Das Kardinal-Schulte-Haus steht in neuem Glanz und mit moderner Innenausstattung da

Das Kardinal-Schulte-Haus steht in neuem Glanz und mit moderner Innenausstattung da

Das Kardinal-Schulte-Haus steht in neuem Glanz und mit moderner Innenausstattung da
Stätte der Lehre und Besinnung
Zehn Jahre alte Brandwunden sind verheilt — Thomas-Morus-Akademie zieht am Samstag ein

Von Hans Kloep
Bensberg — 21. Februar 1980: „Das Kardinal-Schulte-Haus bot am Donnerstag abend ein Bild der Verwüstung. Fast der gesamte Dachstuhl des ehemaligen Priesterseminars für das Erbistum Köln wurde ein Raub der Flammen." So begann ein Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers" vor nahezu zehn Jahren. Zwei Feuerwehrmänner kamen in der Flammen ums Leben.
Die Zeit heilt alle Wunden, jedenfalls die am Gebäude. In der Tat: Wer heute das KardinalSchulte-Haus betritt, merkt dem schloßähnlichen Gebäude nichts mehr von der damaligen Katastrophe an. In der Außenansicht kaum verändert, ist es hinter der renovierten Fassade ein Schmuckkasten geworden: ein Tageszentrum des Erzbistums Köln für Kongresse, Konferenzen, Tagungen und Seminare. Mieterin ist wieder die ThomasMorus-Akademie, die am 2. Dezember den Wiedereinzug in das schöne Gebäude mit einer Festakademie feiert.
Die Innenarchitekten haben bemerkenswerte Arbeit geleistet. Von der Beleuchtung in den Fluren und Tagungsstätten bis hin zur Einzelzimmerausstattung wurde das Interieur geschmackvoll, zeitgemäß und unaufdringlich gestaltet. Das ganze Haus strahlt eine ruhige, anheimelnde Atmosphäre aus und ist von der Funktion her sinnvoll aufgeteilt, so daß verschiedene Gruppen, ohne sich gegenseitig zu stören, ihre Tagungen abhalten können.
Dem Zeitgeschmack angepaßt
Neu als Baumasse ist die Edith-Stein-Kapelle aus dem Boden des Innenhofes herausgewachsen, modern in Form und Material; trotzdem ist sie architektonisch kein Fremdkörper zu dem in den 20er Jahren im Atrium-Stil errichteten Hauptgebäude. Architekten: Peter Greyer und Manfred König aus Leverkusen. Die alte Kapelle im Hause wurde renoviert und mit neuer Inneneinrichtung versehen, dem Zeitgeschmack und den erhalten gebliebenen Kirchenfenstern wohltuend angepaßt. Die frühere Hauptkirche ist heute größter Hörsaal mit rund 300 Plätzen, neuester Vortragstechnik und Simultan-Dolmetscher-Anlage.
Ein vom Brand stark beschädigtes Wandgemälde von Kirchenmaler Peter Hecker aus Altenberg wurde von einem seiner Schüler wieder restauriert und ziert die Kopfseite des ehemaligen Kirchenraums: ein frommer Blickfang.
Wie der Leiter der Abteilung Bildung im Erzbischöflichen Generalvikariat und des Bildungswerkes der Erzdiöszese Köln, Erwin Müller-Ruckwitt, bei einem Rundgang mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger" durch das Haus erklärte, habe man bei der neuen Konzeption — das Altersheim ist weggefallen — daraufgeachtet, daß nicht nur zur gleichen Zeit mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen im Haus samt ihren Familienangehörigen untergebracht werden können, sondern auch große Kongresse, die über den Rahmen der Erdiözse hinausgehen, abgehalten werden können. Dafür sei die Infrastruktur vorhanden.
In 154 Zimmern können 266 Gäste aufgenommen werden, die sich im Kardinal-Schulte-Haus wie in einem Drei-Sterne-Hotel aufgehoben fühlen können. Von der Rezeption bis zur Großküche ist alles vorhanden, was einen Aufenthalt angenehm machen kann. Neben den 44 Einzelzimmern stehen 109 Doppelzimmer zur Verfügung. 80 Doppelzimmer sind mit einem verschiebbaren Wandelement verbunden, so daß je zwei Doppelzimmer zu einem Appartement für Familien zusammengefaßt werden können. Alle Zimmer haben Naßzellen, Selbstwähltelefon, Radiowecker und Schreibtisch. Der Straßenlärm ist soweit entfernt, daß er die Ruhe der Gäste nicht stören kann.
Neben zwei großen Hörsälen im Erdgeschoß gibt es noch 17 Tagungs- und Konferenzräume in unterschiedlichen Größen, die zwischen zehn und 60 Personen Platz bieten. Alle Räume sind in den Eckbereichen des Hauses untergebracht und mit viel Geschmack ausgestattet. Ein nicht-öffentliches Restaurant bietet in fünf Speiseräumen rund 270 Gästen Platz, wo auch
Pausen- und Getränkebewirtung stattfindet. „Erfahrene und geschulte Mitarbeiter/innen in Küche und Service sorgen für eine angenehme Bewirtung der Gäste", sagt Erwin Müller-Ruckwitt. „Da das Haus etwas abgelegen ist, haben wir für zwanglose abendliche Begegnungsmöglichkeiten der Hausgäste gesorgt", sagt der Chef des Ganzen. Im Keller befinden sich zwei behagliche Klubräume, eine Bar und eine Kegelbahn. Außerdem können die Gäste sich im Fitness-Center mit Sauna entspannen oder im großen Park spazierengehen.
Diese neue Welt im KardinalSchulte-Haus wurde erst nach langer Bedenkzeit von Kardinal Höffner in Auftrag gegeben. Eine Reihe von Jahren blieb das große Haus von den Brandwunden gezeichnet, bis endlich Architekten und Handwerker mit dem Heilen beginnen konnten.

GESPRÄCHSECKEN gibt es im Kardinal-Schulte-Haus reichlich. Der Leiter des Bildungswerkes, Erwin Müller-Ruckwitt (1.), erläuterte dem „Kölner Stadt-Anzeiger" das Gebäude. 1

AUS DER KIRCHE wurde ein Hörsaal: Rund 300 Besucher finden in dem mit modernsten Techniken ausgestatteten Raum Platz.

DIE BRANDRUINE Kardinal-Schulte-Haus wurde in eine moderne Bildungsstätte der Thomas-Morus-Akademie umgestaltet. Im Innenhof liegt die neue Kapelle.
Bilder: Günter Möllinghoff

Quelle: 
KStA-19891130 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigegeben für Belange des BGV mit e-mail des Kölner Stadt-Anzeigers vom 17. März 2008