Denkmalpflegerin legt Schloß-Dokumentation vor


Denkmalpflegerin legt Schloß-Dokumentation vor
Neues Heft erscheint in der Serie „Rheinische Kunststätten"

Von Catrin Bialek
Bergisch Gladbach — Das Bensberger Schloß verbindet eine schlichte Monumentalität mit der ausgewogenen Haltung eines international verbindlichen Formenideals. So beschreibt Barbara Precht-von Taboritzki das Barock-schloß in dem soeben erschienen Heft „Das neue Schloß Bensberg in Bergisch Gladbach". Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz hat das 22seitige Heft in seine Reihe „Rheinische Kunststätten" aufgenommen.
Es sei die erste umfassende Dokumentation über das Schloß, meinte Ulrich Müller-Frank, Vorsitzender des Vereines Schloß Bensberg. Barbara Precht-von Taboritzki, von Beruf Denkmalpflegerin, hat während ihrer Tätigkeit als Leiterin der Denkmalbehörde häufiger Führungen durch das Schloß gemacht und sich über die mangelnde Literatur gewundert. „Da gab es ein echtes Defizit."
Barbara Precht-von Taboritzki beschreibt den geschichtlichen Hintergrund des Schlosses, die Baugeschichte zwischen 1705 (Baubeginn) und 1990 (Bestandsuntersuchungen zur grundlegenden Instandsetzung), die historische Ausstattung und auch die Vorbilder. „Zweifellos Versailles" meint sie zu dem Vorbild für den Kurfürsten Johann Wilhelm II., volkstümlich Jan Wellem genannt, der das Schloß von dem venezianischen Festungsbaumeister Matteo Alberti errichten ließ. Aber auch die italienische Villenarchitektur, angeregt durch die Italienerin Anna Maria Luisa, Gattin des Kurfürsten, schlage sich in dem Barockschloß nieder.
Aber es ist keine ruhmreiche Geschichte, welche die Autorin aufzeigt: 1716, im Todesjahr des Kurfürsten, ist das Schloß noch nicht vollendet, und die nachfolgenden Fürsten sorgen auch nicht für einen Weiterbau. Kostbare Ausstattungsstücke und Sammlungen werden auseinandergerissen, und fortan dient das Schloß abwechselnd als Lazarett, Kaserne, Nationalpolitische Erziehungsanstalt und Schule für belgische Schulkinder. Am schwierigsten sei die Suche nach den 40 Abbildungen gewesen, die das Heft schmükken, erzählte die Autorin. Dabei sei sie auch auf eher seltene Fotografien gestoßen, wie beispielsweise das Bild des Speisesaals im Nordflügel nach dem Umbau zur preußischen Kadettenanstalt. Bei ihrer Recherche habe ihr ferner ein intensives Gespräch mit Georges en Vermandel, ehemaliger Angestellter der belgischen Schule, sehr geholfen.
Das Heft ist zu beziehen beim Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz , Ottostraße 2, 50533 Köln,  02 21/809205.

Die erste umfassende Dokumentation über das Schloß Bensberg —Barbara Prechtvon Taboritzki und Ulrich Müller-Frank stellten sie vor.
(Bild: Catrin Bialek)

Quelle: 
KStA-19960914-rn14 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 20.5.2011