Hotel soll weg für Markt


Baurat Franzen fand die Anregung von Wittrock überdenkenswert
Hotel soll weg für Markt
Kontroverse Auffassungen über die Zukunft der Berufsschule

Von unserem Redakteur Wilhelm Becker
Bensberg (wb) — Den modifizierten Plan zur Sanierung der Bensberger Innenstadt, der, wie berichtet, im wesentlichen ein kleineres, der Topografie besser angepaßtes Kaufhaus beinhaltet, hat der Planungsausschuß im Grundsatz einstimmig befürwortet. Einige Änderungswünsche von CDU und SPD sollen noch überprüft werden. Den weitestreichenden Änderungswunsch äußerte Hardi Wittrock (CDU): Das der Stadt gehörende Hotel „Stadt Bensberg" sollte mit dem benachbarten Kino abgerissen werden, und in der Ebene der Schloßstraße (früher Hauptstraße) einem neuen Marktplatz Platz zu machen.
Bensberger sagen ja
Der neue lnnenstadtsanierungsplan findet auch die Zustimmung der der CDU-Stadtverordneten Günther Sydow und Josef Hermes. Beide hatten erst vor etwa zwei Monaten gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen Josef Sturm und Franz Karl Burgmer den Antrag eingebracht den Bau eines Kaufhauses ganz aus' der Innenstadtplanung zu streichen. Das inzwischen kleiner geplante und organischer sich einpassende Kaufhaus findet nun offensichtlich auch ihre Zustimmung. Ob das Kaufhaus dann tatsächlich wirtschaftlich arbeiten könne, müßten letztlich die Investoren selbst entscheiden, schränkte Sydow ein.
Überdenkenswert"
Überraschend für Stadtbaurat Wilhelm Franzen kam Wittrocks Wunsch zu untersuchen, ob nicht das Hotel „Stadt Bensberg" und das Kino abgerissen und dort ein neuer Marktplatz mitten im Geschäftszentrum angelegt werden könnte. Nach Wittrocks Vorstellungen ließe sich zudem unter der Marktplatzplattform unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles zur Steinstraße ein Parkplatz anlegen. Damit wäre man auch der Lösung des Parkplatzproblems, das in Bensberg besondeis akut ist, ein Stückchen näher gerückt. Franzen meinte, vor gut zehn Jahren habe in Bensberg keiner daran zu denken gewagt, das Hotel „Stadt Bensberg" abzureißen. Der Baudezernent hält den jetzigen Vorschlag für überdenkenswert.
Technik verlegen
Weitere Anregungen der CDU-Fraktion zum modifizierten Sanierungsplan äußerte die Stadtverordnete Ilse Keppel: Man möge untersuchen, ob das „technische Geschoß" des Kaufhauses nicht im Volumen reduziert und vielleicht verschoben werden kann. Es müsse mehr Parkfläche in größerer Nähe zur Innenstadt geschaffen werden.
Vielleicht in einem dritten Bauabschnitt sollten auch mehr Wohnungen in der Bensberger Innenstadt geschaffen werden, damit das Zentrum abends nicht wie ausgestorben wirke. Ilse Keppel forderte zudem „mehr Grün" und eventuell eine Zurückversetzung des geplanten Kaufhauses. Zudem sagte sie: „Wünschenswert wären genauere Zahlen über das, was als Kaufhaus dorthin soll."
Die SPD, deren Änderungswünsche sich zum Teil mit denen der CDU deckten, forderte zudem durch Heide Schneider Maßnahmen, die verhindern, daß auf dem laut Sanierungsplan neu zu schaffenden oberen Marktplatz im Bereich der Engelbertstraße Autos parken können. Die übereinanderliegenden Terrassen mit parkenden Autos wirkten sonst wie „Kaskaden von Blechlawinen". Vorschriften über die Bepflanzung müßten in das Baugenehmigungsverfahren für das Kaufhaus einfließen. Schließlich forderte Heide Schneider, eine von der Schloßstraße zür Engelbertstraße führende „schmale Zick-Zack-Treppe" durch eine breite Freitreppe zu ersetzen. Dahinter steckt die Sorge, daß der Blick auf den Berg mit dein Rathaus, der bekanntlich bereits einmal garantiert zu sein schien, dann aber durch den sogenannten „Riegelbau" an der Schloßstraße erheblich eingeschränkt wurde, optimal erhalten bleibt.
Kritik am Verfahren, wie die Stadtverwaltung den neuen Innenstadtplan in den Planungsausschuß ohne jede Vorinformation einbrachte, übte Reinhard Paas (FDP). Während sich CDU und SPD aus eigener Initiative bei der Verwaltung über den Plan vorher informiert hatten und fraktionsintern die genannten Änderungswünsche erarbeiteten, war für Paas das geänderte Planungskonzept völlig neu. Paas wies die Verwaltung darauf hin, daß sie eine Informationspflicht zu erfüllen habe und nicht von den Fraktionen um Auskunft geben werden müsse.
Marktbeschicker-Protest
Gegen das neue Konzept haben sich im übrigen inzwischen in einem gemeinsamen Schreiben an Stadt- und Kreispolitiker mehr als ein Dutzend Bensberger Wochenmarktbeschicker ausgesprochen.. Die Marktbeschicker: „Wir können den Vorschlag von Herrn Stadtbaurat Franzen nicht akzeptieren, den Wochenmarkt in Bensberg nach Errichtuntung eines Kaufhauses über dessen Obergeschoß anzusiedeln." Der Plan zeuge nicht von besonderer Kenntnis und Berücksichtigung der Probleme des mittelständischen Handels, zu dem die Marktbeschicker „doch wohl auch zuzurechnen sind".
Der Markt müsse im Herzen einer gewachsenen Stadt liegen. Der belebenden Mittelpunktfunktion vermöge ein Wochenmarkt nur zu entsprechen, der „ohne Höhenunterschiede, Umwege und hinderliche Treppen" zu erreichen sei. Die ambulanten Markthändler fordern, den Wochenmarkt in die Fußgängerzone zu legen und den zukünftigen Kaufhauseingang miteinzubeziehen.

