Verlagsbeilage: Anzeigen von Zanders zur Einführung der PM3






Vorstoß ins 21. Jahrhundert
Zanders Feinpapiere AG weiht heute eine der modernsten Papiermaschinen ein — Zukunft des Unternehmens gesichert

Die Mitarbeiter der Zanders Feinpapiere haben einen Grund zum Feiern. Die Papiermaschine 3 (PM3), eine der modernsten Anlagen ihrer Art, wird heute feierlich eingeweiht. Vertreter der Stadt Bergisch Gladbach, des Rheinisch-Bergischen Kreises und Kunden des Unternehmens sind eingeladen, zusammen mit Vorstand und Aufsichtsrat dieses wichtige Ereignis zu feiern.
Die P3, die bereits am 1. Juli diesen Jahres termingerecht angelaufen ist, ist investitions- und kapazitätsmäßig das bislang größte Projekt in der mittlerweile 163jährigen Firmengeschichte der Zanders Feinpapiere AG. Insgesamt 460 Millionen mußte das Unternehmen in die neue Maschine und die dazugehörige Infrastruktur investieren. Die PM 3 ist ein High-Tech-Produkt neuester Generation, das allen Anforderungen an eine moderne Feinpapiermaschine gerecht wird. Zanders-Know-how — Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf dem Gebiet der Feinpapierherstellung — bildet die konzeptionelle Basis des Vorhabens. Gepaart mit neuesten Erkenntnissen der Maschinenhersteller entstand in Detailarbeit mit allen Beteiligten ein Meisterstück.
In viele Bereiche des Projektes sind richtungsweisende Innovationen auf der Grundlage umfassender und solider technischer Voruntersuchungen eingeflossen. Dies gilt vor allem für die Belange von Qualität, Flexibilität, Kapazität, Effizienz und Umwelt.
Der Start der neuen Papiermaschine bildet den Abschluß eines 1986 begonnenen ehrgeizigen und intensiven Investitionsprogramms mit einem finanziellen Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Mark. Er stellt einen Meilenstein in der wirtschaftlichen Entwicklung der Zanders AG und der Papierindustrie, aber auch der Stadt Bergisch Gladbach und der Region des Rheinisch-Bergischen Kreises dar.
Notwendig wurde der Bau einer neuen Papiermaschine durch die stetig steigende Nachfrage nach Produkten der Zanders Feinpapiere AG auf dem Weltmarkt. Er konnte mit den damals vorhandenen Betriebsanlagen nicht mehr gedeckt werden. Die Nachfrage nach Zanders-Produkten führte daher im Laufe der Jahre nach und nach zu produktionssteigernden Maßnahmen. Im Rahmen seiner strategischen Planungen entwickelte das Unternehmen richtungsweisende Konzeptionen, die 1986 zum Start eines beispiellosen Investitionsprogramms führten.
Entsprechend dieser Strategie wurde zunächst die Infrastruktur mit dem Bau eines Kraftwerkes und die Veredelungskapazitäten mit dem Bau einer Streichmaschine erweitert. Nachdem die Möglichkeiten einer wirtschaftlich sinnvollen Erweiterung der bestehenden Rohpapierkapazitäten jedoch ausgeschöpft waren, wurde im März 1989 der Bau der PM 3 beschlossen. Ende September 1989 erhielt die J.M. Voith GmbH in Heidenheim den Auftrag zum Bau der Maschine.
„Mit der neuen Maschinehaben wir die technischen Voraussetzungen geschaffen, auch in Zukunft auf dem Sektor hochwertig gestrichener Papiere qualitativ die Nummer Eins in der Welt zu bleiben", meint Peter Dauscha, Vorstandsvorsitzender der Zanders Feinpapiere AG. Ein weiteres Ziel bei der Errichtung der PM3 war, die Produktivität des Unternehmens durch gezielte Investitionen zu steigern. Den Zuwachs an Produktivität, der durch die neue Maschine erreicht wird, verdeutlicht ein Vergleich: Die PM 3 wird in einem einzigen Jahr nahezu die gleiche Papiermenge ausstoßen, die die im Dezember 1991 stillgelegte PM 4 während ihrer 102jährigen Betriebszeit erzeugt hatte — annähernd 200000 Tonnen.
Mit der Fertigstellung der PM3 unternimmt Zanders einen entscheidenden Vorstoß in das nächste Jahrhundert. Dies gilt insbesondere für die Sicherung und den Ausbau der Marktpositionen des Unternehmens. Aber auch für die Arbeitsplätze bedeutet das Projekt PM 3 langfristige Sicherheit. „Mit dem jetzt abgeschlossenen Investitionsprogramm, dem größten in unserer Unternehmensgeschichte, haben wir die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Entwicklung geschaffen und damit auch die Zukunft des Werkes Gohrsmühle und seines Standortes in Bergisch Gladbach gesichert", berichtet Vorstandsvorsitzender Dauscha.

