Die Weyerburg bleibt Bensberg erhalten

Die Weyerburg bleibt Bensberg erhalten

Viel Kritik an Verfall des Hauses geübt
Die Weyerburg bleibt Bensberg erhalten
Erinnerung an die große Gönnerin Emilie Schmitz

Von Peter Pauls
Bensberg (pp) — Die Weyerburg, repräsentative Villa aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, wird nicht abgerissen, wie von Bürgern oft befürchtet, sondern restauriert. An der Overather Straße, kurz vor „Klein-Manhattan", liegt das alte Haus, in dem vor hundert Jahren die Gönnerin Bensbergs, Emilie Schmitz, lebte. Sie hatte sich durch Spenden in beträchtlicher Höhe um die Stadt verdient gemacht und Bensberg als Universalerben eingesetzt.
Nicht nur aus diesem Grund empörte viele der Zustand, in dem die Weyerburg sich befindet.- Oft wurde die Befürchtung laut, das Haus solle bewußt dem Verfall preisgegeben werden, um schließlich den Abbruch ohne Umstände in die Wege leiten zu können. „Schandfleck" war in Hinblick auf den restaurierungsbedüftigen Bau zu hören, an dem eingeworfene Fensterscheiben nur notdürftig durch Pappe verkleidet sind, dessen Bausubstanz aber nicht in Mitleidenschaft gezogen zu sein scheint.
Zwar wurde vor einigen Monaten versucht, für die Villa Weyerburg eine Abbruchgenehmigung einzuholen. Sie wurde nicht erteilt. In Gesprächen mit dem jetzigen Eigentümer wurde der Abriß ausgeschlossen — unter anderem ist die Villa in der Liste schutzwürdiger Bauten des Landeskonservators zu finden. Nunmehr, so der Stand der
Dinge, wird die Weyerburg wieder auf Vordermann gebracht und gegebenfalls baulich ergänzt — von einem privaten Bauherren.
Noch ein Bauwerk ist in Zusammenhang mit Emilie Schmitz zu erwähnen: Der Emilienbrunnen an der Ecke Schloßstraße/ Hauptstraße. Als Zeichen der Dankbarkeit und um den Namen der Gönnerin nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, war er von der Gemeinde gestiftet worden. In den vergangenen Jahren aber — nicht zuletzt durch die Bautätigkeit in der Bensberger Innenstadt — hatte er ein Schattendasein gefristet.
Auch der Brunnen soll nun restauriert werden. Befürchtungen also, er werde im Zusammenhang mit dem Abriß der beiden benachbarten Häuser zugeschüttet, sind grundlos. Im Zuge des 5. Bauabschnittes der Stadtsanierung will man sich seitens der Verwaltung durch geeignete Maßnahmen auch des Emilienbrunnens annehmen. So hat es der Planungsausschuß beschlossen, desgleichen auch der Beirat der Stadterneuerungsgesellschaft. Es dauert aber noch einige Zeit, bis man dem Denkmal ein neues, angemesseneres Kleid verabreicht.
Emilie Schmitz verdanken die Bensberger die Vollendung des Turms an der Pfarrkirche St. Nikolaus. Mit 27 000 Mark griff die Protestantin im Jahre 1883 dem Kirchenvorstand bei dem Vorhaben unter die Arme. Nocheinmal 3439 Mark schoß sie für das Geläut zu. Eine Gedenktafel an der Kirche erinnert daran. Als die 84jährige im Jahre 1891 starb, hatte sie die Stadt zur Universalerbin eingesetzt. Unter dem Namen „Emilien-Stiftung" wurde das Vermächtnis den Armenkuratoren unterstellt und von ihnen zur Linderung von Not verwandt.

BALD WIRD DIE WEYERBURG wieder in frischem Glanz erstrahlen. Erfreulich ist der Anblick nicht, den die alte Villa zur Zeit bietet. Manchen Bürger empört der vernachlässigte Zustand. Bild: Roland U. Neumann

Quelle: 
KStA-19790404 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigegeben durch Kölner Stadt-Anzeiger mit e-mail vom 26. September 2008