Kippekausen: Der unruhige Geist des alten Burgherrn


SAGENHAFT
KIPPEKAUSEN
Der unruhige Geist des alten Burgherrn

Schaurige Gestalten sollen sich in der Nähe von Kippekausen herumtreiben: Bei allen handelt es sich den Sagen nach um den alten Kipphäuser, der mal als glühender Einäugiger, mal als schwarzer Mann oder „hohläugig mit totgelbem Gesichte und blutigem Halskragen" erscheint. So erzählt es Johann Bendel im „Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein" aus dem Jahr 1925.
Der Kipphäuser soll ein launischer Wüterich gewesen sein, ein Spanier von zweifelhafter Herkunft, der Ende des 14. Jahrhunderts auf die Burg Kipphau-sen einheiratete. Wenige Mauerreste dieser Burg sind bis heute in Refrath-Kippekausen erhalten. Auch der von einem breiten Graben umgebene Hügel ist noch deutlich zu erkennen und steht unter Denkmalschutz. Der Sage nach soll ein Bauer den hartherzigen Kipphäuser aus Rache mit einer Axt erschlagen und sein Schloss in Brand gesetzt haben. Der Geist des erschlagenen Burgherrn soll bis zum Jüngsten Tag keine Ruhe mehr finden, heißt es. Damit teilt er das Schicksal vieler Sagengestalten: „Der schuldige Tote, der zur Strafe in glühender oder gar brennender Gestalt umgehen muss", sei in ähnlichen Erzählungen eine häufige Erscheinung, schreibt Stephan Nuding in dem Buch „Der Schwarze Führer – Bergisches Land".
Ein glühender Mann soll auch einem alten Bauern und seinem Knecht auf dem Weg von Spitze zum Büchelter Hof bei Herrenstrunden begegnet sein. Die beiden Verfolgten konnten sich gerade noch rechtzeitig vor ihm ins Haus retten. (jos)
Von der Burg Kippekausen sind Mauerreste erhalten.    BILD; CA

Quelle: 
KStA-20091006-nr232-s36 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigabe für den BGV erteilt durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 12.9.2011