High-Tech auf einer Länge von rund 150 Metern: Mit der PM3 steht der Zanders AG die derzeit wohl modernste Feinpapiermaschine der Welt zur Verfügung.

Aufbau der Papiermaschine dauerte mehr als zwei Jahre

In etwas mehr als zweijähriger Bauzeit entstand auf dem Gelände der Gohrsmühle die modernste und flexibelste Feinpapiermaschine der Welt. Die Maschine beherrscht die Produktion des Rohpapiers für alle Produktionssparten der Zanders AG: originalgestrichene Kunstdruck-und spezialgestrichene Bilderdruckpapiere für das ikono-Programm, gußgestrichene Papiere für das Chromolux-Programm und selbstdurchschreibende Papiere für das Zanders autocopy Programm. Mit einer beschnittenen Arbeitsbreite von 6,60 Meter ist die PM 3 auf alle drei Programme optimal abgestimmt.
Das Rohpapier, das die Maschine herstellt, liegt in einem Flächengewichtsbereich zwischen 40 und 120 Gramm pro Quadratmeter. Hieraus ergeben sich Produktionsgeschwindigkeiten zwischen 33 Stundenkilometern (550 Meter in der Minute] und 78 Stundenkilometern (1300 Meter in der Minute). Pro Jahr wird die Maschine rund 170000 Tonnen Rohpapier produzieren. Mit dem Papier, das in der neuen Produktionshalle in jeder Minute entsteht, kann eine Fläche von bis zu 8600 Quadratmetern bedeckt werden, was etwa der Größeeines Fußballfeldes entspricht. Die 150 Meter lange Maschine ist in der Lage, in nicht einmal zehn Tagen so viel Papier zu produziern, wie sie selber wiegt, nämlich 5500 Tonnen.
Zusammen mit den Anschlußaggregaten, dem Vorsortierroller, dem Rollenteiler und der Rollenschneidmaschine (sie befindet sich im Untergeschoß der Produktionshalle) steht die Maschine in einem Gebäude von über 220 Metern Länge, für das rund 170000 Kubikmeter Erdmassen ausgehoben werden mußten. 35000 Tonnen Stahlbeton-Fertigteile mit einem Einzelgewicht bis zu 50 Tonnen wurden verbaut, um die mit 300 Walzen und Zylindern bestückte PM 3 unterzubringen.
Der umbaute Raum der Papiermaschinenhalle (225000 Kubikmeter) entspricht in etwa der Hälfte des Volumens des Kölner Doms. 1150 Bohrpfähle mit einer Gesamtlänge von etwa 18 Kilometern mußten eingesetzt werden, um dem Gebäude die notwendige  Standsicherheit geben. Während der Montage phase waren zeitweilig bis zu 700 Monteure gleichzeitig mit dem Aufbau der PM 3 beschäftigt.

In einer Bauzeit von 16 Monaten entstand die neue Papiermaschinen-halle an der Bensberger Straße. Um eine Beeinträchtigung der Anwohner zu vermeiden, wurden vor allem schallisolierende Baustoffe verwandt.

Beim Arbeiten wird nur noch geflüstert

Lärmschutz stand beim Bau der Papiermaschine 3 im Vordergrund „Fabrik im Grünen" war wegen neuer Produktionshalle gefährdet Pflanzen und Farben sollen nüchterne Architektur auflockern

