Die alte Zeit aus der Kiste geholt

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In vielen Familien der Stadt sind noch verborgene Schätze auszugraben: Die Stadt sucht Fotos zu ihrem Jubiläum
Die alte Zeit aus der Kiste geholt

Ausstellung und Katalog vorbereitet — Zum ersten Mal stellt der Kölner Stadt-Anzeiger eine kleine Auswahl vor
Ein Blick zurück am Anfang eines neuen Jahres in die Vergangenheit der Stadt Bergisch Gladbach, die in diesem Jahre ihr 125jähriges Stadtjubiläum feiern kann. Über Handel und Wandel im alten Gladbach sagen Fotos immer noch am meisten aus. Sie halten fest, was vielen schon aus der Erinnerung geschwunden ist, was von den heutigen Bürgern oft keiner mehr weiß. Gäbe es nicht in alten Familien noch die Kisten mit den vergilbten Bildern aus der vielleicht garnicht so guten alten Zeit, in der das Leben noch einen ruhigeren Gang ging als heute , einer Zeit ohne Eisenbahn, Straßenbahn und Auto, wir wüßten heute viel weniger über die vergangenen hundert Jahre, über das Leben in den Familien, über die dörflichen Feste und Feiern, über die sozialen und kulturellen Verhältnisse, über Berufe, handwerkliche Betriebe und die Anfänge der Industrie. Wieviel Interessantes sagen Fotos auch über die Entwicklung der Stadt selbst aus! Jedes historische Foto ist wichtig. Aus diesem Grunde hat Museumsreferent Dr. Wolfgang Vomm schon vor einiger Zeit versucht, die Bürger zu animieren, in ihren Fotokisten zu kramen und Bilder dem Museum zur Verfügung zu stellen. Über 150 Bürger sind seiner Bitte gefolgt. Was sie zutage gefördert haben, aus Schüben, Truhen und Kisten, ist ein Schatz für die Stadt. Sie will zu ihrem Jubiläum eine Ausstellung mit diesen alten Bildern veranstalten. Eine Auswahl aus den Einsendungen zeigen wir zum erstenmal. Sie soll auch andere Bürger anregen, bei sich einmal Nachschau zu halten. Zur Ausstellung wird ein Katalog erscheinen, der als Dokument bleibenden Wert behalten wird.    A.L.

DAS KÖLSCH SCHMECKTE den Gläbbichern immer schon: das Bild zeigt eine typische Stammtischrunde aus dem Jahre 1906 im Gasthaus zum Deutschen Haus in Hebborn. (Leihgabe Fett, Gronau)

FAMILIENIDYLL um 1920: am Gasthaus Gerhard Heuser, Unterthal. Von links: Josef Heuser mit Fiedel. Maria Heuser (mit Ziege) und Johann Heuser. (Leihgabe Elfriede Heuser-Müller)

DER ALTE HOF HEIDKAMP, ehemals mit einem Sägewerk, in Herkenrath um 1895 mit Fuhrwerken. (Leihgabe Frau Heidkamp, Moitzfeld)

IM SONNTAGSSTAAT und selbstbewußt stellt man sich um 1866 dem Fotografen fürs Familienalbum und die Nachwelt: Ehepaar Krämer, Pächter des Hebborner Hofes. (Leihgabe Fett, Hebborn)

GLOCKENSPENDE fürs Vaterland: 1917 wurden die Bensberger Glocken zum Einschmelzen abgeliefert (Leihgabe Heidkamp).

BEERDIGUNG ZUR NAZIZEIT 1934: groß sind die Gegensätze zwischen den SA-Leuten in Uniform mit Hakenkreuzfahne und den feierlich schwarz gewandeten Bürgern mit Zylinder. Eine Aufnahme von der Hauptstraße (Leihgabe Auel, Bergisch Gladbach)

ORIGINALE IM ALTEN GLÄBBICH: Wandernde Zigeuner in einem von einer Hippe gezogenen Wägelchen um 1914. Die Aufnahme ist eine Leihgabe von Bützler, Gronau

Quelle: 
KStA-19810103-nr2-rn11 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigabe erteilt für BGV durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 20. Nov. 2009