Radstation soll doch gebaut werden - Sponsoren gesucht


Überraschungen für die Politiker
INNENSTADTPLANUNG Radstation soll doch gebaut werden - Sponsoren gesucht

VON MATTHIAS NIEWELS
Bergisch Gladbach. Der erste Spatenstich für die Neugestaltung der Innenstadt soll am Bahnhofvorplatz erfolgen. Ein Baumhain soll unmittelbar nach dem Abriss des alten Empfangsgebäudes der Bahn angelegt werden. Aus einer Schmuddelecke der Stadt wird –nach den Plänen der Verwaltung – ein offener und freundlicher Platz. Seit Jahren, ja seit Jahrzehnten, wird eine Umgestaltung dieses Bereiches immer wieder gefordert. Und mit Geldern der Regionale soll es möglich werden. 60000 Euro soll die Anlage des Platzes kosten.
So weit, so schön. Aber der Platz kann nicht komplett fertig gestellt werden, denn ob und wie gepflastert wird, ist offen. Die Entwicklung in der Innenstadt scheint an vielen Stellen offener denn je – trotz prämierter Entwürfe und Wettbewerbssiegern.
Die Auswahl des Pflasters – im Siegerentwurf wird Grauwacke vorgeschlagen – ist umstritten. Genau wie die Gestaltung der neuen Fußgängerzone. Denn nach heftiger Kritik aus der Bürgerschaft gibt es inzwischen keinerlei politische Mehrheit für die Fällung der Bäume in der Zone. Zuletzt hatte Bürgermeister Lutz Urbach auf der Konferenz der Regionale am vergangenen Dienstag betont, dass die Bäume bleiben sollen. Im Umweltausschuss wurde munter darüber diskutiert, wie denn das neue Pflaster verlegt werden soll. Für Stadtplaner und auch Architekt eine unangenehme Situation. Warum all' die Vorarbeit, wenn nun doch wieder alles in Frage gestellt wird?
Weit fortgeschritten sind dagegen die Pläne für den Hochwasserschutz und die Offenlegung der Strunde. Dort konnte dem Ausschuss ein präziser Zeitplan vorgestellt und auch ein klarer Finanzrahmen aufgezeigt werden. 8,5 Millionen Euro kostet dasehrgeizige Projekt, das 2014 abgeschlossen sein soll.
Aber es gibt auch große Überraschungen bei der Innenstadtplanung. So erklärte Jürgen Kurz, der Beauftragter für technische Großprojekte, dass der Bau einer Radstation am S-Bahnhof doch noch realisiert werden könnte. Beigeordneter Stephan Schmickler: „Wir stehen in intensiven Verhandlungen." Zur Erinnerung: Der Bau der über 600000 Euro teuren Fahrradgarage war zu den Akten gelegt worden, weil die Stadt ihren Eigenanteil von etwa 100000 Euro nicht stemmen konnte.
Eine weitere Überraschung gibt es beim Driescher Kreisel. Der Bürgermeister hatte die Vorlage für den Bau eines leuchtenden Metallrings (Kostenpunkt des Gesamtprojekts inklusive neuer Bäume rund 200 000) von der Tagesordnung genommen und erklärt: „Diesen Ring wird es niemals geben." Schmickler sprach nun davon, dass das Projekt „verschoben" sei. Die Suche nach Skulpturen, die an markanten Punkten aufgestellt werden sollen, gehe weiter. Dabei habe man die finanziellen Möglichkeiten immer im Auge. Auch dort gebe es „intensive Gespräche", diesmal mit Sponsoren.
Unter all die Zukunftsmusik mischt sich noch ein weiteres Projekt: Das „integrierte Stadtentwicklungskonzept". Es geht um die Frage, wo Bergisch Gladbach steht und wo es im Jahr 2030 stehen will. Bei der „Zukunftsmesse" am 15. September (16 Uhr bis 19 Uhr) im Ratssaal Bensberg können sich Bürger über die bisherige Arbeit informieren und Fragen stellen.

Stadtplaner unter sich (v.links): Martina Werheit und Stephan Schmickler von der Stadtverwaltung sowie Marc Lucas und Sabine MöglichBangemann von der Planersocietät.

So ähnlich wie der Kreisel am „Steinmüllergelände" in Gummersbach sollte auch der Driescher Kreisel aussehen.    BILDER: ROLAND U. NEUMANN

Quelle: 
KStA-20100904-s41 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011