Seit Jahren existiert ein Modell für das Einkaufszentrum


Seit Jahren existiert ein Modell für das Einkaufszentrum
Doch in der Praxis sieht man keinen Fortschritt
Zunächst wird das Verkehrsaufkommen am Siebenmorgen erfaßt

Von unserem Redakteur Wilhelm Becker
Refrath — Mit einer „umfassenden Verkehrserhebung" der Bergisch Gladbacher Stadtverwaltung im Raum Siebenmorgen/Dolmanstraße (K 27) sollen Verkehrsverbesserungen speziell für das Refrather Einzelhandelszentrum in jenem Bereich eingeleitet werden. Die Stadtverwaltung selbst empfahl dem Tiefbau- und Verkehrsausschuß diesen Beschluß, nachdem von Refrather Stadtverordneten, wie kürzlich berichtet, angeregt worden war, endlich etwas gegen das Verkehrschaos auf der Straße und für die städtebauliche Gestaltung des Refrather Ortszentrums zu tun.
Als das Thema „Gesamtgestaltungskonzept für den Bereich K 27/Siebenmorgen/ Kirchplatz" jüngst in der Sitzung des Tiefbau- und Verkehrsausschusses im Bensberger Ratssaal anstand, äußerte sich der Leiter des städtischen Planungsamts, Günter Klatt, leicht verwundert über die scheinbare Unwissenheit der Antragsteller.
Für diesen Bereich, so Klatt, habe man „sehr früh" (nach der Städtefusion Bergisch GladbachBensberg zum 1. Januar 1975; d. Red.) einen Bebauungsplan gemacht, der noch heute gültig sei. Ebenfalls sehr früh sei im Jahre 1976 im Rahmen des Aufstellungsverfahrens eine öffentliche Bürgeranhörung veranstaltet worden, obwohl damals eine solche Anhörung noch nicht gesetzlich vorgeschrieben war. Als Besonderheit habe man zudem für den angesprochenen Bereich „ein ziemlich teures Modell" bauen lassen.
Das städtebauliche Modell sei das einzige, das bisher für einen Stadtteil außerhalb der Zentren von Gladbach und Bensberg angefertigt wurde. Bei Maßnahmen in den vergangenen Jahren habe sich die Stadtverwaltung an diesen Bebauungsplan gehalten.

"Das absolute Verkehrschaos"
Gleichsam entschuldigend erhielt Klatt auf seinen unterschwelligen Vorwurf aus dem Ausschuß die Antwort, an Ort und Stelle merke man von dem seit Jahren bestehenden Bebauungsplan und daraus hergeleiteten städtebaulichen Maßnahmen so gut wie nichts. CDU-Stadtverordneter Hermann Liebing unterstrich, auf der Straße Siebenmorgen herrsche „das absolute Verkehrschaos."
Schon früher sei angeregt worden, die Straße probeweise als Einbahnstraße auszuweisen. Dieser Anregung, erinnerte sich Liebing, sei nicht gefolgt worden, weil die Verwaltung argumentiert habe, erst müsse der Verkehrsknoten Siebenmorgen/ Dolmanstraße/Vürfels gebaut werden. Der Knoten sei inzwischen fertig.
Klatt korrigierte: Die Straße Siebenmorgen habe nicht auf ihrer ganzen Länge in einer Richtung zur Einbahnstraße gemacht werden sollen, sondern „divergierend", also teilweise in die eine, teilweise in die andere Richtung. Die Zufahrt — und so sehe es der gültige Bebauungsplan vor — zur divergierenden Einbahnstraße solle von der Dolmanstraße aus erfolgen, und zwar über eine Verlängerung der Straße In der Taufe über die Dolmanstraße hinaus bis zur Straße Siebenmorgen.
Die Erwähnung einer Verlängerung von In der Taufe war für Michael Wittassek, Stadtverordneten der Grünen, das Stichwort. daran zu erinnern, daß seine Fraktion gegen eine Verlängerung der Straße In der Taufe sei.
Zur Klarstellung: Wenn sich in jüngerer Vergangenheit Einwohner von Refrath gegen eine Verlängerung der Straße In der Taufe aussprachen, so meinten sie im allgemeinen die Verlängerung in westliche Richtung, zur Straße In der Auen hin, nicht jedoch eine östliche Verlängerung zur Straße Siebenmorgen. Die Befürchtungen der Refrather gegen die Westverlängerungrichten sich gegen weiteren Durchgangsverkehr durch Refrather Wohngebiete, zumal damit auch die Abbindung der parallel verlaufenden Straße Vürfels zugunsten dort angesiedelter Geschäfte im Gespräch ist.
De facto, so die Gegner der Westverlängerung von In der Taufe, würde der heutige Durchgangsverkehr vom Vürfels nur auf die Straße In der Taufe verlagert; die Entlastung der einen, bringe die Belastung der anderen Straße; ein Teil der Einwohner lebe dann ruhiger, ein anderer unruhiger als bisher.
Noch nicht abgeschlossen
Warum bisher im Bereich Siebenmorgen nichts zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und nichts Wesentliches zur städtebaulichen Gestaltung geschah, klang in der Tiefbau- und Verkehrsausschußsitzung andeutungsweise durch: Das nach Aufstellung des Bebauungsplans eingeleitete Umlegungsverfahren zur Neuordnung der Grundbesitzverhältnisse ist noch nicht abgeschlossen.
In diesem Zusammenhang ist der zweite, einstimmig angenommene Beschlußvorschlag der Verwaltung zu sehen: „Nach Vorliegen des Umlegungsplanes, ca. Mitte 1985, ist ein Gesamtgestaltungsplan für den Bereich K 27/Siebenmorgen/Kirchplatz
unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Verkehrserhebung aufzustellen und dem Tiefbau-und Verkehrsausschuß vorzulegen." Der Gestaltungsplan soll die Details, zum Beispiel Anordnung neuer Grundstückszufahrten und Lage von Parkbuchten, enthalten.

Quelle: 
KStA-19850201-rn15
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011