Der Gedenkstein des Förster Lindlar


Der Gedenkstein des Förster Lindlar

Wie immer ist auch in diesem Jahr der Heimatgeschichte Raum in der Festschrift der Refrather St. Hubertus Schützen gewidmet. Diesmal wird die Geschichte vom Gedenkstein des Försters Lindlar erzählt (Quelle: das Buch „Refrath" von Dr. Gerd Müller und Peter Bürling). Am Saalermühlenweg (Waldweg Neufrankenforst-Saalermühle) steht der kleine Obelisk, der zum Gedenken an den am 9.7.1889 von Wilderem ermordeten Förster Peter Lindlar errichtet wurde.
Lindlars Aufgabe war, im Auftrag der Berzelius-Zinkhütte deren Wald- und Wildbestand als Privatförster zu garantieren; eine Arbeit, in der er ganz aufging. Zwei junge Männer, die man des Wilderns (von der damaligen armen Bevölkerung wurde das Wildern nicht unbedingt als Vergehen angesehen) verdächtigte, wurden wenig später verhaftet. Den einen, der „Bösmann" hieß, verurteilte das Kölner Schwurgericht trotz seiner Unschuldsbeteuerungen zu lebenslanger Zuchthausstrafe.
Anfang der dreißiger Jahre kehrt der aus der Haft Entlassene als gebrochener Mann noch einmal nach Refrath zurück, um seine Unschuld zu beteuern, wie er sagte. Der andere wurde mangels Beweisen freigesprochen, er lebte zwar noch viele Jahre, versank aber immer mehr in geistige Umnachtung. Zu einer nützlichen Tätigkeit war er, von ständiger innerer Unruhe getrieben, nicht mehr fähig. Als guter, wenn auch ungelenker Maler, versah er jede erreichbare weiße Wandfläche mit merkwürdigen Figuren.
Der Mord hat damals in Refrath und Umgebung für viel Aufsehen gesorgt. Bis in die Zeit des 1. Weltkriegs wurden ungehorsame Kinder mit dem Wort „der Bösmann kommt" geschreckt.

HERZSTÜCK REFRATHS ist der Kahnweiher. In den Straßen um die idyllisch gelegene Teichanlage feiern die St. Hubertus Schützen wieder ihr großes Fest.

DAS KÖNIGSPAAR 1983-84: Theo und Ute Niedenhof.

Quelle: 
KStA-19840913-rn17
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011