Theater um die ersten Mühlen

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Theater um die ersten Mühlen
Eine Bilderschau und ein Schauspiel zum Jubiläum — Neue Kunstmappe kommt bald

Von Nurit Seewi
Bergisch Gladbach — Papier, frisch aus der Bütt geschöpft, gehörte ins Bergische Land wie knusprige Waffeln und duftendes Brot: Daß im Zuge des 400jährigen Papierjubiläums der ehrwürdigen Handwerkskunst auf vielfältige Art gedacht wird, spricht für sich — und für den Rheinisch-Bergischen Kreis.
Neben zahlreichen, bereits laufenden Ausstellungen und Aktionen soll am Freitag, 5. November, eine ganz eigene Themen-Variation die Bürger Lokken: Die Stadt lädt zur Vernissage der Mühlenbilder von Gisela Mettmann ein, über die der „Kölner Stadt-Anzeiger" vor Monaten berichete, in das Foyer des Bergischen Löwen ein.
20 Gladbacher Mühlen an der Strunde, von der Maltesermühle bis zur Gierather Mühle, hat sienach historischen Originalen gestaltet. In mühevoller Arbeit, aber „weil mich interessierte, wie die Mühlen im grünen Strundertal aussahen" recherchierte sie monatelang in städtischen Archiven und schwang dann eifrig den Pinsel. Anläßlich der Ausstellung erscheint als 3. Edition im Kunstverlag Wilhelm, Bergisch Gladbach, eine Kunstmappe mit Bildern bekannter Mühlen, die Blätter wurden nach den Originalen Gisela Mettmanns auf lithografische Weise hergestellt. Und noch etwas: Laienschauspieler führen zur Eröffnung der Schau ein Theaterstück in Versen im Spiegelsaal auf. Titel: „Die ersten Papiermacher in Bergisch Gladbach".
Das volkstümliche Stück um Lumpenvogt, Bauer und eine Müllerin, die sich nur zögernd von der aus Holland eingeführten Papiermacherei überzeugen läßt, schrieb anno dazumal Minna Poensgen (der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete). Uraufführung war bereits im Jahre 1906, just vor dem damaligen „Löwen".
In prächtigen Kostümen brachten da begabte Akteure die Mär von den ersten bergischen Bögen auf die Bühne. Doch wer im Einzelnen Stimme und Gestalt für den heimatlichen Schwank lieh, weiß heute keiner mehr. Nur eins ist gewiß: Papierfabrik-Besitzer Wilhelm Hanebeck (auf dem Bild ganz rechts) spielte mit. Das kann die noch lebende Enkelin bezeugen-.Kennt sonst jemand ein Mitglied des früheren Ensembles?,fragt Gisela Mettmann. Wer verbirgt sich hinter Spitzenkleid, Schürze und Pluderhose? Die Malerin nimmt an, daß es sich bei den Schauspielern vorwiegend um gutsituierte Bürger aus der Papierbranche gehalten hat; Die Frage beschäftigt auch die Männer und Frauen, die nun unter Regie von Dierk Hardebeck die Geschichte erarbeiten, die in ständig zunehmender Perfektion ihren Vorbildern nacheifern.

DIE EHEMALIGE GOHRSMÜHLE in Ölfarben: Das ist nur eines der 20 originalgetreuen Mühlen-Bilder, die die Gladbacher Malerin Gisela Mettmann nach langen Recherchen schuf.    Repros: Albert Günther

Quelle: 
KStA-19821016-nr241-rn13 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigabe erteilt für BGV durch KStA mit email vom Nov. 2009