Feuer vernichtet das Kurtheater


Feuer vernichtet das Kurtheater
Zur Zeit des Brandes war keine Vorstellung
Hoffnungsthal (rjw) — Das Hoffnungsthaler Kino „Kurtheater" an der Hauptstraße nach Untereschbach brannte gestern abend aus bisher noch ungeklärter Ursache bis auf die Grundmauern ab. Es entstand trotz sofortigen Einsatzes aller verfügbaren Feuerwehreinheiten der näheren und weiteren Umgebung ein sehr beträchtlicher Sachschaden. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden.
Augenzeugen aus der Nachbarschaft berichten über den Hergang des schweren Brandes folgendes: Gegen 19.15 Uhr hatte Zahnarzt Rudolf Bonvie vom Balkon seines Hauses, das unmittelbar neben dem Filmtheater liegt, bemerkt, daß aus dem Kamin des Kinos feurige Teilchen in die Luft wirbelten. Er vermutete sofort einen Kaminbrand.
Der unmittelbare Anruf bei den Feuerwachen in Hoffnungsthal und Porz hatte keinen Erfolg; es meldete sich niemand. Sofortige Antwort erhielt er erst auf der Gladbacher Feuerwache, von wo aus auch die Bensberger Wehr benachrichtigt wurde. Gleichzeitig jedoch brauste das Bergisch Gladbacher Tanklöschfahrzeug los.
Im Unglückshaus ereignete sich zu gleicher Zeit folgendes: Die im ersten Stock des Vorderbaus wohnende dreiköpfige Familie Acker wurde erschreckt, als plötzlich das Licht ausging und in der Wohnung sich ein brenzliger Geruch ausbreitete. Die Vermutung, es könne brennen, wurde bekräftigt, als die Platzanweiserin des Kinos, Fräulein Necker, kräftig gegen die Tür klopfte und von einem Brandgeruch im Keller berichtete. Sehr bald hörte man auch schon die ersten Feuerrufe, und der Ruf nach der Rösrather und der Hoffnungsthaler Wehr hatte Erfolg. Die Feuerwehrwagen rückten mit Blaulicht und Martinshorn an. Es wurde höchste Zeit.
• Aus dem Kino schlugen zu dieser Zeit, gegen 19.30 Uhr, schon hohe Flammen in den regenschweren Himmel. Der Dachstuhl stand in Brand, und die Nachbarhäuser kamen in höchste Gefahr. Infolgedessen beschränkte sich der Einsatz der Wehr zunächst auch auf die Bannung dieser Gefahr.
Tatkräftig halfen die Nachbarsleute der Familie Acker bei der Bergung ihrer Einrichtungsgegenstände. So konnten die wertvollsten Sachen in aller Hast in Sicherheit gebracht werden. Gerettet wurden u. a. auch viele der aufgelagerten Filme. Auch der Vorführraum des Lichtspieltheaters, der sich an die Wohnung der Familie Acker anschließt, geriet nicht in Gefahr.
Einsatzwagen der Rösrather, der Hoffnungsthaler, der Bensberger und der Gladbacher Feuerwehr versuchten zu retten, was zu retten war. Doch sehr viel war nicht mehr zu machen: Gegen 20 Uhr waren Einrichtung und Gebäude des Kurtheaters Hoffnungsthal zerstört.
Zum Glück war zu der Zeit, als der Brand ausbrach, keine Vorstellung. Die nächste Vorführung, die erste und einzige eines normalen Werktags, sollte um 20 Uhr beginnen. Und die „Schlagerraketen", die für heute vorgesehen waren, werden sich wohl zurückgezogen haben. Auf diesen feurigen Film werden die Hoffnungsthaler Filmliebhaber wohl oder übel verzichten müssen.

ZEHN JAHRE GESPART hat die Stadt Bergheim/Erft für ihre Stadthalle. Bei 1,9 Millionen Gesamtkosten hat sie nur 300 000 DM an Darlehen aufgenommen.    Foto: Lambertin

Quelle: 
KStA-19620213-nr37-s13 (Kölner Stadt-Anzeiger)
Freigabe: 
Freigegeben für BGV durch Kölner Stadtanzeiger mit email vom 18.01.2011