Unser Bild zeigt die größte zusammenhängende Siedlung von Fachwerkhäusern in Bruch, Gemeinde Nümbrecht.    Bild: H. Steickmann

675000 Mark hat das Erweiterungsgebäude der Forsbacher Grundschule gekostet, das zum Schuljahresbeginn bezogen werden kann. Damit endet für die Forsbacher Kinder und ihre Lehrerinnen und Lehrer ein jahrelanges Provisorium, in dem zur Linderung der Schulraumnot sogar in Kellerräumen des vorhandenen Schulhauses unterrichtet werden mußte. Der Erweiterungsbau hat vier Klassen, ein Lehrerzimmer, einen Hausmeisterraum sowie verschiedene Nebenräume.    Bild: Günter Möllinghoff

Quelle: 
KStA-19770816-rn15
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011