Eine „Fabrik im Grünen" ist das Werk Gohrsmühle der Zanders Feinpapiere AG nach dem Verständnis der Unternehmensführung — ein Anspruch, der durch die im Zuge der Anschaffung der Papiermaschine 3 erforderliche Betriebserweiterung auf den ersten Blick gefährdet schien.
Schließlich mußten der neuen Produktionshalle große Grünflächen weichen. Um die Erweiterung des Unternehmens jedoch so umweltverträglich wie möglich zu gestalten, wurde von den Verantwortlichen zeitgleich zu den Bauplänen ein umfangreicher landschaftspflegerischer Begleitplan entwickelt.
Insgesamt 25 verschiedene Begrünungsmaßnahmen sollen nach diesem Plan in den kommenden Jahren einen Ausgleich für die entlang der Bensberger Straße vorgenommenen Eingriffe in die gewachsene Vegetation schaffen. Hunderte von Einzelpflanzungen Sträucher, Gehölze und 240 Bäume — sind zur Begrünung der Böschungen in nächster Zeit vorgesehen.
Eine direkte Begrünung der assaden der neuen Maschinen-alle wurde zunächst von den Planern erwogen, dann jedoch fallengelassen. Fachleute räumen dieser Art der Begrünung wenig Chancen ein, da die Wände insbesondere im Sommer viel Wärme abstrahlen und die Fassadenbegrünung rasch vertrocknen lassen.
Gitterartige Pflanzgerüste für Schling- und Kletterpflanzen, die freistehend zwischen den Gebäuden und Baumreihen angebracht werden können, sollen stattdessen die Einbettung des gesamten Gebäudekomplexes in das Stadt-und Landschaftsbild abrunden.
Neben der Begrünung spielt die Gestaltung der Gebäudefassaden eine für die Integration des Werks in das Stadtbild wesentliche Rolle. Mit den Mitteln der Farbgestaltung sowie durch die unterschiedliche Anordnung der Blendabdeckungen soll es nach dem Willen des Bauherrn gelingen, das Erscheinungsbild der nüchternen und sachlichen Industriearchitektur aufzulockern.
Bestandteil des ökologischen Begleitmaßnahmen ist auch ein Konzept zur Vermeidung vom Lärmemissionen. Schon in der Entwicklungs- und Planungsphase des Projekts PM 3 flossen entsprechende Überlegungen zum Lärmschutz ein. So ist die neue Maschine, die nach Bekunden des Unternehmens „im Flüsterton arbeitet", als eine sogenannte „Rechts-Maschine" konzipiert worden. Das bedeutet: Alle Antriebe der PM 3 befinden sich auf der dem Werk zugewandten und damit der Stadt abgewandten Seite.
Zudem wurdem beim Bau der Maschine ausschließlich geräuscharme und schallgedämpfte Antriebe, Baugruppen und" Anlagen verwendet. So wurden die Außenteile der Hallen in hochschalldämmender Ausführung, alle Auslässe mit Schalldämpfern oder Schallisolierung errichtet. „Mit hohem technischen und finanziellen Aufwand hat sich so die Wohnsituation in unserer Nachbarschaft entscheidend verbessert", resümiert der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens.
Große Investitionen hat die Zanders AG nach eigenem Bekunden auch in den Bereich der Abwasserbehandlung investiert. Ziel dieser Investitionen war es hier, den im Rahmen der Papierherstellung anfallenden Wasserbedarf durch eine Optimierung des betriebsinternen Wasserkreislaufs weiter zu senken.
Mit der PM 3 ist es künftig möglich, das im Produktionskreislauf befindliche Wasser zwölfmal wiederzuverwerten, bevor es in der Kläranlage gereinigt werden muß. Bislang konnten die rund 20 Tonnen Wasser, die zur Herstellung von einer Tonne Papier erforderlich sind, lediglich zehnmal wiederverwertet werden.
Trotz dieser Anstrengungen macht es die Erhöhung der Produktion erforderlich, die betriebseigene Kläranlage auszubauen. Die Kläranlagen-Erweiterung wird nach verfahrenstechnischen Gesichtspunkten in die vorhandene Anlage integriert.
Das Längsbecken der mechanischen Vorklärung ist zwischen den bereits vorhandenen Längsbecken und der Hauptwerkstraße angeordnet. Die beiden Rundbecken der biologischen Klärstufe befinden sich jenseits der Strunde. Das mit Hilfe von Mikroorganismen biologisch und zuvor mechanisch geklärte Abwasser wird am Ende des Produktionskreislaufes in den rechtsrheinischen Randkanal geleitet.
Das Volumen der Klärbecken ist so gewählt, daß auch Spitzenbelastungen im Produktionsprozeß aufgefangen werden können. Bei einem durchschnittlichen Abwasseranfall ergibt sich eine Gesamt-Behandlungszeit von rund 23 Stunden.
„In den Jahren 1991 und 1992 belaufen sich die Umweltschutzinvestitionen auf insgesamt rund 80 Millioen Mark", bilanziert Vorstandschef Dauscha. „Das sind 14 Prozent des in diesen Jahren aufgewendeten Investitionsbetrages".

Auch die neuen Produktionshallen werden sich nach dem Willen der Firmenleitung als „Fabrik im Grünen" schon in wenigen Jahren durch Pflanzungen harmonisch in die Landschaft einfügen.

