Museumsmodernisierung - Eine dankbare Aufgabe


Museumsmodernisierung - Eine dankbare Aufgabe
Dr. Wolfgang Vomm ist Referent für Bildende Kunst

»Wer in den großen, international renommierten Kölner Museen arbeitet, geht im Team unter. Man arbeitet mit dem Bestand, verwaltet die Museumsstücke. Hier in Bergisch Gladbach konnte ich bei >Null< anfangen: Ich bekam die Chance, etwas zu schaffen und zu gestalten. Eine dankbare Aufgabe.« Dr. Wolfgang Vomm, dessen offizielle Bezeichnung »Leiter des Referates für Bildende Kunst und Ausstellungswesen« ist, weiß, wovon er spricht: Er arbeitete am Wallraff-Richartz-Museum in Köln, bis er 1978 zum Heimatmuseum Bensberg wechselte.
Und der Wechsel zum kleinen, vernachlässigten Heimatmuseum erwies sich in der Tat als befriedigend. Denn nachdem Vomm zunächst ein Konzept zur Modernisierung des Museums erarbeitet hatte, ging es schrittweise bergauf mit dem heutigen Bergischen Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe. 1981 wurde das sanierte Haus eröffnet, ein aktiver Förderverein verhalf dann zu fünf neuen Nebengebäuden im Laufe von zehn Jahren. »Darauf sind wir zu recht stolz, meint Dr. Vomm, »die Zusammenarbeit Stadt/Förderverein hat hervorragend geklappt.« Als nächstes Projekt steht der Wiederaufbau des demontierten Hauses aus der Gartenstraße auf dem Museumsgelände an, das als »Haus des Handwerks« den Bensberger Tischlermeister Jakob Euler ehren wird.
Dr. Wolfgang Vomm wurde 1946 in Köln geboren. Doch bereits 1952 zog die Familie nach Bensberg. In Köln wurde dann wieder studiert: Kunstgeschichte, Archäologie, Ur- und Frühgeschichte. 1977 promovierte Vomm über »Reiterstandbilder in Deutschland«. Heute ist er freilich nicht nur für das Bensberger Museum zuständig. Als Referent für Bildende Kunst betreut er auch die Nebenstelle Schulmuseum, die Städtische Fossiliensammlung im Bergischen Löwen und den'Geologischen Lehrpfad. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit wird die Villa Zanders werden, deren Neueröffnung für den 17. Januar 1992 geplant ist.
In Zusammenarbeit mit den örtlichen Künstlern legt der Referent jetzt schon das Ausstellungsprogramm für 1992 fest. Außerdem arbeitet er mit seinen Mitarbeitern zur Zeit an einer Artothek , in der die Bürger dann – wie in einer Bücherei  – zeitgenössische Grafiken ausleihen können.
Ein Problem ist in Bergisch Gladbach aber nicht nur der wie überall knapper werdende Kulturetat . Sondern auch, daß kein systematisch gesammelter Bestand an Ausstellungsstücken existiert.
»Es gibt nur Schenkungen von Bürgern.« So wird es eine schwere Aufgabe für den städtischen Kulturbeauftragten in Zukunft sein, für qualifiziertes Personal zu kämpfen, daß die Schenkungen der Bürger katalogisiert und dokumentiert, aber auch Sponsoren anspricht und Museumsstücke sammelt: »Eine erdrückende Materialfülle wartet auf Auswertung«, seufzt Vomm, »aber das ist eine Arbeit, die nicht auffällt und ungern finanziert wird.« Auch der Bereich Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit könnte noch ausgebaut werden. Vomm, selbst Vater zweier Töchter: »Wenn wir mal dank Aushilfskräften museumspädagogische Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche anbieten konnten, haben sie immer großen Anklang gefunden.«
Über weitere Schwerpunkte seiner zukünftigen Arbeit wird Dr. Wolfgang Vomm ab der nächsten Ausgabe von Kultur total selbst berichten: In seiner Serie »Von Musen und Mäzenen«.
D. D.

Dr. Wolfgang Vomm
Foto: Mattes

Quelle: 
KT-19900929