In Refrather Wohngebiet - Es ging um Diskussion des Bebauungsplans

In Refrather Wohngebiet - Es ging um Diskussion des Bebauungsplans

Grün wird von allen verteidigt
In Refrather Wohngebiet - Es ging um Diskussion des Bebauungsplans

Von Sylvia Koppelberg
Bensberg Der Innenbereich im Wohngebiet zwischen Bernard-Eyberg-Straße und Im Beningsfeld in Refrath bleibt grün. Dafür votierte der Planungsausschuß in seiner jüngsten Sitzung, nachdem auch die Mehrzahl der Anwohner sich in der Bürgeranhörung zum B-Plan-Entwurf „Sperberweg" Ende Januar dafür ausgesprochen hatte. Zu der Ausschußsitzung, in der auch der B-Plan-Entwurf „Im Luchsfeld" erneut behandelt wurde, waren aus beiden Wohngebieten eine Reihe von Anwohnern gekommen.
Der Hauptkritikpunkt zum Entwurf für den Bereich Im Luchsfeld war in der Bürgeranhörung der Verlauf des Wanderweges gewesen, der entlang des Milchbornbaches führen und so das Erholungsgebiet Saaler Mühle mit der Hardt verbinden sollte. Anwohner bemängelten, daß Gärten vom Bach abgeschnitten würden und der Weg zu nahe an den Häusern entlang führe. Diesen Bedenken soll der neue Entwurf Rechnung tragen. Der Ausschuß beschloß, den Fußweg im südlichen Teil nach Osten zu verlegen (an den Einmündungsbereich der Karl-Philipp-Straße in die Saaler Mühle). Um die Grünzone im Bereich des Baches zu vergrößern, war der Entwurf schon mehrfach geändert worden. Auf Antrag der FDP beschloß der Ausschuß jetzt als Empfehlung an den Rat, ein Umlegungsverfahren einzuleiten.
„Muß gesichert werden"
Für eine Bebauung des Gebiets zwischen Sperberweg, Im Beningsfeld und Bernard-Eyberg-Straße gibt es „keine vernünftige Begründung, außer daß ein Eigentümer drängt", meinte Holger Pfleger (SPD) im, Ausschuß. Auch Renate SchmidtBolzmann (FDP) meinte: „Der grüne Innenbereich muß gesichert werden. 46 Familien protestieren (gegen eine Bebauung), nur fünf sind Befürworter."
Jahrzehnte alter Baumbestand, so Schmidt-Bolzmann, würde andernfalls „total wegrasiert". Außerdem rücken die künftigen Neubaubesitzer der vorhandenen Anwohnern zu sehr „auf den Pelz". Die Umweltverträglichkeitsprüfung, inder die Eingriffe in die Natur als nicht so gravierend bewertet werden, daß sie weiteren Häusern im Wege stünden, wertete die FDP-Politikerin als „die dürftigste, die wir je gesehen haben".
Für Michael Wittassek (Grüne) war das auch nicht verwunderlich. Die Prüfer hätten ihr Urteil auf der Grundlage von Luftbildern gebildet. Er sprach sich vor allem auch deshalb gegen eine Bebauung aus, weil eine weitere Verdichtung in Refrath neue Verkehrsströme mit sich bringe und bekannt sei, daß die Refrather auf Verkehrsprobleme sehr „sensibel" reagierten. Statt für Bebauung plädierte er dafür, den bisher verrohrten Bach zu renaturieren.
Weil im Außenbereich weitere Bebauungen „tabu" seien, plädierte Rolf Buchholz (CDU) hingegen für Flächensicherung in diesem Innenbereich, auch wenn „dieser B-Plan uns erhebliche Bauchschmerzen macht". Schließlich seien die Bäume laut Umweltverträglichkeitsprüfung weitgehend zu erhalten. Und wenn die Bürger ihre Grundstücke nicht bebauen wollten,könne ein B-Plan sie auch nicht dazu zwingen. Aber die Fläche müsse gesichert werden für den Fall, daß die Erben der jetzigen Anwohner in Zukunft irgendwann einmal dort bauen wollten. Hans Steinbach plädierte dafür, daß ' zumindest an dem Stichstraßenstumpf zur Straße Im Holz Kindern die Möglichkeit erhalten werden müsse, auf dem Elterngrundstück später anbauen zu können.
Holger Pfleger schlug einen Alternativentwurf zum vorhandenen vor, der sich auf . eine Randbaumaske beschränkt, bei der nur die vorhandene Bebauung weiter entwickelt werden kann, der Innenbreich aber grün bleibt. Einstimmig beschlossen wurde, daß die Verwaltung auf der Grundlage der Anregungen aus den Fraktionen einen neuen B-Plan-Entwurf „Sperberweg" vorlegt.

Quelle: 
KStA-19860318 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigabe für BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 21. April 2009