Wasser wird teurer


Wasser wird teurer
Heftige Debatte

Rösrath (bc) — Das Rösrather Wasser wird teurer: Der Rat beschloß am Montagabend mit den Stimmen von SPD, FDP und Grünen eine Erhöhung von 1,50 auf 1,70 Mark pro Kubikmeter. Der Preis gilt ab 1. Januar 1990. Die CDU hatte eine Preissteigerung abgelehnt. Der Entscheidung ging eine temperamentvolle Debatte mit zwei Sitzungsunterbrechungen voraus.
Die Ratsmehrheit bestand außerdem darauf, daß die Gemeindeverwaltung die Investitionen im Wirtschaftsplan des Wasserwerks für 1990 detaillierter beschreibt.
Während die FDP mit Blick auf das 500000-MarkDefizit der Wasserwerke sogar wie von der Verwaltung vorgeschlagen eine Erhöhung auf 1,80 Mark pro Kubikmeter befürwortete, teilten CDU und SPD eine gewisse Form der Skepsis. Beide Fraktionen kritisierten, daß die als Argument für die nötige Erhöhung von der Verwaltung genannten Investitionen nicht genau genug spezifiziert worden seien. Die Jahreabrechnung für 1989 müsse erst vorliegen, bevor man über eine Erhöhung entscheiden könne, hieß es zunächst.
Hans-Peter Eichner betonte, man dürfe die Sparversuche der Bürger nicht mit einer Preiserhöhung „honorieren". Daß das Wasserwerk ein Minus von einer halbe Million Mark habe, sein eine Altlast, die die CDU zu verantworten habe, „jedes private Unternehmen wäre schon pleite gegangen mit einer solchen Bilanz". Die CDU wies dieses Kritik zurück, sprach von „Preistreiberei", man solle die Jahresabrechnung abwarten. Schließlich habe die Erhöhung 1989 schon Mehreinnahmen von 400000 Mark gebracht. Die Grünen meinten, daß ein höherer Wasserpreis zum sparsame Umgang mit dem knappen Gut anrege. Die FDP wollte das alte Defizit abtragen. Nach heftiger Debatte und Versuchen, das Thema zu vertagen, kam dann der Kompromiß zustande.
Über Gemeindedirektor Wolfgang Forschbachs volkstümliche Anmerkung zum Thema lachten nur wenige. Er hatte gesagt: „Nach dem Verwaltungsvorschlag kosten 1000 Liter Wasser 1,80 Mark; zum Vergleich: ein 0,2-Glas Kölsch kostet 1.30 Mark."

Quelle: 
KStA-19891220-rn11
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011