Vorstandsvorsitzender der Zanders Feinpapiere: Peter Dauscha

Zanders-Frauen spielten eine wichtige Rolle

Im Jahre 1824 taucht der Name Zanders zum ersten Mal in der Papiermacherei des Bergischen Landes auf. Johann Wilhelm Zanders, Forstadjunkt an der Oberförsterei Bensberg, beteiligte sich mit Teilen seines elterlichen Vermögens an der papierproduzierenden Schnabelsmühle des Gottfried Fauth. Nach dem Tod Fauths wird er am 28. Juli 1829 alleiniger Besitzer der Mühle — der Gründungstag der heutigen Zanders Feinpapiere AG.
Unter Johann Wilhelm Zanders Sohn Carl Richard setzt dann in der Mitte des letzten Jahrhunderts der Start in das Industriezeitalter ein, begünstigt nicht zuletzt durch die Vereinigung mit der Gohrsmühle, die rasch zum Stammhaus des Unternehmens wurde.
Die Anschaffung von SatinierMatrisier- und Trockenmaschinen, der Bau eines Kesselhauses, einer acht PS-starken Dampfmaschine, einer mechanischen Werkstatt, eines Labors und einer neuen Lumpenküche markieren den Übergang zur industriellen Papierproduktion.
In der Entwicklung der Firma Zanders zu einem Unternehmen mit Weltruf spielen auch die Frauen der Familie eine wichtige Rolle. Immerhin dreimal standen sie in der 163jährigen Firmengeschichte an der Spitze des Unternehmens.
Der Tod ihrer Ehemänner zwang Julie Zanders-Müller im Jahre 1831, Maria Zanders 1876 und Olga Zanders-Peltzer 1915, die Leitung der Papierfabrik zu übernehmen.
Beschaulichkeit abgelegt
Bis zum Eintritt ihrer beim Tod des Vaters noch minderjährigen Kinder in das Unternehmen, entschieden sie über dessen Zukunft. Die drei geschäftstüchtigen Frauen beschränkten sich bei ihrer Tätigkeit keineswegs nur auf die Bewahrung des Familienerbes ihrer Kinder.
Zahlreiche vorausschauende Entscheidungen dieser Frauen erweisen sich rückblickend als Marksteine in der Entwicklung des Unternehmens zu einem Großbetrieb.
Die Beschaulichkeit eines Familienunternehmens hat die Firma Zanders längst abgelegt. Und das nicht erst seit der Umwandlung in die „Zanders Feinpapiere Aktiengesellschaft" am 5. September 1980. Einige Zahlen und Daten aus dem letzten Geschäftsbericht sollen das verdeutlichen:
3890 Mitarbeiter beschäftigte Zanders im Jahr 1991, rund 2700in der Bergisch Gladbacher Gohrsmühle, dem Sitz der Hauptverwaltung, rund 1200 im Dürener Werk „Reflex". Seit 1988 hat der Umsatz des Unternehmens die magische „Schallmauer" von einer Milliarde Mark durchbrochen. Rund die Hälfte des Umsatzes wird dabei durch den Export, vor allem in das europäische Ausland erzielt. Der Bilanzgewinn der Zanders AG betrug allein im vergangenen Jahr über 13 Millionen Mark.
Große wirtschaftliche Bedeutung haben zwischenzeitlich auch die Beteiligungen des Unternehmens an Firmen im In- und Ausland erlangt. So sind die amerikanische Paper Sources International und die Zanders International Finance B.V. hundertprozentige Zanders-Töchter.
Anteile hält die Gesellschaft zudem an der französischen Europapier, der ungarischen Z-P Formular sowie der Düsseldorfer. Joost&Preuss Versicherungsmakler GmbH und der Dürener Kan zan Spezialpapiere GmbH.

1988 wurde das Verwaltungsgebäude 5 unmittelbar neben der Hauptverwaltung bezogen. Betriebsrat, Telefonzentrale, Sozial- und Bildungswesen und die Personalabteilung sind hier untergebracht.

In diesem noch erhaltenen, repräsentativen Flügel der alten Gohrsmühle ist heute die Hauptverwaltung der Zanders AG untergebracht.

