Heimat zwischen Sülz und Dhünn, Ausgabe 4, 1997: Inhalt


Heimat zwischen Sülz und Dhünn

Geschichte und Volkskunde in Bergisch Gladbach und Umgebung

Heft 4, 1997

Inhalt

Ansichtssache
Liu Bo-lu-na:
Von den richtigen Namen
Eine Geschichte aus dem alten China

Aufsätze und Berichte

Hans Leonhard Brenner
Einst Lebensader Bergisch Gladbachs und nun im Abseits: Die Strunde

Hermann-Josef Kreutz:
Die Strunde - unzeitgemäße Betrachtungen zu einem Flüßchen im Bergischen Land

Die Ordnung für den Strunderbach von 1823 in der korrigierten Fassung von 1854, Teil 1

Ulrich Jux:
Geologie und Landschaftsräume im Einzugsgebiet der Strunde

Ferdinand Peter Moog
Bergische truppen auf Rügen - Ein zeitgenössischer Bericht

Ferdinand Peter Moog:
Ein merkwürdiger Gebeinfund

Karl-Heinz Fröhlingsdorf:
Der Fabrik-Ordnung unterworfen
Ein Blick in die Arbeitswelt von 1882

Markus Lembeck:
"Die Leute beten ja alle noch"
Ein kurzer Abriß der Revolutionsjahre 1848/49 im Rheinisch-Bergischen

Friedrich Lindlar:
Zumstegs ziehen nach Zürich - Eine Erinnerung

 

Helene Effertz
"... Wegen Heimweh aus seinem Dienst entlassen"
Anmietung von Dienstboten in einem landwirtschaftlichen Betrieb zwischen 1831 und 1887 in Odenthal

Willi Ommer:
Die Pockenepidemie in Odenthal 1806/07

Emil Odenthal:
Drööme un wönsche
Der Mundartdichter Heinrich Schulte (1921-73)

Sammlerecke

Leonhard Brenner und Max Morsches:
Das Notgeld unserer Heimat, Teil 3

Aus dem Vereinsleben

Jahresrückblick 1996

Autoren, Impressionen

Farbige Beilage

Karte von Unterodenthal 1828

 

Zum Geleit

Die vorliegende vierte Ausgabe von „Heimat zwischen Sülz und Dhünn" will Ihnen, liebe Leser, wieder mit einer Reihe qualitätsvoller und gut gestalteter Beiträge die Geschichte unserer Heimat näherbringen. Kaum jemand hat beim Start dieser neuen Zeitschrift geglaubt, daß das Heft so schnell bei unseren Mitgliedern und weit darüber hinaus eine so große Beachtung finden würde.

Es gehört zu den selbstgestellten Aufgaben eines regional tätigen Geschichtsvereins sowohl den Mitgliedern als auch allen Bürgern der angesprochenen Gemeinden Identifikationshilfen zu gehen. Ein Gefühl von „Heimat" – ein Begriff, der lange verpönt war und nun allmählich eine neue Renaissance erfährt – kann nur dann entstehen, wenn man seinen Lebensraum kennt, und zu diesem Kennen gehört eben auch die Geschichte, das Wissen darum, wie es hier früher war und wie die Gegenwart entstanden ist.

Vor einiger Zeit schrieb eine taiwanesische Autorin in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in Taiwan gebe es kein Heimatgefühl. Während der japanischen Besetzung habe man in der Schule japanische Geschichte und japanische Kultur gelernt, sich aber dennoch nicht als Japaner fühlen können. Heute bringe man den Kindern die großartige Geschichte des chinesischen Reiches bei. Alle Schüler würden, zumindet theoretisch, die wichtigsten chinesischen Flüsse und Städte auf dem Festland kennen. Wie die Flüsse und Berge auf Taiwan heißen, wissen nur wenige, welche wechselvolle und interessante Geschichte die Insel hat, ist noch weniger bekannt. Erst wenn man Berge und Flüsse kennt und benennen kann – so die These der Autorin –, erst wenn man sich auf sich und sein Land besinnt, statt auf den große Nachbarn zu starren und sich dessen Geschichte zu eigen zu machen, erst dann erfährt man, was Heimat ist.

Ich denke, daß manches, was für Taiwan gilt, auch für eine Stadt wie Bergisch Gladbach und seine Umgebung zutrifft. Auch hier lebt man gleichsam vor dem Festland Köln mit seiner übermächtigen Geschichte und seinen wertvollen Kunstschätzen. Die Lösung kann nur lauten: Die eigene Heimat, die heutzutage für viele nicht mehr der Geburts-, sondern der Wohnort ist, zu schätzen, aber auch keinen Zaun aufzurichten vor dem, was die große, weite Welt zu bieten hat.

In diesem Sinne hoffen die Autoren, den Lesern dieses Heftes die Heimat wieder ein wenig näher zu bringen. Wer nur seine Neugierde befriedigen oder interessante Erkenntnisse sucht oder schöne Bilder sehen möchte, kann dieses Heft ebenfalls mit Genuß in die Hand nehmen und darin stöbern und lesen. Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, werben Sie für uns, verschenken Sie das Heft an Freunde oder Bekannte oder werden Sie, sofern Sie es noch nicht sind, einfach Mitglied.

Hans Leonhard Brenner