Im „feurigen Elias" war Platz für zehn Fahrgäste

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Im „feurigen Elias" war Platz für zehn Fahrgäste
Mit einem „Dixi" begann vor 70 Jahren im Bergischen die Geschichte der Wupper-Sieg AG — Heule verkehren 175 Busse

Von unserem Redakteur Matthias Bauschen
Rheinisch-Bergischer Kreis — Am Anfang war ein „Dixi"; zehn Personen fanden darin Platz. Und dieser kleine Autobus, auch „feuriger Elias" genannt, verkehrte im Raum Wipperfürth, Lindlar, Kürten, Engelskirchen. Die gehörten zum Kreis Wipperfürth, dem „Kerngebiet des Bergischen Landes", das so viele Jahrzehnte Stiefkind moderner Verkehrserschließung gewesen war; nicht zuletzt deswegen hatte ja auch der Apotheker Carl Leverkus seine Fabrik aus Wermelskirchen an den Rhein verlegt. „Dixi" — Es geschah vor 70 Jahren: Die heutige Kraftverkehr Wupper-Sieg AG (KWS) wurde gegründet.
Wer jüngst bei der Eröffnung des Opladener Busbahnhofs genau hingeschaut hat, der konnte in dem einen oder anderen Bus dort, wo normalerweise die Fahrtrichtung angezeigt wird, lesen: „70 Jahre jung geblieben". Die KWS oder— im Volksmund stets noch gängiger — „Wupsi" wird ihren runden Geburtstag in Kürze auch feiern. Zwei Daten stehen zur Wahl: Am 3. März 1924 beschloß der damalige Wipperfürther Kreistag, zur Verbesserung der Infrastruktur auf eigene Kosten und in eigener Verwaltung Kraftfahrtlinien einzurichten. Und am 2. Juni desselben Jahres nahm jener DixiAutobus den Verkehr auf.
Schnell kamen weitere Busse und Linien dazu, bis nach Altenberg, Bergisch Gladbach, Köln und Lüdenscheid fuhr die Wupsi-Flotte bereits Ende 1926. Fünf Jahre später stieg der Rhein-Wupper-Kreis (dem das heutige Stadtgebiet Leverkusen angehörte) in den — wie man heute sagt — Öffentlichen Personennahverkehr ein. 1938 wurde die Stadt Leverkusen Aktionär bei der Kraftverkehr Wupper-Sieg. Diese hatte dadurch in Leverkusen Fuß gefaßt, wie die KWS-Chronik vor 20 Jahren berichtete, daß sie das Unternehmen „Autobus-Verkehr-Leverkusen, E. Schwan" kaufte, welches damals einen innerstädtische Linienverkehr betrieb.
Die Wupsi war kaum noch zu bremsen — zumal in den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg. In Leverkusen wurde beispielsweise das von der Firma Schwan übernommene Betriebsgelände zu klein; die Wupsi kaufte das-Areal der Stadt an der Scharnhorststraße, wo die Wupper-Sieg viele Jahre blieb, bis sie wieder umziehen mußte auf ihr heutiges Gelände an der Borsigstraße in der Leverkusener Fixheide, wo die 70 Jahre alte KWS heute nicht nur ihren Betriebshof mit allem Drum und Dran hat, sondern auch ihre Zentrale — ihren Firmensitz.
Die jung gebliebene Wupsi 70 Jahre nach ihrer Gründung: 400 Mitarbeiter, 175 Busse und jährlich über 20 Millionen Kunden, sprich: Fahrgäste.

Bild aus den 50er Jahren: im Rot-Weiß-Look der Wupsi mit Anhänger über bergische Höhen — der Büssing-Bus, ein Sechs-Zylinder-Diesel.

Teile der Wupsi-Flotte in den Gründerjahren; in der Mitte ein Veteran, mit dem vor 70 Jahren die allerersten Kraftfahrtlinien betrieben wurden. Es waren offenbar „fette" Jahre für die Wupsi: Fahrgäste standen Schlange.

Quelle: 
KStA-19940520 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigabe erteilt für BGV durch Kölner Stadt-Anzeiger mit email vom 28. Oktober 2009