Keine Stadt aus Papier

Geschichte Bergisch Gladbachs ist eng mit Zanders verbunden Aufschwung der Industrie brachte der Region Wohlstand Geschichte und Gegenwart Bergisch Gladbachs sind sehr eng mit dem Papier und der Papierindustrie verbunden. Zwar ist die Stadt an der Strunde keine Stadt aus Papier, wohl aber eine Stadt durch das Papier. Denn das Papier hat Bergisch Gladbach im wahrsten Sinne des Wortes zur Stadt gemacht. Die prosperierende ortsansässige Industrie, allen voran die Papierindustrie, war auschlaggebend dafür, daß Bergisch Gladbach Mitte des vorigen Jahrhun (1856) die Stadtrechte verliehen wurden.
Handwerks- und Gewerbebetriebe, später auch die ersten Industriebetriebe, fanden im Bergischen gute Bedingungen für ihre Produktion. Das lag nicht zuletzt auch an der Strunde, dem in der Bergisch Gladbacher Kalkmulde oberhalb von Herrenstrunden entspringenden Fluß, der mitunter auch als „Deutschlands fleißigstes Flüßchen" bezeichnet wird. 51 Mühlen, 34 davon allein auf Bergisch Gladbacher Gebiet, standen in der Blütezeit am Ufer des 20 Kilometer langen Flusses, der nach einem Gefälle von 66 Metern im Kölner Stadtteil Mülheim in den Rhein mündet.
In den Walkmühlen der Textil-und Lederindustrie sowie in Öl-, Getreide- und Pulvermühlendiente das Wasser der Strunde aufgrund seiner besonderen Qualität nicht nur als Antriebskraft, sondern auch als unverzichtbarer Betriebsstoff, etwa bei der Textilspäter auch bei der Papierherstellung.
Die Geschichte der Papierherstellung reicht zurück bis in das Mittelalter. Im Jahre 1390 wurde in Deutschland zum ersten Mal ein Stoff hergestellt, der künftig Mittel und Ausdruck fortschreitender Zivilisation sein sollte —das Papier. Der Nürnberger Ratsherr Ulman Stromer war es, der die erste Papiermühle auf deutschem Boden errichtete. In den folgenden Jahrezehnten breitete sich die „Weiße Kunst" des Papiermachens rasch über das ganze Land aus. Um 1600 gab es bereits 200 Mühlen, in denen jährlich eine Menge von rund 3500 Tonnen Papier von Hand aus der Bütte geschöpft wurde.
Im Bergischen Land etablierte sich die Papiermacherei erst am Ende des 16. Jahrhunderts. Von allen Gewerben erwies sie sich im Verlauf der nächsten Jahrhunderte als besonders erfolgreich und langlebig. 1599 wurde dem Kölner Kaufmann Philipp von Fürth durch den Herzog von Berg die Konzession zum Betrieb einer Papiermühle, der „Schnabelsmühle", erteilt. Mußte das Papier zunächst noch aus Faserstoff — er wurde aus Leinenlumpen gewonnen — manuell aus der Bütte geschöpft werden, wurde mit der Erfindung eines mechanisch bewegten Siebes das Prinzip der modernen Papiermaschine geboren.
Mit der Erfindung des Holzstoffs im 19. Jahrhundert wurde das Zeitalter der industriellen Papierfabrikation schließlich endgültig eingeläutet. Aus dem Handwerk entwickelte sich schnell ein hochtechnisierter Industriezweig, in dem Tausende Menschen Arbeit fanden.
Der Aufschwung der Papierfabrikation, allen voran der im Besitz der Familie Zanders befindlichen Papiermühlen, brachte der Region einen bis dahin nicht gekannten Wohlstand. Parallel zu der raschen Aufwärtsbewegung der Papierindustrie entwickelte sich Bergisch Gladbach voneinem beschaulichen Landstädtchen zu einer Industriestadt. In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts schließlich machte die preußische Regierung dem damaligen Gladbacher Bürgermeister das Angebot, dem Ort auf Antrag die Stadtrechte zu verleihen.
In diesem Antrag berief sich der Gemeinderat auf die Industrie, insbesondere die Papierindustrie. Ein Wachstum der heimischen Industrie werde auch die städtischen Verhältnisse Bergisch Gladbachs weiter verbessern, argumentierte das Gremium gegenüber der preußischen Regierung. Bereits am 9. August 1856 gab Friedrich Wilhelm IV. dem Antrag des Gemeinderats statt.

Sie leitete den Betrieb 1915- 1929: Olga Zanders-Peltzer.

Papierherstellung zu Beginn dieses Jahrhunderts: Ohne maschinelle Unterstützung mußten die Papierbögen in mühevoller Handarbeit Stück für Stück geschöpft werden.

Quelle: 
Verlagsbeilage xxx-19920918
Freigabe: 
Freigabe durch M-Real / Zanders für den BGV Rhein-Berg mit email vom 11.08.2009
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