Satzung soll Klarheit bringen
Wo das Bauen künftig möglich ist

Bergisch Gladbach (wb) —In einem Satzungsentwurf soll die Stadtverwaltung die im Zusammenhang bebauten Orte und Ortsteile im Stadtgebiet erfassen und diesen Entwurf dann im Planungsausschuß zur Diskussion stellen. Diesen Antrag, der als Anfrage bereits vor kurzem vom CDU-Stadtverordneten Wilhelm Peters an die Verwaltung gerichtet worden war, stellte die SPD-Fraktion in der jüngsten Planungsausschußsitzung. SPD-Sprecherin Heide Schneider erklärte: „Ich freue mich, daß die Verwaltung bereits einen Terminplan vorgelegt." Der Antrag wurde einstimmig akzeptiert,
Zur Begründung ihres Antrags führt die SPD-Fraktion aus: „Soweit die Bebaubarkeit von Grundstücken nicht durch Bebauungspläne klargestellt ist oder durch geplante Bebauungspläne geregelt werden wird, kann nach dem neuen Bundesbaugesetz eine Satzung beschlossen werden, die klar festlegt, ob Bauvorhaben nach Paragraph 34 innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile oder nach Paragragraph 35 als Außenbereich zu beurteilen ist. Diese Satzungen bringen für den Bürger mehr Ubersicht und Klarheit in die Baugenehmi- gungsverfahren und entlasten die Verwaltung von manchen Widerspruchsverfahren. Deshalb ist es ratsam, diese Satzungen sobald wie möglich zu verabschieden."

Quelle: 
KStA-xxxxx
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011